Cash-Flow sichern, wenn Dein Business stark wächst – so geht’s

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Unternehmerisch stark wachsen und trotzdem einen so schlechten Cash-Flow haben, so daß das Geld auszugehen droht? Geht das überhaupt? Leider ja und in dieses Problem drohen vor allem Selbstständige und kleine Unternehmen zu rennen, wenn sie die Spielregeln nicht wirklich einhalten. Welche das sind? Darum geht es in dieser Folge.

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Was ist überhaupt ein Cash-Flow?

Die Cash-Flow-Rechnung ist eines der 3 Tools, die Du als Unternehmer auf jeden Fall kennen und nutzen solltest. Streng übersetzt ist die Cash-Flow-Rechnung eine Kontostandsveränderungsrechnung. Dieses Tool, welches Dir auch von Deinem Steuerberater auf Knopfdruck zur Verfügung gestellt werden kann, verrät Dir, WARUM sich Dein Konto in die eine oder andere Richtung verändert hat.

Anders als beim „Management by Kontostand“, zu dem viele Unternehmer immer wieder neigen, wenn sie einfach den Gesamtkontostand anschauen, kannst Du hieraus ablesen, ob der erwirtschaftete Gewinn (vgl. mit Deiner BWA) auch tatsächlich auf Deinem Konto ankommt. Und hierauf kommt es ja letztlich an.

Deine Cash-Flow-Rechnung ist in drei Teile aufgeteilt:

  • Operativer Cash-Flow: Dieser verrät Dir, wie sich Dein Geschäftskonto aufgrund Deines normalen Geschäftsalltags verändert hat. Für mich ist dies der mit Abstand wichtigste Wert, den Du unbedingt kennen solltest.

  • Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit: Dieser Cash-Flow verrät Dir wie stark sich das Konto verändert hat, weil Du zum Beispiel Kredite aufgenommen oder zurückgezahlt hast.
     
  • Cash Flow aus Investitionstätigkeit: Wenn Du Dinge (Büroausstattung, Maschinen, PKWs… ) kaufst oder verkaufst, dann fließt ebenfalls Geld vom oder auf Dein Geschäftskonto. Den Saldo aus Investitionen und Verkäufen kannst Du in diesem Cash-Flow ablesen.

Was ist das Problem mit dem Cash-Flow, wenn ein Unternehmen wächst?

  • Wachstum bedeutet, mehr Nachfrage bedienen zu können
  • dafür werden mehr Ressourcen benötigt, das bedeutet in der Regel, dass neue Mitarbeiter eingestellt und geführt werden dürfen
  • Neue Mitarbeiter verursachen mehr Kosten, sogar die fixen Kosten steigen erheblich
  • Dadurch wird Dein Unternehmen weniger flexibel, weil Du es in der Struktur nicht mehr so leicht an eine veränderte Nachfrage anpassen kannst
  • Während die monatlichen Kosten also steigen, lassen die Kundenzahlungen in manchen Fällen länger auf sich warten
  • Gerade wer große Kunden, wie zum Beispiel Konzerne betreut, wartet auf mehrere Monate auf die Bezahlung einer Rechnung
  • und genau das kann schnell zu einem Problem werden
  • Wenn die Bezahlung der eigenen Rechnungen sehr lange dauert und die gestiegenen Kosten, die Liquidität aufzufressen drohen.

Wie solltest Du vorgehen, um einen Cash-Flow-Engpass zu verhindern? Meine 5 Tipps

Tipp 1: Stell sicher, dass ein Teil des Problems nicht auch in Deinem Unternehmen liegt

  • Business-Dreieck - stimmen die Relationen und internen Prozesse
  • Wächst Dein Unternehmen wirklich gesund, weil die Wachstumsraten in % ....
  • Sorge in jedem Fall für einen effizienten und professionellen Rechnungsprozess und habe jederzeit einen aktuellen Liquiditätsplan zur Hand

Tipp 2: Lass die Personalkosten in einem vernünftigen Verhältnis zur Ertragsentwicklung wachsen

  • Konkret schau Dir die Entwicklung Deines Rohertrags an
  • Bilde die Relation aus der Summe von Personalkosten + Werbung / Rohertrag
  • Lass dieses Verhältnis niemals größer als 55% werden
  • inkl. Privatentnahmen und Personalkosten ähnlichem Aufwand

Tipp 3: Verhandle die Zahlungskonditionen neu

  • für Deine Ausgangsrechnungen, aber auch Eingangsrechnungen - stimme beide Seiten möglichst gut aufeinander ab
  • Versuche Akontozahlungen oder frühzeitige Teilzahlungen einzubauen
  • evtl. kann Skonto-Angebot eine reizvolle Alternative sein
  • IDEAL ist das Apple-Prinzip: Verhandle die Zahlungen Deiner Kunden so, dass sie früher zahlen werden, als Du Deine Rechnungen zahlen wirst
  • Problem: Wer mit großen Konzernen arbeitet, spielt i.d.R. das David gegen Goliath-Spiel. Die eigenen AGBs werden nicht akzeptiert und die Vertragsbedingungen werden vorgegeben

Tipp 4: Hab' mehrere Eisen im Feuer

  • Sorge für einen guten Kundenmix. Kein Kunde sollte mehr als 20% des Gesamtumsatzes verantworten
  • Versuch möglichst viele kleinere Unternehmen (zusätzlich) zu gewinnen, die Deine Zahlungsbedingungen dann auch akzeptieren (Punkt 3)
  • Manchmal reicht eine kleine Anpassung des eigenen Angebots, um neue Zielgruppen zu erschließen
  • Vielleicht bieten digitale Prozesse neue / andere Möglichkeiten
  • Es geht in diesem Punkt schlicht darum, dass Du alternative Zahlungsströme in Deinem Business etablierst, die ausreichen, um das langsame Zahlungsverhalten großer Konzerne auszugleichen

Tipp 5: Nutze Factoring

  • Auch für ganz kleine Unternehmen kann Factoring eine sehr gute Option sein
  • Gegen einen kleinen Prozentsatz Deiner Marge, wirst Du das Problem sehr schnell los
  • Du erhältst vom Factorer umgehend Dein Geld und bist so auf der sicheren Seite
  • Klar gibst Du einen Teil Deines Gewinns, den Du ohne den Factorer machen würdest ab. Aber steht dieser Teil in Relation zum Insolvenzrisiko?
  • Höre gerne in die Folge 61 rein, wo ich mich mit Matthias Dörsam genau über dieses Thema unterhalte
  • Dies kannst und solltest Du mit den anderen 4 Punkten kombinieren und so steht einem finanziell stabilen Wachstum nichts im Wege

Das waren 5 Tipps, die Dir helfen werden, finanziell stabil und vielleicht sogar sehr schnell unternehmerisch zu wachsen. Ich hoffe, da war etwas für Euch lieber Matthias Gally und Holger Bernd dabei. Gebt mir gerne mal Feedback, inwiefern diese Tipps in Eurer konkreten Situation hilfreich sind.

bleib' erfolgreich!

Jörg Roos

Ich unterstütze Solo-Selbständige & Geschäftsführer kleinerer Unternehmen, die ihre Finanzen verstehen und Geldprobleme vermeiden wollen. Mit Bauchgefühl und den eigenen Zahlen schaffen wir die perfekte Entscheidungsbasis und ermöglichen so ein finanziell stabiles Unternehmen, das auch für Krisenzeiten gewappnet ist.

Last Updated on 4. Mai 2021 by Jörg


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