Warum Du Deine BWA auch einfach wegschmeißen kannst

Folge 06:

Warum Du Deine BWA auch einfach wegschmeißen kannst

Ich tippe jetzt mal.

Auch Dein Steuerberater schickt dir Monat für Monat eine E-Mail oder einen großen Briefumschlag, auf den Du Dich ganz besonders freust. Darin befindet sich nämlich Deine BWA des letzten Monats.

Was die BWA eigentlich genau ist und warum Du diese E-Mail oder den Briefumschlag gerne auch einfach wegschmeißen kannst, das verrate ich Dir in dieser 6. Folge des „Zahlen im Griff Crashkurses“.

Deine BWA, was ist denn das jetzt überhaupt?

Zunächst mal, BWA steht für betriebswirtschaftliche Auswertung und ist am Ende nichts anderes als der Ergebnisbericht, der die Einzahlungen und Auszahlungen des zurückliegenden Monats berücksichtigt.

Normalerweise bekommst Du diesen Ergebnisbericht von Deinem Steuerberater. Der erstellt Deine BWA in erster Regel als Grundlage für die Steuerberechnung am Jahresende. Denn auch Du hast wahrscheinlich Deinen Steuerberater damit beauftragt, den Jahresabschluss zu erstellen und auch die Steuern ordnungsgemäß abzuführen.

Das sollte dann auch Deine primäre Erwartungshaltung an Deinen Steuerberater sein.

Entsprechend stellt er die BWA auf und sozusagen als Service bietet er Dir auch eine „BWA out of the box“ (so nenne ich diese gerne) unterjährig. Damit meine ich, dass er Dir eine BWA schickt, die er einfach aus seinem System zieht – ohne irgendwelchen besonderen Gehirnschmalz in die monatliche BWA zu stecken.

Diesen „Gehirnschmalz“ darfst Du von ihm eigentlich nur dann erwarten, wenn ihr eine konkrete Vereinbarung diesbezüglich habt.

Übrigens: Manchmal wird die BWA auch Einnahmeüberschussrechnung genannt. Du darfst beide Begriffe als Synonym benutzen. Denn im Grunde beschreiben sie Beide dasselbe. Die Unterschiede sind eher marginal und gehören somit nicht in diesen Crashkurs.

Jetzt ist es für Dich sehr wichtig zu wissen, dass Deine BWA nach dem Zu- beziehungsweise Abflussprinzip erstellt wird und das Ziel verfolgt einen Gewinn oder Verlust festzustellen.

Warum Deine BWA ziemlich sportlich ist

Das heißt, Du darfst Dir diese BWA vorstellen, wie eine Tabelle beim Sport.

Ich weiß nicht, welchen Sport Du vielleicht magst, ob das jetzt ein Mannschaftssport wie Fußball ist, oder andere Sportarten. Jedenfalls gibt es in jeder Sportart eine Tabelle oder Ergebnisberichte bzw. Ergebnislisten. Hier findet der Sportler, wie seine Leistungen zu bewerten sind.

Und genau das zeigt Dir eben Deine BWA für Dein Business. Zumindest sollte sie das.

Ganz wichtig dabei ist, dass alle Werte einer BWA NETTO, also exklusive der Umsatzsteuer, dargestellt werden.

Der Aufbau Deiner BWA

Bevor ich zu dem Zu- und Abflussprinzip komme, möchte ich Dir noch mitgeben, wie Deine BWA grundsätzlich aufgebaut ist.

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Ordnungsprinzipien. Hier in Deutschland wird ganz häufig das sogenannte Gesamtkostenverfahren angewendet, nachdem die betriebswirtschaftliche Auswertung strukturiert wird.

Nur damit Du den Begriff mal gehört hast: Die Alternative zum Gesamtkostenverfahren heißt Umsatzkostenverfahren. Da dieses in Deutschland eher wenig benutzt wird, blenden wir die Unterschiede hier im Crashkurs einfach mal aus und konzentrieren uns auf das Gesamtkostenverfahren (GKV).

Nach dem GKV fängt eine BWA oben mit dem Umsatz an, und zwar mit dem Nettoumsatz, also ohne Steuern.

Dann kommen manchmal noch diese Rabatte, Skonti dazu, bis es dann wirklich zu dem Erlös kommt, den Du von Deinem Kunden aufs Konto überwiesen bekommen hast.

Wenn Du einen Handel als Business betreibst, dann folgt nun eine Position Materialkosten, wo also genau die Kosten drin sind, die Du brauchst, um Dein Produkt verkaufen zu können, also die produktebezogenen Kosten, die Du dann Deinem Kunden mit einem Gewinnaufschlag in Rechnung stellst.

Dann gibt es meistens eine Zwischensumme, die nennt sich dann Rohertrag, die genau das Verhältnis zwischen dem Umsatz, den du erwirtschaftet hast, und diesen Materialkosten misst.

Danach kommen Abschreibungen, sonstiger betrieblicher Ertrag und dann kommen die ganzen anderen Kosten, die anfallen, um Dein Business grundsätzlich aufrecht zu halten. Dazu gehören z-B. Miete, Werbung, Computer, Telefon etc.

Danach folgt dann eine ganz zentrale Gewinngröße, nämlich das operative Ergebnis. Hier werden also vom Rohertrag alle o.g. Kosten abgezogen.

Danach kommen dann noch Zinsen und Steuern und zum Schluss wird der sogenannte  Bilanzgewinn ausgewiesen, der manchmal auch als Gesamtgewinn bezeichnet wird.

Was ist so schlecht an der „BWA out oft he box“?

Jetzt lass uns aber mal schauen, warum solltest Du die BWA eigentlich wegschmeißen?

Naja, ich bin ganz ehrlich. Ich meine natürlich speziell die BWA’s, die Dir innerhalb des Jahres zur Verfügung gestellt werden. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Dein Steuerberater schon einen sehr guten Job macht und Dir Deine BWA zum Jahresende auch vernünftig aufstellt.

Innerhalb des Jahres ist das aber häufig so eine Sache. Denn ganz häufig fehlen hier ein paar Positionen.

Das eine sind Abschreibungen, über die wir in der letzten Folge gesprochen haben. Ganz häufig werden Abschreibungen nur am Jahresende einmal gebucht. Damit wird der Gewinnausweis, wie Du gelernt hast, innerhalb des Jahres aber deutlich höher ausfallen, als er eigentlich richtig wäre.

Oder auch unregelmäßige Zahlungen wie für Versicherungen, die nur einmal im Jahr anfallen oder Vereinsbeiträge. Das kann jetzt auch eine KFZ-Versicherung für Deinen Porsche sein, oder eben die KFZ-Steuer. Genauso können wir aber die Zahlung der Prämie für Deine Betriebshaftpflichtversicherung als Beispiel nehmen.

Alles Dinge, die häufig nur einmal im Jahr, oder von mir aus auch quartärlich überwiesen werden, aber in der Regel eben nicht monatlich.

Da Deine Monats-BWA nach dem Zu- oder Abflussprinzip erstellt wird, kommt es häufig vor, dass diese Werte eben fehlen. Das ist ja doof.

Was ist das Zu- oder Abflussprinzip denn nun?

Zu- oder Abflussprinzip meint eigentlich nichts anderes, dass genau die Positionen bei der Aufstellung der BWA berücksichtigt werden, die innerhalb eines Monats auf Deinem Geschäftskonto als Geld zu- oder abgeflossen sind. Es wird also geschaut, was hast Du an Kosten dort verursacht und somit als Geld vom Konto abgeflossen und was ist zugeflossen, weil Dir Deine Kunden Geld überwiesen haben.

Es geht also nur darum, wie viele Einzahlungen, wie viele Auszahlungen sind tatsächlich vorgenommen worden.

Wenn Du jetzt mal überlegst, vielleicht auch an Deinen privaten Kontoauszug denkst, wie häufig passiert das, dass eine Buchung, die eigentlich am ersten stattfinden soll, schon am 28. passiert oder eine Buchung, die eigentlich 28. sein soll, erst am 2. passiert.

Das ist im privaten Umfeld völlig egal. Wenn Du jetzt aber ein betriebliches Monatsergebnis haben möchtest, dann fehlt Dir auf einmal der Betrag, oder er ist doppelt berücksichtigt.

Denn wenn am 28. etwas abgebucht werden soll und es wird aber am 1. oder 2. abgebucht und dann zusätzlich noch am 28., dann hast Du es in diesem Monat doppelt drin und in einem anderen Monat gar nicht.

Doof, oder? Denn damit ist die BWA innerhalb des Jahres schwierig zu lesen – um es mal freundlich zu formulieren.

Das kann Deine BWA auch nicht

Außerdem, wenn Du die BWA als einzigen Bericht nimmst, hast Du einen ausschließlichen Fokus auf den kurzfristigen Erfolg.

Als Unternehmer, als Selbstständige, sind wir doch vor allem am langfristigen Erfolg interessiert. Diesen kann eine BWA gar nicht abbilden. Hier fehlt es also an der notwendigen Perspektive.

Die BWA kann immer nur das laufende Geschäftsjahr abbilden.

Es wird keinerlei Aussage darüber getroffen, wie es insgesamt fürs Unternehmen aussieht – also über alle Geschäftsjahre, die Dein Business „erlebt“ hat.

Auch doof!

Deswegen sage ich auch, speziell innerhalb des Jahres, schmeiß die BWA weg, so wie sie out of the box bei Dir ankommt.

Sie bringt Dich ja ohnehin nicht wirklich weiter.

Was ist die Lösung?

Die Lösung ist, tja, wie soll ich das sagen, das Trio Infernale oder wie ich es gerne nenne, das Trio der Magie. Ein Triumvirat, könnte man auch sagen.

Nein, Spaß beiseite.

Was ich damit meine​ ist das Zusammenspiel zwischen einer GuV, einer Bilanz und einer Cashflow-Rechnung.

Dort werden nicht nur genau diese Schwachstellen, die wir gerade herausgearbeitet haben, berücksichtigt und neutralisiert, sondern wir haben auch die unterschiedlichen Perspektiven drin.

Was das genau ist und worauf Du achten solltest und warum Du überhaupt auch als Selbstständiger Dich mit solchen Themen auseinandersetzen darfst, das verrate ich Dir in der 7. Folge des „Zahlen im Griff Crashkurses“.

​​​​Bleib erfolgreich!

Der perfekte Einstieg für Selbstständige und Unternehmer:

Wie Du Schritt für Schritt 
Deine Zahlen in den Griff bekommst!

In diesem 7-teiligen Online-Kurs lernst Du, wie Dir Deine Zahlen helfen können, Dein Business dauerhaft erfolgreich zu machen. Kein theoretisches BLUBB-BLUBB, sondern direkt umsetzbare Tipps & Infos aus der Praxis. In unterhaltsamer Form werde Ich Dir die Inhalte anbieten. Zusätzlich stelle ich Dir passende Fragen und Aufgaben, die Dich direkt ins Handeln bringen. Und im abschließenden Gespräch beantworte ich dann gerne Deine Fragen - so profitierst Du dauerhaft und garantiert!

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?

>
Soll ich Dir zeigen, wie Du Schritt für Schritt Deine Zahlen in den Griff bekommst?