Kosten oder Investition? Der kleine aber feine Unterschied....

Folge 03:

Kosten oder Investition? Der kleine aber feine Unterschied, den Du unbedingt kennen solltest

Boah, ich habe richtig Kohle investiert und ein tollen Konferenzraum für uns reserviert. Die Kosten für die neuen Büroräume betragen 175.000 Euro.

Es gibt Begriffe in der BWL, die werden wie selbstverständlich benutzt, aber nicht jeder weiß wirklich, was damit überhaupt gemeint ist.

In dieser 3. Folge des „Zahlen im Griff Crashkurses“ geht es um das Begriffspärchen Kosten und Investition.

Wetten, dass du es nach dieser Folge nicht mehr verwechselst? Los! Starten wir durch.

Investition – was ist das eigentlich?

Lass uns doch vielleicht mal mit dem Begriff „Investition“ anfangen.

Also zunächst mal: Eine Investition sind Ausgaben. (Wir müssen Kohle raushauen, das ist klar.)

Aber der springende Punkt ist:

​Wir geben ​Kohle für einen Gegenwert​ aus, der uns in unserem Unternehmen dann länger zur Verfügung steht.

Kannst du dich an das Intro und die Aussage zu den Büroräume erinnern?

Sofern du diese eben gekauft hast und von mir aus auch finanziert hast, dann ist das eine Investition. Weil, die Büroräume stehen uns, bzw. unserem Business ​langfristig zur Verfügung. Klaro, oder?

In ​Folge 2 haben wir uns über den Umsatz unterhalten haben.

Da haben wir ​das Auto verkauft und haben gesagt, das sind sonstige betriebliche Einnahmen. Du erinnerst dich.

Wenn Du jetzt ein neues Auto kaufst und weil es bei dir gerade besonders gut läuft, kaufst Du Dir einen Porsche, dann ist das auch eine Investition. Ob nun ein Porsche als betriebsnotwendig vom Finanzamt eingestuft wird, oder nicht wollen wir jetzt einfach mal vernachlässigen.

Okay, Du kaufst Dir also einen Porsche und dieses Auto wird jetzt Betriebsvermögen.

Weiter nehmen wir an, Dein Finanzbeamter winkt das Ganze durch, dann ist das eine „betriebsnotwendige Investition“ und darf somit als Vermögen in Deiner Bilanz aufgeführt werden.

Für eine Investition ist es also wichtig, dass der Gegenwert Deinem Unternehmen langfristig zur Verfügung steht. Jetzt mal so grobe Daumenregel, das sind so 3 Jahre.

Vermögensgegenstand – was hat das mit Investitionen zu tun?

Damit du den Begriff gehört hast, langfristiges Vermögen wird häufig dann auch als Anlagevermögen bezeichnet und das wird ​über die Nutzungsdauer sogenannt abgeschrieben.

Also Du hast einen Vermögensgegenstand, der wandert ins Anlagevermögen, ins Betriebsvermögen Deines Unternehmens, und dann gibt‘s eine sogenannte Nutzungsdauer.

Da ist es jetzt wichtig: für diese Nutzungsdauer gibt es sogenannte Steuertabellen, ​in der die Dauer jeweils vorgeschrieben ist. ​Über die vorgeschrienene Zeit ​wird das Ganze ​abgeschrieben.

Mehr zur Abschreibung machen wir in der nächsten Folge.

Für den Moment soll das erst mal reichen.

Also eine Investition sind Ausgaben, die für einen Gegenstand anfallen und der langfristig im Unternehmen bleibt und dort für Dein Business genutzt wird.

Was sind ​Kosten?

Kosten sind Ausgaben für Gegenwerte, aber diese stehen dem Unternehmen in der Regel nur sehr kurzfristig zur Verfügung.

Wenn ​Du Dich jetzt beispielsweise an die angemieteten Konferenzräume von oben ​erinnerst, dann sind diese nicht dauerhaft in Deinem Unternehmen, sondern genau für dieses eine Event, genau für dieses eine Meeting und dann hast Du sie auch nicht mehr - Du hast keinen Anspruch mehr darauf.

Oder nehmen wir uns den Porsche wieder ​her.

Wenn du ​Benzinkosten hast, oder Versicherungsbeiträge, oder Ausgaben für die Autowäsche - all dieses sind Ausgaben, aber sie sind eher vom Charakter flüchtig.

Sie sorgen nicht für einen dauerhaften Werterhalt und entsprechend sind sie als Kosten in Deiner BWA oder in Deiner GuV zu berücksichtigen.

​Um die Begriffe, die die kurzfristige Erfolgsrechnung ​behandeln, kümmern wir uns ​später auch nochmal.

Um ​Dein Business ​gezielt steuern zu können, solltest Du nicht nur die beiden Begriffe Kosten und Investition auseinanderhalten, sondern innerhalb der Kosten noch zwei weitere Begriffspärchen kennen.

Fixe und variable Kosten

Dieses Begriffspärchen brauchst Du, wenn Du zum Beispiel die Kostenentwicklung in deinem Business prognostizieren ​​möchtest, wenn Du also ​eine Szenario-Rechnung ​erstellen möchtest.

Im Rahmen einer Szenario-Rechnung stellst Du Dich ​beispielsweise der Frage, wie sich Deine Kosten wohl verändern, wenn sich Dein Umsatz ​verdoppelt. Nicht alle Kosten verdoppeln sich ​dann ​automatisch (z.B. die Miete), andere aber vielleicht schon (z.B. Werbekosten).

Fixe Kosten

Fixe Kosten sind dabei Kosten, die völlig unabhängig von der Verbrauchsmenge entstehen und auch vertraglich gebunden sind.

​Zum Beispiel, um beim Auto​ zu bleiben, der Versicherungsbeitrag. Das ​sind ​definitv Fixkosten​, genau so wie die KFZ-Steuer. ​Ebenso wie die Miete für Büroräume. ​

Variable Kosten

Variable Kosten hingegen ändern sich und schwanken mit der Verbrauchsmenge.

Das könnte jetzt bei deinem Auto das Benzin ​sein. Je mehr Du fährst, desto mehr Benzin verbrauchst Du und desto höher sind Deine Ausgaben dafür.

Andere variable Kosten, die in Deinem Business häufig anfallen, könnten ​zum Beispiel Reisekosten ​sein.

Das ist also dieses Begriffspärchen fixe und variable Kosten.

Einzel- & Gemeinkosten – die gar nicht gemein sind 😊

Das zweite Begriffspärchen, das ich dir innerhalb des Kostenblocks gerne noch mitgeben möchte, sind die Einzel- und die Gemeinkosten.

Gemeinkosten sind nicht wirklich gemein, da geht es um etwas anderes.

Dieses Begriffspärchen ist für Dich wichtig, wenn Du Kosten oder den Ergebnisbeitrag eines bestimmten Gegenstandes, Objektes ​oder Bereichs ermitteln möchtest.

Dann stellst Du Dir die Frage, egal ob bewusst, oder unbewusst:

Sind das Einzelkosten?

Einzelkosten sind es ​dann, wenn deine Kosten direkt dem Objekt, Gegenstand, Bereich zurechenbar sind.

Oder sind es Gemeinkosten?

​Gemeinkosten sind nicht direkt zuzurech​enbar und meistens muss dann geschlüsselt werden.

Lass uns ein Beispiel machen.

Die Benzinkosten, Autoversicherung oder die KFZ-Steuern, das sind ganz sicher sogenannte Einzelkosten. Die kannst du ganz genau Deinem Auto zurechnen. Du weißt ganz genau, ​wie viel Dich Dein Porsche kostet.

Die Reisekosten, die Du für irgendein Weiterbildungs-Event auf Dich nimmst, sind auch direkt zurechenbar.

Anders wird es aber, wenn Du zum Beispiel mehrere Autos hast und ​die Miete für eine Garage anfällt. Vielleicht besitzt Du nicht nur einen Porsche, sondern hast noch andere chique Autos in Deinem „car-pool“. Egal welche, wir nehmen an, dass sie alle in einer Garage stehen, die Du angemietet hast.

Dann sind die Mietkosten eben Gemeinkosten.

Oder die Bahncard, die Du Dir kaufst und dann für mehrere Geschäftsreisen ​nutzen kannst. Keinesfalls könntest Du diese BahnCard ​einer bestimmten Geschäftsreise direkt zurechnen. Deswegen wären das auch Gemeinkosten, die Du entsprechend ​aufschlüsseln müsstest.

In ​disem Fall beispielsweise durch die Anzahl der Reisen.

Das ist also ein Begriffspärchen, das du immer mal wieder in der Analyse Deiner Zahlen brauchst.

Das solltest Du unbedingt mitnehmen

Wenn Du ​aktiv mit Deinen Zahlen arbeitest, ist es wichtig diese Begriffspärchen auseinander zu halten.

Bleibt also der Vermögensgegenstand langfristig im Unternehmen, ist es eine Investition und wird über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Ansonsten sind es Kosten, weil es eher flüchtige Kosten sind.

Dort dann die Einzel- und Gemeinkosten, wenn es um die Zurechnung von Kosten geht oder die fixen und variablen Kosten, wenn es ​um eine Prognose ​geht.

Ist doch ganz einfach, oder?

Bleib' erfolgreich!

Dein Jörg​

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