Umsatz – Was ist das? Und was nicht?

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Kennst Du das? Wenn Du mit jemandem über Dein Business redest, kommt ziemlich schnell die Frage: 

Und, was machen die Umsätze?

Aber was ist denn jetzt eigentlich Umsatz? Und fast noch viel spannender, was ist es nicht? Das klären wir jetzt in dieser 2. Folge Deines „Zahlen im Griff Crashkurses“.

Let's go!

Umsatz – das sind doch meine Einnahmen, oder?

Grundsätzlich ist es doch so: Du weißt natürlich, dass es in Deinem Business darum geht, dass Deine Einnahmen größer sein sollten, als Deine Ausgaben.

Logisch! Denn sonst machst Du keinen Gewinn.

Aber ist Dir auch klar, dass NICHT all Deine Einnahmen automatisch Umsatz sind? Also Einnahmen sind all das, was aus irgendwelchen Gründen auf Deinem Bankkonto eingezahlt wird. Aber nur ein Teil davon ist auch Umsatz!

Denn die Einnahmen teilen sich nämlich auf in

  • den Umsatz und
  • die sonstigen betrieblichen Einnahmen.

Dieser Unterschied ist ganz wichtig, nicht nur, weil Du auch eine Umsatzsteuer abzuführen hast.

Also, was ist jetzt Umsatz?

Nun, wenn Du durchs Netz surfst, wirst du 1.000 verschiedene Definitionen finden.

Ich finde, man kann sich Folgendes ganz gut so merken:

„Umsatz ist der Teil Deiner Einnahmen,
den du in Deinem Business durch den regelmäßigen Verkauf
von Waren oder Dienstleistungen erwirtschaftest.“

Das heißt, Umsatz ist der Gegenwert der Leistung, die Du für Deinen Kunden erbringst und wofür Du entsprechend eine Rechnung stellst.

Es ist also wichtig, dass Du den Geschäftszweck kennst und diesen im Auge hast.

Dazu gleich mal ein Beispiel. Im Einzelfall kann es nämlich zu Irritationen kommen.

Je nach Geschäftszweck, kann zum Beispiel eine Einnahme aus Vermietung und Verpachtung, oder sogar auch eine Zinseinnahme, bei dem einen Unternehmer Umsatz bedeuten, bei dem anderen Unternehmer eben nicht.

Du musst also Deinen Geschäftszweck klar definieren.

Was ist Dein Geschäftszweck?

Ist Dein Geschäftszweck, dass Du Makler bist und Du davon lebst etwas zu vermieten, oder zu verpachten?

Dann wird die Mieteinnahme Umsatz sein.

Wenn Du beispielsweise Coach, Trainer oder Berater bist und zusätzlich ein Bürogebäude vermietest, deren Gegenwert dem Betriebsvermögen zugeordnet ist, dann sind die Mieteinnahmen trotzdem kein Umsatz, sondern sonstige betriebliche Einnahme.

Was heißt das jetzt also konkret?

Was ist kein Umsatz?

Alles, was du einnimmst, aber nicht dem Geschäftszweck dient.

Nehmen wir an, Du verkaufst als Coach, Trainer oder Berater Dein Auto.

Das Auto ist vielleicht ein betriebsnotwendiger Vermögensgegenstand - so nennt man Gegenstände, die Teil Deines Betriebsvermögens sind. Du brauchst diese Vermögensgegenstände um Dein Business betreiben zu können und wenn Du bilanzierungspflichtig bist, wird der Wert dieses Gegenstands in der AKTVA, also der Vermögensseite auftauchen.

Weil dem so ist, darfst Du die Kosten, die Dein Auto verursacht auch gewinnmindernd in Dein Business einbringen. Man spricht dann auch von „absetzen“, weil Du durch die Minderung des Gewinns eben auch Deine Steuerlast minderst.

Wenn du dieses Auto jetzt aber verkaufst und eben Coach und kein Autohändler bist, dann ist der Verkaufserlös ganz sicher kein Umsatz.

Dann ist das zwar eine Einnahme, aber die würde man dann als sogenannten sonstigen betrieblichen Ertrag / Einnahme buchen.

Das ist doch relativ eingängig.
Oder?

Wenn du jetzt als Coach, Trainer oder Berater jedoch einen Kunden hast, für den Du eine Dienstleistung erbringst, weil Du vielleicht ein Problem gelöst hast, den Kunden von A nach B geführt hast und schreibst dafür eine entsprechende Rechnung, dann ist das Umsatz. Und damit auch umsatzsteuerpflichtig.

Damit das ein für alle Mal klar ist!

Oft erlebe ich, dass dies von einigen Selbstständigen verwechselt wird und deshalb möchte ich es an dieser Stelle noch einmal ganz klar sagen:

„Umsatz ist nicht gleich Gewinn!“

Gewinn ist das, was du hast, wenn du vom Umsatz deine (betrieblichen) Kosten abgezogen hast.

Das, was überbleibt, das ist am Ende der Gewinn.

Aber was genau sind Deine Kosten? 

Da haben wir nämlich noch die Investitionen und ich erlebe es immer mal wieder, dass auch dieses Begriffspärchen gerne mal durcheinander gehauen wird. Wo ist der Unterschied zwischen Kosten und Investition? Diesen kleinen, aber feinen Unterschied, solltest Du unbedingt kennen, denn sonst könntest Du viel Geld verschenken.

Und genau darum kümmern wir uns in der 3. Folge dieses „Zahlen im Griff Crashkurses“.

bleib' erfolgreich!

Jörg Roos

Ich unterstütze Solo-Selbständige & Geschäftsführer kleinerer Unternehmen, die ihre Finanzen verstehen und Geldprobleme vermeiden wollen. Mit Bauchgefühl und den eigenen Zahlen schaffen wir die perfekte Entscheidungsbasis und ermöglichen so ein finanziell stabiles Unternehmen, das auch für Krisenzeiten gewappnet ist.

Last Updated on 16. November 2021 by Jörg


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  • Ich weiß nicht ob sie Fragen beantworten in den Kommentaren aber ich versuche es mal. Ich hab Anfang letzten Jahres genau im Februar ein Unternehmen gegründet das der Kleinunternehmer Regelung unterliegt und ich und das ganze als Nebenerwerb mache. Ich stehe nun an einem Punkt wo ich höchstwahrscheinlich einen Fehler gemacht habe. Mein Unternehmen ist im PC Dienstleistungs Sektor zugehörig. Ich baue auf Kundenwunsch PCs im Privaten Bereich. Dazu gehört es dem Kunden ein Angebot zu unterbreiten, und diesem anschließend bei Auftragserteilung ein Rechnung zu stellen. Und das liegt der Haken. Ein PC die meistens im Gaming Bereich Liegen Kosten im Schnitt 2000€. Also der Kunde bekommt dann zb. Eine Rechnung von 2000€ enthalten ist hier meine Dienstleistungen im Schnitt je nach System 100-135 diese Pauschale ist für den Bau des System. Weiter enthalten ist Versand und Verpackung. Der Rest wird verwendet um das Material zu kaufen. Sind dann diese 2000€ mein Umsatz? Oder muss ich das anders Rechnen,weil eigentlich meine Dienstleistungen nicht im Verkauf der Hardware liegt sondern im Zusammenbau.

    • Hi Christopher,

      ja, so wie du das beschreibst, sind die 2000 EUR Umsatz und der Rest ist Wareneinsatz.. Wenn du die Komponenten für den PC einkaufst, zusammenbaust und dem Kunden dann den fertigen PC lieferst – dann würde ich da so mitgehen

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