Warum Dein working capital das Verkaufen ersetzen kann

Working Capital: Wie Dein Kontostand wächst, ohne das Du mehr verkaufen musst!

Ich denke, dass so ziemlich jeder Unternehmer das Ziel hat, mit seinem Business möglichst viel Geld zu verdienen. Geld verdienen bedeutet dann für viele in erster Linie, dass hohe Umsätze erzielt werden müssen. Und gerade in unserer westlichen Gesellschaft ist es „normal“, dass der Umsatz von Jahr zu Jahr steigen soll. Gerade wenn es darum geht, möglichst viel Geld auf das eigene Konto zu bekommen, ist aber die Umsatzsteigerung garantiert nicht der einzige Weg, den Du im Blick haben solltest. Die Kapitalausstattung auf Deinem Geschäftskonto kannst Du auch über andere Maßnahmen entscheidend verbessern. Leider werden diese Maßnahmen häufig vernachlässigt, daher ist es gut, dass Du diesen Artikel liest.

Warum ist ein guter Kontostand überhaupt so wichtig?

Immer mal wieder begegne ich Unternehmern, denen Geld gar nicht sooo wichtig erscheint. Klar, sie wollen alle von Ihrem Business leben können, aber das bedeutet ja nicht, dass man „Geld scheffeln“ zum Unternehmensziel erklären muss.

Ja, ich kann das wirklich nachvollziehen. Zumindest auf der einen Seite. Ich finde, es ist ein schöner Gedanke, wenn ein Unternehmer / eine Unternehmerin für „höhere“ Themen als der schnöde Mammon steht. Irgendwie geht mir diese Denkweise zu weit unter in vielen Diskussionen.

Aber, wenn Du Dich entscheidest, aus Deiner Idee ein Business zu machen und entsprechend ein Unternehmen aufbaust, dann kommt das Geld nun mal unweigerlich ins Spiel.

No Way out!

Das gilt um so mehr, wenn Du andere Menschen in Deinem Unternehmen beschäftigst und somit auch Verantwortung für sie trägst. Aber auch, wenn Du „Einzelkämpfer“ bist, halt ich es für Deine PFLICHT, dass Du Dich darum kümmerst möglichst viel Geld auf Deinem Geschäftskonto anzuhäufen.

Warum?

Weil Du nur mit einer guten Liquiditätsausstattung im Rücken, auch mal eine Krise überstehen kannst, ohne dass Du direkt an die Substanz in Deinem Business ranmusst. Und eine Krise kommt, in vielen Fällen, von einem Tag auf den anderen und nicht selten, kannst Du als Unternehmer gar nichts dafür.

Trotzdem hängst Du plötzlich mittendrin im Schlamassel.

Wenn jetzt Deine Liquiditätsreserve nicht ausreicht, um die nächsten Monate schadlos zu überstehen, wirst Du mindestens Marktanteile verlieren. Denn es wird auch in Deiner Branche Wettbewerber geben, die eine gute Kapitalausstattung im Rücken haben. Mit dieser fahren sie das Business nur leicht angepasst weiter, während andere um die Existenz kämpfen und die eigenen Kosten „blind“ runterprügeln.

So weit, so klar. Doch die Antwort darauf lautet nicht:

„Um mein Unternehmen auf Krisenzeiten vorzubereiten, sehe ich zu, dass mein Unternehmen kontinuierlich wächst!“ Das bedeutet dann, dass jedes Jahr mehr Umsatz in EURO erwirtschaftet wird.

Zumindest ist es nicht die alleinige Antwort und schon gar nicht die einzig erfolgsversprechende.

Umsatz ist eine Ertragsgröße und diese findest Du bekanntlich in Deiner BWA / GuV wieder. Als kurzfristige Erfolgsrechnung, hat diese zum Ziel, den Gewinn / Verlust zu berichten, den Du in dem laufenden Geschäftsjahr erwirtschaftest. Aber als treuer Leser meines Blogs weißt Du ja:

Gewinn ist Theorie – Cash ist die Wahrheit!

Entscheidend ist, wieviel vom Gewinn am Ende auf Deinem Konto ankommt. Erinnerst Du Dich noch an den Artikel, wo ich Dich frage, ob Dein Business genug Gewinn abwirft

Jetzt ist die Frage, wie Du dafür sorgen kannst, dass Du diesen Gewinn in einen möglichst hohen Kontostand verwandelst. Und dabei hilft Dir das (ACHTUNG BWL-FACHHINESISCH): working capital Management.

Der Begriff „working capital“ meint das Kapital, dass Du in Deinem Unternehmen gebunden hast, Dir also nicht zur weiteren Verwendung zur Verfügung steht. Dieses Kapital liegt also nicht auf Deinem Geschäftskonto, sondern ist auf viele andere Konten Deiner Kunden & Lieferanten verteilt.

Ich rechne das für meine Kunden immer gerne aus und nicht selten kommt hier ein Betrag von mehr als 100 Tausend Euro heraus, der gerade auf anderen Konten und nicht auf dem eigenen Geschäftskonto liegt.

Wäre das für Dich ein relevanter Betrag?

Die 3 Säulen des „working-capital-Managements“

​Forderungen

Wenn Du Deinen Kunden eine Rechnung stellst, diese aber noch nicht bezahlt haben, hast Du eine sog. Forderung gegenüber Deinen Kunden. Ganz sicher kennst Du den Begriff „offene Rechnungen“. Genau diese sind damit gemeint.

Dein Ziel ist es, diesen Anteil an noch nicht bezahlten Rechnungen möglichst gering zu halten. Du möchtest also, dass Deine Kunden ihre Rechnungen möglichst schnell bezahlen. Stimmt’s?

Dafür ist es natürlich zunächst einmal wichtig, dass Du auch wirklich kurz nachdem Du Deine Leistung erbracht hast, auch die Rechnung schreibst und an Deinen Kunden sendest. Ich wundere mich immer wieder, wie viele Unternehmer hierfür Monate brauchen – und es dann sicher auch mal vergessen.

Ich gehe mal davon aus, dass Du sehr regelmäßig Deine Rechnungen stellst. Sonst hol‘ Dir dringend ein kostenloses „ZahlenGespräch“, wo wir über Deinen workflow reden können.  

Wenn Du aber die Rechnungen gestellt hast und Deine Kunden zahlen trotzdem nicht, dann kommt Dein Mahnwesen ins Spiel.

Du solltest für Dein Business unbedingt einen klar geregelten Mahnprozess haben. Erstelle ein paar Mustervorlagen für die erste und zweite Zahlungserinnerung und überlege Dir in welchem zeitlichen Rhythmus Du mahnen möchtest. Und dann zieh das unbedingt zu 100% durch. Auch ein Telefonat kann Wunder bewirken.

Deine Kunden merken das und nein, sie ärgern sich nicht über Deine Mahnung. Vielmehr fällt auf, dass Du sehr professionell vorgehst und immer freundlich und respektvoll bleibst. Mit solchen Geschäftspartnern arbeitet jeder gerne zusammen.

Du doch auch, oder?

Ganz fein aus dem Schneider bist Du übrigens, wenn Du Factoring für Dein Unternehmen einsetzt. Dabei verkaufst Du Deine Rechnungen an einen Partner, der den Gegenwert sofort bezahlt. Du bedankst Dich bei ihm mit einem kleinen prozentualen Abschlag und schon sind alle zufrieden. Hier ist so ein Angebot von meinem lieben Netzwerkpartner Matthias Dörsam, der Dir bei diesen Fragen sicher weiterhelfen wird.

​Verbindlichkeiten

​Die Verbindlichkeiten sind die Rechnungen, die Dir von Deinen Lieferanten gestellt werden und die Du entsprechend bezahlen darfst.

Im Grunde gilt hierfür dasselbe, wie ich Dir gerade zu den Forderungen erzählt habe. Nur irgendwie anders. 🙂

Denn es ist schon paradox. In gar nicht so seltenen Fällen, haben Unternehmen eine Quote offener Forderungen, die viele Tage groß ist und auf der anderen Seite begleichen diese Unternehmen die eigenen Rechnungen EXTREM schnell. Oft innerhalb von 1 - 3 Tagen.

Natürlich macht das bei Deinen Geschäftspartnern einen tollen Eindruck, wenn Du auch so vorgehen solltest. Aber Du verschenkst dabei viel Spielmasse auf Deinem Konto. Ich rede jetzt weniger von den Zinsen – die sind zurzeit ja eh eher irrelevant. Viel spannender ist halt die Spielmasse an sich. Da summieren sich die einzelnen Rechnungen sehr schnell.

Ich halte es für richtig, die Zahlungsziele auszunutzen, die Dir Dein Lieferant / der Rechnungssteller ja freiwillig einräumt. Dein Geschäftspartner wird Dich genauso schätzen. Weil Du eben immer (das ist wichtig) rechtzeitig die Rechnungen bezahlst und Du darfst mit dem Geld spielen.

Probiere es mal aus!

​Bestand / Vorräte

​Der dritte Posten im Bereich „working capital“ umfasst die Vorräte, die Du in Deiner Bilanz stehen hast. Das sind die Materialien / Komponenten, die Du benötigst um Deine Produkte erstellen zu können. Als reiner Dienstleister hast Du entsprechend in der Regel keine Vorräte.

Der Bestand ist immer wieder einer der größten Hebel. Denn allzu schnell legen wir uns etwas aufs Lager, von dem wir glauben, dass es wichtig werden könnte. Oder wir schätzen die Zukunft zu rosig ein und nutzen einen vermeintlich günstigen Einkaufspreis, oder vermuten, dass ein Material am Beschaffungsmarkt knapp werden könnte und machen uns das Lager voll.

Zugegeben, dass ist ein schwieriger Punkt, weil eben Dein Bauchgefühl zur zukünftigen Entwicklung mit ins Spiel kommt. Idealerweise, sorgst Du dafür, dass die Umschlagshäufigkeit Deines Warenbestands möglichst hoch ist. Das bedeutet, dass die Ware nicht lange in Deinem Lager liegt.

Führe am Besten eine permanente Inventur ein, so dass Du jederzeit weißt, welches Material in welcher Menge im Lager liegt. Dann überlege ggf. ob besondere Aktionen helfen können, einen „Lagerhüter“ loszuwerden.

Das ist übrigens auch deshalb wichtig, weil diese Lagerware nicht nur Dein Kapital bindet, sondern mit zunehmendem Alter ggf. auch Abschreibungen drohen und somit auch Dein Gewinn bedroht ist.

Hab‘ ein Auge auf diese 3 Punkte. Hier steckt in vielen kleineren Unternehmen wahnsinnig viel Geld versteckt. Fast immer wird dieser Punkt vom Unternehmer total unterschätzt.

Mach das besser und

Bleib‘ erfolgreich!

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