Was Du unbedingt über Deinen Steuerberater wissen solltest
Steuerberater

Was Du unbedingt über Deinen Steuerberater wissen solltest

Das hätte mein Steuerberater doch wissen müssen! Warum erzählt mir mein Steuerberater das denn nicht? Mit der Kohle, die ich meinem Steuerberater überweise, könnte ich besser ein Feuer machen - dann wäre es wenigstens warm in der Bude.

Viele Selbstständige mit denen ich in Kontakt komme, schimpfen so, oder ähnlich über ihren Steuerberater.

Du auch?

In diesem Artikel werde ich Dir verraten, was ich zu diesem Thema denke und mit welchen Erwartungen Du an eine Zusammenarbeit mit Deinem Steuerberater gehen solltest.

Lass uns doch zunächst mal klären, welche Aufgaben ein Steuerberater überhaupt für Dich übernehmen kann.

Dabei kann Dir Dein Steuerberater helfen

Es liegt ​auf der Hand, dass Dein Steuerberater bei der Auswahl und der Berechnung, sowie der Meldung der für Dich und Dein Business relevanten Steuerarten behilflich sein kann und sollte.

Wir haben bereits im Crashkurs in Folge 5 darüber gesprochen, welche Steuerarten das in der Regel für Dich sein sollten

  • Umsatzsteuer
  • Gewerbesteuer
  • Einkommenssteuer als private Steuer

Rund um diese Steuerarten, bieten viele Steuerberater verschiedene Dienstleistungen an, die Du ​entsprechend bei ihnen buchen kannst.

In aller Regel wird Dich Dein Steuerberater bei der Ermittlung der Finanzdaten, die zu einer Steuerzahlung führen, unterstützen. Da die Steuerberechnung einmal jährlich auf Basis des Jahresabschlusses erfolgt, steht der Jahresabschluss hierbei im Fokus.  

Es wäre sicher nicht falsch zu behaupten, dass die Aufstellung des Jahresabschlusses in vielen Fällen die Hauptaufgabe des Steuerberaters in der Zusammenarbeit mit seinen Mandanten ist. Im Rahmen dessen steht besonders die Ermittlung des Betriebsgewinns zum Ende des Geschäftsjahres im Zentrum der Arbeiten, da der Betriebsgewinn ​die Basis für die zu ermittelnde Steuerzahllast ist.

Diese Dienstleistungsform wird von den meisten Selbstständigen gebucht, denn somit wird sichergestellt, dass die an das Finanzamt zu übermittelnden Steuerdaten korrekt sind, und möglichst auch kein Ärger im Rahmen einer Betriebsprüfung droht.

Aber Dein Steuerberater kann Dich darüber hinaus natürlich auch noch weiter unterstützen.

Weitere (optionale) Service-Dienstleistungen Deines Steuerberaters

  • Übernahme der Buchhaltung inkl. Monatsabschluss: Nur weil Dir Dein Steuerberater jeden Monat eine BWA zuschickt, ist noch lange kein Monatsabschluss erstellt- Warum Du so eine „BWA out of he box“ auch einfach wegschmeißen kannst, verrate ich Dir hier

  • betriebswirtschaftliche Beratung: Wenn Du gerne eine echte Beurteilung Deiner Finanzsituation und Dir eine kontinuierliche betriebswirtschaftliche Beratung durch ihn wünscht, dann wirst Du dies in vielen Fällen optional dazu buchen können. Dies ist normalerweise nicht bei der Aufstellung des Jahresabschlusses enthalten (abgesehen von einem jährlichen Bilanzgespräch, ​bei dem Dein Steuerberater sicher auch genauer auf Deine Zahlen eingeht).

  • Unterstützung bei Rechtsstreitigkeiten: Es kann schon mal vorkommen, dass Du z.B. mit Deinem Finanzamt echte Probleme hast. Dann kann es zu Gerichtsverfahren kommen, ​bei denen Dein Steuerberater Dich dann ebenfalls unterstützen kann. Nicht ganz so dramatisch, aber trotzdem sicher wichtig, sind Betriebsprüfungen, ​bei denen Dir Dein Steuerberater in unterschiedlichen Formen wertvolle Dienste erweisen kann.

Wichtig! Prüfe unbedingt, womit Du Deinen Steuerberater wirklich beauftragt hast, bevor Du die nächste Schimpftirade loslässt. Denn jetzt mal Hand auf Herz: Würdest Du regelmäßig eine Dienstleistung erbringen, für die Dein Kunde Dich ​nicht bezahlt? Oder immer ein Produkt gratis dazulegen?

Wann brauchst du einen Steuerberater?

Ich bin der festen Meinung, wenn Du keine Ahnung von Finanzdaten und Steuern hast, dann suche Dir SOFORT mit Gründung Deines Unternehmens einen Steuerberater, dem Du wirklich vertraust.

Wenn Du Dich in der Thematik auskennst, oder vielleicht eine Freundin oder einen Freund hast, der Dich dabei unterstützen kann, so kannst Du auch erstmal ohne einen Steuerberater starten.

So habe ich es ja auch gemacht und ich rate Dir ​erneut über diese Thematik nachzudenken, wenn Du mit Deinem bilanzierungspflichtig wirst.

Was kostet eigentlich ein Steuerberater?

Die Kostenfrage soll durch die sog. Steuerberatergebührenordnung grundsätzlich geregelt werden. So zumindest die Theorie. 😊

Dazu wird in dieser Verordnung jeder Tätigkeit/Aufgabe ein Gebührenrahmen in 10-tel-Schritten zugeordnet. Fast immer gibt es hier aber eine Bandbreite, also z.B:

Tätigkeit XY  von 2/10 – 5/10

Grundlage für den tatsächlich von Dir zu zahlenden Preis ist immer der sog. Gegenstandswert, der sich an Deinem Betriebsgewinn orientiert. Also, hier wird dann geklärt, mit wieviel diese Zehntel (s.o.) multipliziert werden sollen, um den ​€-Betrag zu ermitteln, den Dein Steuerberater Dir in Rechnung stellt.

Dafür gibt es nun je nach Art der Aufgabe unterschiedliche Tabellen, an denen sich Deine Steuerberater ​orientieren soll. Hier werden die €-Beträge in 10/10 angegeben.

Folgend Tabellen stehen dabei zur Auswahl:

  • Tabelle A - Beratung
  • Tabelle B - Jahresabschluss
  • Tabelle C - Buchführung
  • Tabelle D - Landwirtschaft
  • Tabelle E - Rechtsbehelf

In der Praxis sieht es aber häufig so aus, dass die Rechnungsbeträge noch einen Aufschlag enthalten. Frag hierzu gerne einfach mal nach, denn Dein Steuerberater ist verpflichtet solche Aufschläge begründen zu können.

Lass uns die Sache mal rund machen.

Nehmen wir an, Du hast in Deinem Business einen Betriebsgewinn von 50.000 EUR erzielt und Deinen Steuerberater beauftragt Deinen Jahresabschluss aufzustellen. Wenn er sich nun an die Tabelle B der Steuerberatergebührenverodnung hält, so wirst Du Dich über eine Rechnung in Höhe von rund 450 EUR freuen dürfen. 😊

Was ist deine "Ersparnis"

Klar, Kosten sind ein wichtiges Kriterium. Aber jetzt mal unter uns Gebetsschwestern:

Wenn Du KEINEN Steuerberater beauftragst, was würde denn dann passieren? Dann müsstest Du diese Arbeiten alle selbst erledigen. Eventuell dürftest Du Dich erstmal in die Thematik einarbeiten und ganz viel Finanz-Fachwissen aufbauen.

Bedenke dabei, dass die Ausbildung zum Steuerberater locker 7-10 Jahre dauern kann und da schon viel Fachwissen vermittelt wird. Nun brauchst Du natürlich nicht das gesamte Wissen „nachlernen“, aber das es nicht mit 1-2 Stunden Online-Recherche getan ist, sollte dabei dann auch klar sein.

Also wirst Du recht viel Zeit in dieses Thema investieren. Zeit, die Du auch in Deine Tätigkeiten investieren könntest, wo Du jetzt schon richtig gut bist – und wahrscheinlich Dein Geld verdienst.

Meinst Du nicht auch, dass dies ein sinnvoller Ansatz ist, dass Du solche Themen besser outsourced? Das bedeutet ja nicht, dass Du Dich komplett aus den Zahlen herausziehen sollst. Aber Zahlen verstehen und Zahlen selbst aufstellen, so dass sie den Reglungen des HGBs und des Steuerrechts entsprechen – das sind nun mal zwei paar Schuhe.

Die Kostenfrage ist aber nicht nur eine Frage solcher “Opportunitätskosten". Nein, denn eine sinnvoll abgestimmte Zusammenarbeit kann Dir auch helfen, wirklich viel Geld zu sparen. Zum Beispiel, wenn eine Betriebsprüfung ansteht, oder wenn Du Deine Steuerzahllast durch strukturelle Änderungen in Deinem Business optimieren möchtest. 

Was mir hier noch wichtig ist

Egal wie gerechnet: Jede Ersparnis kann nur realisiert werden, wenn die Zusammenarbeit für beide Seiten Spaß macht. Wenn Du kein Vertrauen (mehr) hast, oder merkst, dass Du keine Lust auf die Zusammenarbeit hast, dann such Dir einen neuen Steuerberater, der Deinen Anforderungen entspricht.

Ein solcher Wechsel geht viel  einfacher und schneller, als man das vielleicht vermuten würde. Häufig werden die Salden per E-Mail versendet und die Steuerberater stimmen sich bzgl. des weiteren Vorgehens untereinander ab. Oft ist noch zu klären, wer ​den nächsten Jahresabschluss aufstellt, oder Themen in dieser Art.

In keinem Fall ist es sinnvoll, nur aus Sorge oder Angst vor einer zusätzlichen Arbeitsflut, bei Deinem Steuerberater zu bleiben, dem Du ihn eigentlich ​gar nicht mehr haben möchtest.

Wie sieht es mit Dir und Deinem Steuerberater aus? Bist Du zufrieden, oder was fehlt Dir? Ich freue mich auf Deine Antwort in den Kommentaren.

Bleib erfolgreich!

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