17 Möglichkeiten, wie Du als Controller abstürzt – und wie Du das verhindern kannst!

Endlich bist Du nun Controller. Nach erfolgreicher Suche hast Du nun den Job. Arbeitest Du in einem kleinen mittelständischen Unternehmen (KMU) oder aber in einem Konzern? Egal, auf jeden Fall möchtest Du etwas bewegen. Du steckst voller Tatendrang. Deine Controlling-Karriere soll jetzt richtig losgehen.

 

Cool, dann bitte ich Dich jetzt um 3 Dinge:

  1. Lies diesen Artikel sorgfältig weiter
  2. Hämmer Dir diese Punkte in Dein Hirn.

 

Sonst… ach, ich weiß ja. Du bist jetzt hellwach und liest sorgfältig:

 

Nur Du hast die einzig richtige Perspektive

Als Controller haben wir stets die Zahlen im Blick und wissen, wie der Hase wirklich läuft. Deshalb ist es auch gar nicht notwendig dem Vertrieb oder dem Marketing zuzuhören. Denn am Ende sind das alles Schaumschläger! Sie verstehen gar nicht, was für das Unternehmen wirklich wichtig ist. Deshalb darfst Du auch innerhalb eines Gesprächs Deinen Gesprächspartner immer wieder unterbrechen und Deine eigene Meinung zum Besten geben.

Besser: Betrachte die Themen auch immer mal wieder aus der Brille der anderen Fachbereiche!

Du machst Dir grundsätzlich keine Notizen

Wer sich Notizen macht, hat nichts im Kopf und wir Controller sind schlau. Als Controller bist Du es von der Uni her gewohnt, sich komplexe Sachverhalte zu merken. Außerdem lenkt das Aufschreiben parallel zum Zuhören ja eh nur ab. Und was sollst Du dann mit dem ganzen Papier später machen? Statt die Ablage abzuarbeiten, kannst Du lieber noch ein paar Excel-Formeln basteln. Außerdem hältst Du auf diese Weise Dein Gehirn in Schwung.

Besser: Mach Dir immer Notizen. Immer. Es ist erwiesen, dass Du dadurch mehr behalten und verstehen wirst. Vertrau mir einfach!

 

Wer nachfragt, verliert. Und Controller verlieren nicht 

Da wir Controller schlau sind, wie ein Fuchs, dürfen wir auch keine Schwäche zeigen. Wie käme es nur an, wenn Du in einem Meeting plötzlich nachfragst, nur weil Du etwas nicht verstanden hast? Außerdem wird das schon nicht so wichtig sein und Du möchtest ja auch den Fluss des Meetings nicht stören. Am Ende könntest Du Dich noch blamieren, weil alle anderen Teilnehmer den Sachverhalt kennen und nur deshalb nicht nachfragen.

Besser: Wenn Du etwas nicht verstehst, frag nach. Die Anderen trauen sich nur nicht.

Foto von: Jeff Sheldon
Foto von: Jeff Sheldon

Deine Meinung ist in Meetings nicht so wichtig

Als Controller hast Du darauf zu achten, dass die Zahlen des Unternehmens in Ordnung sind. Natürlich hast Du auch eine eigene Meinung, aber vom Business verstehst Du ja ohnehin nichts. Wenn Du jetzt in einem Meeting die eigene Meinung vertrittst, dann hältst Du das Meeting nur auf. Daher bist Du dankbar, dass Du zuhören und etwas lernen darfst.

Besser: Wenn Du etwas zu sagen hast, dann sag es. Solltest Du Dir unsicher sein, dann formuliere einfach eine Frage!

 

Du baust Reports und zwar so, wie es Dir gefällt

Das ist Deine Welt. Dein Hoheitsgebiet. Du weißt ja ja, was gut für das Unternehmen ist und kannst deshalb auch alle möglichen Reports produzieren. Wenn die anderen Fachbereiche nicht so verbohrt wären, dann würden sie auch mit Deinem Reporting arbeiten. Dass sie das nicht tun, ist ja nicht Dein Problem.  Schließlich kann man jedes erdenkliche Detail in Deinen Reports finden. Außerdem macht es Spaß, die Möglichkeiten von Excel auszureizen. Wenn Andere sich nur ein wenig für diese „Kunst“ interessieren würden…

Besser: Reports sollen dem Business helfen. Also, solltest Du auch regelmäßig prüfen, ob Deine Reports dies tun!

 

Reports brauchen kein besonderes Format. Wofür ein Drucklayout?

Wir sind ja hier nicht bei „Mal Dir was!“. Ein Controlling-Report soll die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens wiederspiegeln und keinen Schönheitspreis gewinnen. Schön können Andere machen. Wer unbedingt meint, sich einen Report ausdrucken zu müssen, der soll halt schnell das Drucklayout einstellen. Alle reden vom papierlosen Büro. Da kann man sich die Zeit für das Formatieren auch sparen!

Besser:  Ein gutes Layout, führt dazu, dass die Aussage Deiner Reports leichter verstanden wird. Es hat nicht nur optisch Gründe, sondern vor allem unterstützt ein gutes Layout die Aussage!

 

Du redest besonders gerne im eigenen Fachjargon

Als Controller bist Du ein wichtiger Experte Deines Fachs. Natürlich hast Du den Anspruch, dass Deine Gesprächspartner sich die paar Fachvokabeln „Controllerisch“ aneignen. Schließlich nimmst Du Dir ja auch die Zeit, den anderen Fachbereichen zu erklären, wie die betriebswirtschaftliche Entwicklung in den letzten Wochen war. Da kann man Dir schon ein paar Schritte entgegenkommen.

Besser:  Stell Dich auf Deinen Gesprächspartner ein. Die hohe Schule der Kommunikation ist es, Deine Themen Fachfremden so zu erläutern, dass sie es auch verstehen können.

 

Die Fragen von Kollegen kann man doch nicht ernst nehmen

Immer dieselben banalen Fragen. Die Anderen dürfen sich ruhig auch mal auf das Gespräch vorbereiten. Dann musst Du auch nicht alles direkt 3-Mal erzählen. Und wenn es dann doch mal sein muss, dann ist es nur fair, Deinem Gesprächspartner auch direkt spüren zu lassen, was Du davon hältst.

Besser: Sprich Deine Kollegen offen, aber sehr respektvoll darauf an. Oft ist es keine Unhöflichkeit, sondern wirklich fehlendes Verständnis. Und dann ist es ok 3 Mal nachzufragen. Oder?

 

Es macht Dir Spaß, direkt ab dem ersten Tag über Kollegen und andere Fachbereiche herzuziehen

Mein Gott, so ein bisschen lästern wird man ja wohl noch dürfen. Das macht doch schließlich jeder. Selbst bei Stromberg konnte man das im TV sehen.

Besser: Das macht man nicht. Punkt!

 

Du weißt immer alles besser

Natürlich dürfen alle anderen mitreden. Du magst es Dich mit ihnen auszutauschen, so lange klar ist: Das letzte Wort und somit Recht, hast immer Du!

Besser: Das ist einfach arrogant und auch falsch! Es gibt immer genug Themen, über die andere definitiv besser Bescheid wissen, als Du.

 

Jedes Detail ist wichtig!

Controlling ist Teil der Finanzen und bei Finanzen ist ALLES wichtig, denn es heißt ja nicht umsonst: „Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euros nicht wert!“ Also bitte, da bist Du ja gezwungen, peinlich auf JEDES Detail zu achten und diese korrekt darzustellen. Das ist nun mal Dein Job!

 Besser: Nein. Nur so viele Details wie nötig. Es geht doch auch immer darum, den Fokus auf das richtige, also wirkliche wichtige, Detail zu lenken.

 

Die Controlling-Inhalte bestimmst nur Du

Welche Inhalte Du im Rahmen Deines Controlling bearbeitest, das bestimmt immer noch das Controlling. Schließlich gehst Du ja auch nicht zum Vertrieb und sagst denen, welche Kunden diese bearbeiten sollen. Oder schreibst dem Marketing die nächste Werbeaktion vor.

Besser: Die anderen Fachbereiche sind Deine Kunden. Also sollten sie auch durchaus mit angehört werden, wenn es um die Auswahl der Controlling-Themen geht.

 

Die Anderen sind alle doof

Du hast ja auch keine Ahnung, wie Dein Chef  Deine Klasse erkannt hat. Aber irgendwie hat es ja geklappt und jetzt bist Du dabei. Du wirst allen Kollegen nun helfen auf  Deinen Wissensstand zu wachsen. Schließlich hast Du so viele Praktika gemacht, Auslandserfahrung gesammelt und bringst von der Uni die neuesten Erkenntnisse mit. Gott sei Dank, bist Du hilfsbereit und kommunikationsfreudig, so dass nun jeder Kollege von Deinem Wissen profitieren darf.

Besser: Bitte so nicht. Schön, dass Du viel theoretisches Wissen mitbringst. Auch erste Praxiserfahrungen sind toll. Nur das haben die meisten Controller auch. Plus jede Menge Praxiserfahrung. Klingelt es?

 

Die Zukunft gehört Dir – wem auch sonst?

Du hast einen tollen Abschluss gemacht, bringst alle Soft skills mit, die man so braucht  – wer sonst außer Dir soll bald auf den Chefsessel hüpfen? Wichtig ist nur, dass man die eigene Bereitschaft auch kommuniziert, denn damit unterstreichst Du Deinen Ehrgeiz und Deinen Willen. Das hast Du von einem befreundeten Super-Duper-Executive-Manager gelernt.

Besser: Gute Ausgangssituation. Aber Erfolg kommt nur im Wörterbuch vor Fleiß!

 

Im Controlling zählen nur Daten und Fakten

Diese ganze Gefühlsduselei ist doch albern. Im modernen Business zählen nur Zahlen und Fakten. Warum solltest Du Dich da mit den Befindlichkeiten anderer Menschen aufhalten? Du möchtest etwas bewegen und suchen nicht nach neuen Freundschaften.

Besser: Falsch gedacht. Gerade die Geschichte hinter den Zahlen zu verstehen und diese kommunizieren zu können ist das große Controlling-Kino.

Als Controller lieferst Du die Zahlen, den Rest machen die Anderen

Es gibt einen Grund, weshalb sich irgendwann die Organisationslehre darauf verständigt hat, ein Unternehmen in verschiedene Bereiche aufzuteilen. Das Controlling ist entsprechend für die Zahlenwelt verantwortlich und nicht dafür zu erklären, warum Dieses oder Jenes nicht läuft. Das machen die anderen Fachbereiche.

Besser: Siehe Punkt 16! J Tatsächlich bekommt die Erläuterung der Zahlen und Ergebnisse in der Zwischenzeit immer mehr Bedeutung.

 

In einem anderen Umfeld, wäre alles besser

Es wäre ja auch alles viiiiiieeeel besser oder gaaaaanz anders, wenn Du statt mit „Windoof“ mit Mac arbeiten dürftest, Du auch ein Notebook hättest oder die Büroräume wirklich modern wären. Es wäre so viel möglich, wenn in Eurem Büro eine Chill-Out-Area wäre und Dein Büro nicht im Epizentrum der Einöde liegen würde. Wenn Du einen Firmenwagen hättest oder der Chef Dich jeden Morgen per Handschlag begrüßen würde. Oder wenn er Dich mehr ins Vertrauen ziehen würde, ja dann……

Besser:  Natürlich. Alles schöne Ausreden, denn wenn Du Dieses oder Jenes dann hast, brauchst Du dringend was Anderes. Ist immer so – und ein ganz schlechter Glaubenssatz, den Du da in Dir verankert hast!

 

Hehe, ich wette, dass auch Du manchmal nicht nur geschmunzelt hast. Vielleicht fühlst Du Dich auch das eine oder andere Mal leicht ertappt? Die wahre Kunst ist nun, aus diesen Punkten, die richtigen Schlüsse zu ziehen und eben nicht diese Kardinalfehler zu machen.

 

Weißt Du, wie es besser geht? Dann schreib es am Besten direkt JETZT in den Kommentarbereich.

 

Last Updated on 11. Dezember 2021 by Jörg

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