Finanzplan erstellen: So gehts für kleine Unternehmen!
Finanzplan erstellen

Wie Du einen Finanzplan für kleine Unternehmen erstellst – und trotzdem glücklich bleibst!

Wenn ein Bergsteiger einen ihm bisher unbekannten Berg erklimmen möchte, macht er sich zunächst einen Plan. Wenn ein Ingenieur einen neuen Motor entwerfen möchte, macht er einen Plan. Wenn ein Trainer seine Mannschaft auf das nächste Spiel vorbereitet - macht er einen Plan. Wenn ein Unternehmer mit seinem Kleinunternehmen mehr Gewinn machen möchte, legt er direkt los und arbeitet vielleicht noch härter. Jedenfalls kommen nur die wenigsten Unternehmer auf die Idee erst einen Businessplan oder Finanzplan zu erstellen.

Warum nur wenige Unternehmer einen Finanzplan erstellen

  • Sie haben einfach zu viel um den Ohren, also keine Zeit
    Gerade Kleinunternehmer haben viele verschiedene Aufgaben zu erledigen. Wenn dann noch die Vorlieben, eher im technischen Bereich liegen, wirken technische "Probleme" automatisch im wichtiger und dringender als die Zahlen. Kein Wunder, dass dann keine Zeit mehr bleibt einen Finanzplan zu erstellen oder sich überhaupt mit den Zahlen zu beschäftigen.​
  • Sie wissen gar nicht, wo sie anfangen sollten
    Gerade wenn der Unternehmer nicht aus der BWL kommt, fehlt vermutlich auch Wissen. Dann wirken die Themen automatisch langweilig. Und ich verstehe das, denn wenn ich ein Fachbuch zum Maschinenbau lese, verstehe ich nur „Bahnhof“ und erst recht habe ich keinen Spaß an dem Buch.

    Erkennst Du die Parallele?
  • Sie haben einen Glaubenssatz: Planung ist doch sowieso Zeitverschwendung!
    Jeder Unternehmer ist fest davon überzeugt sehr wenig Zeit zu haben. Also geht er sorgsam mit seiner Zeit um. Zeitfresser wie einen Finanzpan zu erstellen werden dann schnell aussortiert, denn: Egal, wieviel Zeit und Wissen man in einen Finanzplan steckt, er wird nie zu 100% der späteren Realität entsprechen. Albert Einstein hat sogar mal gesagt:

Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!

(Albert Einstein)

Darum gelten diese Argumente für Dich und Dein Unternehmen aber gar nicht

Alleine schon, dass Du diesen Artikel hier liest, zeigt mir, dass Du interessiert und bereit bist zu lernen. Aber lass uns die Punkte mal der Reihe nach durchgehen. Ich fange mit dem Glaubenssatz jetzt einfach mal an.

Wenn das ein so renommierter Wissenschaftler sagt, der Dir fachlich vielleicht sogar auch noch etwas nähersteht, dann wird da was dran sein. Stimmt auch! Streng genommen, ist das nun mal Fakt!

Aber STOP!

Ich bin anderer Meinung. Genau genommen halte ich Albert Einsteins These, für eine seiner größten Fehlannahmen.

Hui, habe ich das wirklich geschrieben? Egal, ich steh dazu!

Er übersieht hier etwas Entscheidendes. Denn ein Zufall ist immer durch externe Faktoren getrieben. Ein Irrtum hingegen beruht zu 100% auf uns selbst. Weiter kann die Wahrscheinlichkeit und die Ausprägung eines Irrtums allein durch den Aufbau von Wissen deutlich minimiert werden.

Alles was übrig bleibt, ist dann eine Planabweichung, die wir auch als solche akzeptieren zu haben. Außerdem können wir auch daraus wieder lernen. Insofern ist eine Planabweichung ok und beileibe kein Grund, deshalb ganz auf eine Planung zu verzichten.

Lass uns festhalten, dass es gar nicht darauf ankommt die Zukunft in der Zahlenwelt exakt abzubilden. 

Wenn Dir das Wissen fehlt, hast Du zwei Möglichkeiten. Entweder Du beschließt dieses Wissen auch in Deinem weiteren Leben nicht zu benötigen, oder Du findest einen Weg, um Dir das fehlende Wissen anzueignen.

Und wenn Du diese Klippe erst einmal genommen hast, wirst Du feststellen, dass die fehlenden Kenntnisse weder einer Raktenwissenschaft gleichen, noch einem BWL-Studium bedürfen. Vermutlich wird es Dir sogar bald schon Spaß machen zu wissen. welche Stellschrauben Du drehen solltest, um Deinen Unternehmensgewinn zu maximieren.

Auf welchen Weg auch immer, Du hast diese Webseite gefunden und liest diesen Artikel. Am Ende des Artikels wirst Du schon einiges über die Erstellung von Finanzplänen gelernt haben.

Der erste Schritt ist also fast schon gemacht. Und wenn Du Fragen hast: Ich bin für Dich da!

Keine Zeit zu haben, ist für Dich auch kein Argument. Du weißt doch, dass jeder Mensch gleich viel Zeit hat. Was aber anders ist, ist wie wir Menschen mit unserer Zeit umgehen.  Der effiziente Umgang mit Deiner Zeit, ist gerade als Unternehmer extrem wichtig. Es gilt wichtige und dringende Aufgaben zu erkennen und eine für Dich passende Systematik zu entwickeln. Dann wirst Du auch die Zeit finden, um Deine Zahlen in den Griff zu bekommen und zum Beispiel einen Finanzplan zu erstellen.

Keine Zeit zu haben ist also eine Ausrede und letztlich eine Frage, wie Du als Unternehmer die Prioritäten setzt und in der Lage bist, Aufgaben zu strukturieren, standardisieren und zu delegieren.  

Wenn also diese Argumente nicht gelten, bleibt noch das Totschlagargument: Keine Lust!

Finanzplan erstellen

Foto von: Violka08

So findest Du die Motivation um ab heute mit Deinen Zahlen zu arbeiten und auch um einen Finanzplan zu erstellen

Wenn jemand keine Lust hat, fehlt ihm die Motivation. Da sind wir uns einig. Hast Du Dir das Wort Motivation schon mal näher angesehen?

Ich gebe zu, dass ich dies erst vor wenigen Monaten gemacht habe. Damals habe ich einen Podcast von Calvin Hollywood gehört. Calvin ist so ein echter „selfmade-man“. Vom Bundeswehr-Soldaten zu einem der bekanntesten Fotografen in Deutschland, bis hin zum Social-Media-Experten, der weltweit gebucht wird. Und das alles, weil er sich konsequent weiterbildet und für sich den Schlüssel zum Erfolg ausgegraben hat. (Webseite von Calvin für weitere Infos)

Er hat das Geheimnis der dauerhaften Motivation gelüftet und eben in dieser Podcast-Folge darauf hingewiesen:

MOTIV – ation

Es kommt auf das Motiv an. Dieses muss zu Dir passen und es muss Dich richtig anfixen. Dann bleibst Du auch dauerhaft bei der Stange.

Was bedeutet das jetzt für Deinen Finanzplan?

Richtig! Finde und begreife die echten Gründe/Motive, WARUM Du einen Finanzplan für Dein Unternehmen erstellen solltest.  Komm', das machen wir direkt jetzt gemeinsam.

Warum jedes kleine Unternehmen einen Finanzplan benötigt

Es gibt zwei Arten von kleinen Unternehmen. Die einen starten gerade, sind also in der Gründung oder wurden gerade gegründet („StartUPs“). Die anderen Unternehmen gibt es schon seit ein paar Jahren, sie haben sich am Markt also schon behauptet und wollen gerne (noch) profitabler werden.

Fangen wir mit den „StartUPs“ an:

Darum sollte JEDES StartUP einen Finanzplan erstellen

Jedes Unternehmen beginnt mit einer Geschäftsidee. Es ist ganz egal, ob Du zur Finanzierung Deiner Geschäftsidee nun Geld brauchst oder mit Eigenmitteln starten möchtest. Eine gute (Geschäfts-) Idee zu haben ist schön und gut. Aber es nützt Dir nun mal gar nichts, wenn Du einfach loslegst, um dann irgendwann später festzustellen, dass Du all Dein über viele Jahre zusammengespartes Geld verloren hast. Alles was dann bleibt sind lange Nächte, weil Dir Deine Finanzsorgen den Schlaf rauben werden.

Finanzplan erstellen und durchstarten

Mit einem Finanzplan kannst Du Deine Geschäftsidee schon im Vorfeld testen und ziemlich gut abschätzen, ob Deine Idee auch zu einem profitablen Business taugt. Dies beinhaltet auch die Chance, dass Du Liquiditätskrisen bereits verhindern kannst, bevor Du Dein Business überhaupt startest. Nur mit einem sinnvoll kalkulierten Kapitalbedarf kannst Du richtig durchstarten und gleichzeitig auf das konzentrieren, für das Du selbst brennst.

Wenn Du mal mit den wirklich erfolgreichen Unternehmern redest, oder diese „googelst“, dann wirst Du feststellen, dass diese eine Gemeinsamkeit haben.

Sie haben alle eine klare Vision und eine genaue Strategie, wie Sie dieser Vision näherkommen wollen. Dafür haben sie dann auch ein Maßnahmenpaket definiert. Kannst Du mir verraten, wie eine sinnvolle Strategie und ein entsprechendes Maßnahmenpaket definiert werden kann, wenn kein Finanzplan vorliegt?

Darum sollte auch JEDES bestehende Unternehmen einen Finanzplan erstellen

Eine professionelle Unternehmenssteuerung ist unabhängig von der Unternehmensphase wichtig für den Gewinn. Für Dich als Unternehmer ist es wichtig regelmäßig zu überprüfen, ob Dein Unternehmen auf Kurs ist.

  • Entwickelt sich Dein Unternehmen genau in die Richtung, die Deiner Vision entspricht
  • Greifen die Massnahmen/Ideen in dem Umfang, wie Du es geplant hast?
  • Welche Risiken ergeben sich (z.B. in der Liquidität, oder beim Personal), wenn Dein Business so wächst, wie Du Dir das vorstellst? 

Diese Fragen und noch so einige mehr, kannst Du beantworten, wenn Du für Dein Unternehmen einen Finanzplan erstellst – und ihn mindestens 2x pro Jahr aktualisierst. Denn wenn Du dann noch die IST-Zahlen neben die PLAN-Zahlen schreibst, wirst Du Risiken und Chancen erkennen, noch bevor sie eintreten. So kannst Du deutlich früher Maßnahmen planen und Dir wahrscheinlich sogar einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. 

Gerade durch die Analyse von Planabweichungen, Du erinnerst Dich, dass es nicht darauf ankommt, die PLAN-Zahlen exakt auch zu erreichen, wirst Du sehr viel lernen. Diese Erkenntnisse werden Dir helfen, Marktrends früher zu erkennen und Zusammenhänge aufzudecken, die Du bisher wahrscheinlich nicht mal vermutest.

Fällt Dir noch ein guter Grund ein, auf solche Informationen zu verzichten?

Jetzt kommt noch so ein Hammer. Wenn Du mit Deinem Unternehmen wachsen möchtest, stehen häufig Investitionen an, die schnell ein paar Hunderttausend oder sogar mehr als ein 1 Mio EUR kosten. Soviel Geld hat kaum ein Unternehmer mal eben auf der hohen Kante, also dem Bankkonto liegen.

Also muss ein Kredit her oder ein Investor gefunden werden.

Ein Investor wird Dir ohnehin nur dann Geld zur Verfügung stellen, wenn Du, eventuell gemeinsam mit ihm, zuvor einen Finanzplan erstellt hast.

Gerade im Umfeld der bestehenden kleineren Unternehmen wird hier aber häufig der Weg zur Hausbank gewählt. Und somit kommt das Kreditwesengesetz ins Spiel.

Finanzplan erstellen mit der „Keule des Gesetzes“

Gem. §18 Kreditwesengesetz (KWG ) ist die Sicherstellung Deiner Kapitaldienstfähigkeit ein ganz wesentliches Bonitätskriterium.

Unter der Kapitaldienstfähigkeit wird verstanden, dass Du dauerhaft Deine finanziellen Verpflichtungen auch erfüllen kannst. Du ahnst es schon. Das darfst Du Deiner Bank über einen Finanzplan detailliert nachweisen.

rechtliche_Anforderungen einen Finanzplan zu erstellen

Basel ist nicht nur eine schöne Stadt. Du hast vermutlich auch schon mal von BASEL III gehört. Die entsprechenden Richtlinien sind jedenfalls dafür verantwortlich, dass für Dein Business ein sog. Rating durchgeführt wird. Dieses Rating bestimmt dann letztlich, ob und zu welchen Konditionen ein Kredit gewährt wird. Um ein solches Rating durchführen zu können, wird ein Finanzplan benötigt.

Und dann ist da noch die Verordnung, mit der Du Dich hoffentlich nie wirklich näher beschäftigen brauchst. Die Insolvenzverordnung. Nach dieser kannst Du nämlich eine drohende Zahlungsunfähigkeit anzeigen, während eine vorliegende Zahlungsunfähigkeit tatsächlich angezeigt werden muss. Um hier der üblichen Ordnung zu genügen, wird ebenfalls ein Finanzplan vorausgesetzt.

Du siehst: Sobald Du Geld von einer Bank oder einem Investor benötigst, wirst Du ohnehin liebevoll dazu gezwungen einen Finanzplan zu erstellen.

Ich bin ganz ehrlich, wenn Du bis hierhin gelesen hast, dann sollte das erzwungene Erstellen eines Finanzplans eher das schwächere Argument sein. Spätestens jetzt sollte Dein wahres Motiv einen Finanzplan erstellen zu wollen in der Erkenntnis liegen, dass nur über einen Finanzplan eine zielgerichtete und strategische Unternehmensweiterentwicklung sinnvoll möglich ist.

Deshalb lass uns jetzt hier noch mal etwas tiefer einsteigen. Bist Du bereit?

Das erreichst Du, wenn Du einen Finanzplan erstellst und Dein Unternehmen damit steuerst

Dass Du Risiken und Chancen früher erkennen kannst, hatten wir ja schon. Durch die Maßnahmen, die Du daraufhin festlegst, wirst Du die Ertragskraft Deines Unternehmens stärken. Das bedeutet, dass Du auf diese Weise mehr Gewinn machen wirst, als wenn Du diese Maßnahmen nicht ergreifen würdest.

Die Erzielung von Gewinn ist die Folge des betriebswirtschaftlichen Prozesses, den Du mit Deinem Unternehmen durchläufst.

Anders als große Teile der betriebswirtschaftlichen Literatur, halte ich die Gewinnerzielung nicht das primäre Ziel eines Unternehmens. Vielmehr bin ich der Auffassung, dass das primäre Ziel die Maximierung des Kundennutzens sein sollte. Wenn Du es nämlich schaffst, die Nutzenerfahrung Deiner Kunden höher zu gestalten als Deine Mitbewerber, so werden die Kunden auch dauerhaft bei Dir kaufen. Vermutlich kannst Du es Dir dann sogar erlauben, leicht höhere Preise durchzusetzen. In jedem Fall wirst Du mehr Kunden anziehen und den Gewinn maximieren.

Insofern ist für mich Gewinn eher als Folge, denn als primäres Ziel jedes Unternehmens einzustufen. In der Betriebswirtschaft wird ein Unternehmen übrigens als rentabel bezeichnet, wenn es Gewinne erwirtschaftet. Daher wird das Gewinnmaximierungsziel auch gerne als Rentabilitätsziel bezeichnet.

Finde heraus, wie es für Dich weitergehen sollte!

Wenn Du weisst, wie Dein nächster Schritt aussehen sollte, wirst Du viel schneller und einfacher einen Finanzplan erstellen, als Du Dir jetzt noch vorstellen kannst.

So trackst Du die beiden großen betriebswirtschaftlichen Ziele, wenn Du einen Finanzplan erstellst

Wenn Du mit einem wirklich gut durchdachten und aufgebauten Finanzplan nachweist, dass sich Dein Unternehmen profitabel (rentabel) entwickeln wird, dann ist das weit mehr als die halbe Miete. Denn damit beweist Du, dass es sich auch für externe Geldgeber wie Banken oder Investoren lohen (rechnen) wird, Dir das Geld zur Verfügung zu stellen. Du weist die Rentabilität Deines Unternehmens nach.

Für Investoren und Banken ist die Ermittlung der Höhe des Kapitalbedarfs ein sehr wichtiger Punkt. Hierdurch wird u.a. auch das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital in Deinem Unternehmen bestimmt. Dies wiederum ist ein wesentlicher Bestimmungsfaktor der Zahlungsfähigkeit. Und die gilt es ja mindestens dauerhaft sicherzustellen.

Also, mit einem Finanzplan kannst Du, sowohl für Dich als auch für externe Geldgeber, die dauerhafte Rentabilität und auch die Höhe des zusätzlichen Kapitalbedarfs objektiv nachvollziehbar nachweisen

Möchtest Du jetzt wissen, wie Du einen richtig guten Finanzplan erstellst?

An diese Bestandteile solltest Du denken, wenn Du einen wasserdichten Finanzplan erstellen möchtest

Ein wesentlicher Faktor eines wasserdichten Finanzplans ist dessen Vollständigkeit. Das heisst, dass die oben beschriebenen Fragen nach der langfristigen Rentabilität und der dauerhaften Liquidität logisch nachvollziehbar beantwortet werden.

Dazu solltest Du Deinen Finanzplan für die nächsten 3-5 Jahre erstellen.

Folgende Themen solltest Du dabei auf jeden Fall detailliert planen:

  • Umsatz – lege Deine Umsatz- und Absatzplanung in der Zeitschiene plausibel dar
  • Personal – mit welchen Mitarbeiterzuwächsen rechnest Du und wann
  • Kosten – berücksichtige alle Kosten und baue Dir einen Puffer ein, diesen kannst Du ruhig auch als solchen bezeichnen
  • Investitionen – hier gilt es die unterschiedlichen Auswirkungen auf GuV und Liquidität zu beachten (z.B. Abschreibungen mindern zwar Deinen Gewinn, aber Geld fließt für Abschreibungen keines, da dieses ja schon bei der Rechnungsbezahlung des Investitionsobjektes geflossen ist)
  • Außerdem sollten auf jeden Fall mindestens die Ergebnisblätter „GUV – Rentabilität“ und „Liquiditätsplanung“ (inkl. Ermittlung Deines Kapitalbedarfs enthalten sein. Gerade als Unternehmen, dass sich am Markt bereits bewährt hat, solltest Du auch eine Bilanz, als langfristige Erfolgsmesslatte zu Deinem Finanzplan hinzufügen.

Finanzplan erstellen mit Excel oder einer Spezial-Software?

Offen gestanden: Wähle das Format, mit dem Du am liebsten arbeiten möchtest. Einen Finanzplan erstellst Du eigentlich nicht wirklich für Investoren oder Banken. Wenn Du es richtig machst, dann erstellst Du den Finanzplan vor allem für Dich - und die Kapitalgeber dürfen diesen dann auch nutzen.

Daher mein ernst gemeinter Rat. Wenn Dir Excel Pickel ins Gesicht schießt, dann such Dir eine Spezial-Software, mit der Du auch gerne arbeitest. Einen Finanzplan erstellst Du nicht einmal und lässt ihn dann für den Rest Deines Unternehmerlebens auf der Festplatte schmoren.

Nein, Dir ist ja längst klar: Mit DEINEM Finanzplan solltest Du regelmäßig arbeiten und ihn mindestens jährlich aktualisieren.

Weil Excel so schön flexibel ist und ich bislang noch keine Spezial-Software gefunden habe, die sich wirklich komplett an meine Wünsche anpassen lässt, rate ich Dir Deinen Finanzplan mit Excel zu erstellen.

Diese Software hast Du ohnehin schon auf Deinem Computer und hiermit kannst Du alles machen, was Du machen solltest. Egal ob nun Reporting oder Finanzplanung – Excel bleibt meine Empfehlung für Dich.

Wenn Du in das Thema Excel oder Spezial-Software noch tiefer einsteigen möchtest, dann schau mal bei dem verlinkten Artikel vorbei.

Die richtige Struktur hilft Dir, einen wasserdichten Finanzplan zu erstellen

Nutze in Excel die Möglichkeit, je Thema ein eigenes Arbeitsblatt zu verwenden, Mach nicht den Fehler, möglichst alles auf einer Seite (in einem Arbeitsblatt) abbilden zu wollen. Viele, häufig eher ungeübtere Anwender, meinen es sich dadurch einfacher zu machen. In Wirklichkeit wird der Finanzplan dadurch unübersichtlich und vor allem extrem fehleranfällig.

Eine wirklich clevere Idee ist es hingegen, Deinen Finanzplan in Excel so aufzubauen, wie auch Dein Arbeitsablauf bei der Erstellung ist. Zielführend ist es also, wenn Dich Dein Finanzplan von Deiner Ausgangsituation bis zum Ergebnis quasi Schritt für Schritt (also Arbeitsblatt zu Arbeitsblatt) führt.. Je Schwerpunkt-Thema (z.B. Umsatz, Kosten….) ein Arbeitsblatt und dann für die Ergebnisübersichten (GuV und Liquiditätsplan) ebenfalls jeweils ein Arbeitsblatt. Zusätzlich noch ein Blatt, wo Du alle Deine Annahmen und Basisdaten eingibst und schon hast Du eine übersichtliche Grundstruktur.

Diese Grundstruktur wird Dir helfen, einen fehlerfreien Finanzplan zu erstellen, mit dem nicht nur Du, sondern auch potentielle Kapitalgeber gerne arbeiten. Eventuell sogar deutlich mehr, als Du jetzt gerade einschätzen kannst.

Du möchtest jetzt loslegen und Deinen Finanzplan erstellen?

Ich möchte Dir noch ein paar Tipps mitgeben, die Dir viel Zeit und Nerven sparen werden, wenn Du Deinen Finanzplan mit Excel erstellst. Es sind meine Grundregeln, an die ich mich immer halte, wenn ich Finanzpläne oder auch andere Reports erstelle. Einige davon habe ich mir in den letzten 20 Jahren mühselig erarbeitet, weil ich es eben zunächst anders gemacht habe und dann sehr viel Zeit für die Fehlersuche und Fehlerbehebung investieren durfte...

  • Jedes Arbeitsblatt verfolgt genau 1 Hauptziel / bearbeitet ein Thema.
  • Die Arbeitsblätter werden auch optisch gruppiert, d.h. die Reiter innerhalb von Excel werden farblich markiert (z.B. blaue Arbeitsblätter = Annahmen, gelb = Berechnung, grün = Ergebnisse).
  • Jedes Arbeitsblatt wird im Querformat gefüllt, da dieses Format gerade bei Zeitreihen vorteilhaft ist.
  • Jede Spalte hat nur spezifischen Inhalt (z.B. Bezeichnung, Monatswert, Summe….. ).
  • Ergebniszeilen werden optisch hervorgehoben (anderes Format).
  • Wird in einer Zelle eine manuelle Eingabe erwartet, so wird diese Zelle farblich hinterlegt und hebt sich somit vom Rest des Tabellenblatts ab.
  • Berechnung werden in Blöcken zusammengefasst und dann wird z.B. mit dieser (Teil-) Summe weitergerechnet.
  • Es wird grundsätzlich von oben nach unten gerechnet. Dabei stehen Summen entweder (immer!) oben oder (immer!) unten.
  • Basisannahmen und allgemeine Angaben werden auf nur einem Tabellenblatt dargestellt
  • Externe Verknüpfungen werden grundsätzlich vermieden und nur in besonderen Ausnahmefällen benutzt.
  • Wann immer sinnvoll möglich, werden Daten in Grafiken visualisiert. Das gilt insbesondere für Ausgabeblätter (Ergebnisblätter).
  • Nutze Checksummen. Überlege Dir, wie es Dir schon bei der Erstellung gelingt Formelfehler zu erkennen. Formelfehler sind absolutes NoGo in jedem Finanzplan.
  • Lass Deinen Finanzplan von mindestens 3 unterschiedlichen Personen überprüfen

Alles klar?

Für den Fall, dass Du externe Kapitalgeber mit Deinem erstellten Finanzplan überzeugen möchtest, lass uns jetzt noch mal einen Blick darauf werfen, wie Dir auch dies gelingt. 

So holst Du Dir mit Deinem Finanzplan das gewünschte Kapital

Als Kapitalgeber unterscheiden wir typischerweise vor allem zwei große Gruppen. Auf der einen Seite sind hier die Banken zu nennen und auf der Anderen die Investoren.

Gerade bereits bestehende, kleinere Unternehmen denken zunächst an Ihre Hausbank, wenn sie zusätzliches Kapital benötigen. Dieses Kapital wollen sie also über einen Kredit von der Bank erhalten. Wenn Du Dich auch für diesen Schritt entscheidest, nimmst Du Fremdkapital auf, da die Banken Dir das Geld ja nur leihen und dafür Zinsen kassieren.

Bei Investoren ist das etwas anders, denn diese beteiligen sich mir Ihrem Geld an Deinem Unternehmen. Sie erhalten also Unternehmensanteile, in dessen Höhe sie dann auch an zukünftigen Gewinnen partizipieren. Daher ist das Geld des Investors in der Bilanz als Eigenkapital zu berücksichtigen.

Egal, wen Du jetzt von Deinem Unternehmen oder auch Deiner Geschäftsidee überzeugen möchtest. Wichtig ist zu verstehen, wonach jeder Kapitalgeber eigentlich sucht.

So, und jetzt mal „Butter bei die Fische!“

Der geheime Suchauftrag, wenn es darum geht einen Finanzplan für Kapitalgeber zu erstellen

Warum ist es für Banken und Investoren so wichtig, dass Du einen wasserdichten Finanzplan ablieferst? Was suchen Banken und Investoren also wohl wirklich?

Die Antwort erscheint einfach. Sie suchen profitable Unternehmen / Geschäftsideen, mit denen sie Geld verdienen können.

Stimmt’s? Hast Du auch daran gedacht? Dann lies mal weiter.

Das Problem ist, eine Geschäftsidee wird niemals Geld verdienen. Denn das macht immer der Unternehmer. Der Unternehmer erweckt die Idee und formt aus ihr ein profitables Business. Das wird aber immer nur dann gelingen, wenn der Unternehmer auch das „Unternehmer 1×1“ gelernt hat und erfolgreich anwendet:

Investoren und Banken suchen nach Unternehmerpersönlichkeiten,

die eine gute Geschäftsidee zu einem profitablen Geschäft formen.

Und woran erkennen diese Finanzexperten solche Unternehmerpersönlichkeiten?

Solche Unternehmer schaffen es auf Augenhöhe mit den Finanzexperten über die eigenen Zahlen zu diskutieren.

Aber was heißt das eigentlich? Auf Augenhöhe diskutieren.....

Naja, wenn der Banker/Investor merkt, dass Du nicht nur einen wasserdichten Finanzplan erstellt hast, sondern Du selbst auch wirklich in den Zahlen steckst, dann hast Du den Jackpot fast schon geknackt.

Es sollte Dir gelingen eine angenehme Gesprächsatmosphäre herzustellen und Deinen Gesprächspartner auch von Dir persönlich überzeugen.

Wenn nämlich der Banker von Dir überzeugt ist, dann wird es Dir auch gelingen, ihn von Deinem Unternehmen zu überzeugen. Vorausgesetzt, die Entwicklung der Zahlen Deines Finanzplans passen zu der Story, die Du erzählst (und die im Textteil nachzulesen ist)

Musst Du das Finanzierungsgespräch alleine machen?

Natürlich nicht. Gerade, wenn Du Dich dafür entscheidest, auf einen externen Experten (das kann Dein Steuerberater oder auch ein anderer Dienstleister sein) bei der Erstellung Deines Finanzplans zurückzugreifen, so kannst Du diesen zu diesem Gespräch auch mitnehmen.

Es zeugt von unternehmerischer Reife, wenn Du Deinem Kapitalgeber gegenüber reinen Wein einschenkst und Du im Gespräch in Detailfragen Deinen Experten antworten lässt. Wichtig ist nur, dass Du nicht das gesamte Gespräch dem Experten überlässt, sondern dem Kapitalgeber zeigst, dass Du Deine Zahlen grundsätzlich selbst im Griff hast.

Puh, das war ein sehr langer Artikel. Klasse, dass Du bis hierhin gelesen hast. Du hast jetzt sehr viele Informationen, die Du nutzen kannst, um einen wasserdichten Finanzplan für Dein Unternehmen zu erstellen.

Aber was ist jetzt die wesentliche Essenz für Dich?

Fazit: Darum solltest Du noch heute beginnen einen Finanzplan zu erstellen

Mit einem Finanzplan erstellst Du das vermutlich wichtigste Werkzeug, um Dein Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Mit einem wasserdichten Finanzplan hältst Du genau genommen die Bestätigung in der Hand, dass Deine Strategie wirklich funktionieren wird. Und zwar Schwarz auf Weiß – weit weg vom bloßen Bauchgefühl und einer guten Portion Hoffnung.

Jetzt mal unter uns: Wie cool ist das denn?

Also, worauf wartest Du noch?

PS: Ach übrigens: Ganz am Anfang dieses Textes, habe ich geschrieben, das nur die wenigsten Unternehmer bevor sie starten einen Businessplan oder Finanzplan erstellen. Erinnerst Du Dich noch?

Was ich da nicht gesagt habe:

Das sind genau die Unternehmer, die mit Ihren Kleinunternehmen, zu den erfolgreichsten ihrer Branche gehören (Hidden Champions). Diese Unternehmen wachsen von Jahr zu Jahr. Sie machen mehr Gewinn, stellen neue Mitarbeiter ein, umschiffen elegant viele Risiken und haben für Krisensituationen einen Plan B in der Tasche.

Wie sieht es mit Dir aus? Arbeitest Du schon mit einem Finanzplan? Was hindert Dich (jetzt noch) daran, einen Finanzplan zu erstellen?

Möchtest Du jetzt auch Deine Zahlen in den Griff  bekommen?

Hol Dir jetzt und für Dich kostenlos genau das Wissen, dass Dir hilft einen wasserdichten Finanzplan zu erstellen. So schaffst Du es einen Finanzplan zu erstellen mit dem Du Dein Unternehmen steuern und auch Deine Bank überzeugen kannst.   

Mehr Gewinn und mehr Sicherheit winken als Belohnung auf Dich!

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