So beschaffst Du Dir Eigenkapital, wenn Du selbst keines hast!
Eigenkapital

So beschaffst Du Dir Eigenkapital, wenn Du selbst keines hast!

Das Feuer lodert nicht. Nein es brennt. Richtig stark. Du weißt genau dieses (innere) Feuer wird Dich zu Höchstleistungen treiben. Es wird genau die Leidenschaft in Dir wecken, die es braucht um aus einer Geschäftsidee ein eigenes Unternehmen zu formen. Leider verrät der Blick auf Dein Konto nichts Gutes. Eigenkapital kannst Du nicht im nennenswerten Umfang in das Unternehmen einbringen.

Ist das etwa schon die Sintflut, die auch Dein Feuer löschen wird?

Nicht unbedingt. Natürlich sind die eigenen, freien Kapitalmittel eine gute Basis. Aber dies sie sind beileibe nicht die einzige Möglichkeit eine gesunde Eigenkapitalposition für Dein Unternehmen zu entwickeln.

Denn es gilt: Je mehr Eigenkapital Du für Dein Unternehmen zusammen hast, desto besser ist Deine finanzielle Basis. Und je besser Deine finanzielle Basis, desto befreiter kannst Du Dich um die Themen kümmern, die Dir wirklich Spaß machen.

Natürlich ist aber Dein Spaß nicht der wesentliche Grund, warum Du möglichst viel Eigenkapital in Deiner Bilanz vorweisen solltest.

5 richtig gute Gründe für viel Eigenkapital

  1. Eigenkapital bildet die langfristige Vermögensbasis in Deinem Unternehmen. Deshalb steht es in der Bilanz auch auf der Passivseite und wird als Betriebsvermögen bezeichnet.
  1. Für Dein Eigenkapital musst Du weder Zinsen noch Tilgungsraten bezahlen
  1. Eigenkapital ist bedingungslos – das heißt es steht Deinem Unternehmen uneingeschränkt zur Verfügung.
  1. Nur über ein angemessenes Maß an Eigenkapital bekommst Du überhaupt Zugang zu Fremdkapital
  1. Je höher die Eigenkapitalquote in Deiner Bilanz, desto geringer ist die Gefahr einer bilanziellen Überschuldung.

Ok, spätestens jetzt weißt Du, dass es eine gute Idee ist, eine mindestens angemessene Eigenkapitaldecke aufzubauen. Was genau angemessen heißt, ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Aber als grobe Richtschnur solltest Du eine Eigenkapitalquote von ca. 20 Prozent mindestens anstreben.

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Foto von: Faithie

Eigenkapital meint nicht nur Dein gespartes Geld, dass Du ohnehin zur Verfügung hast. Dieses reicht nur in seltenen Fällen wirklich aus. Lass uns mal schauen, welche Quellen Du noch anzapfen kannst, um mehr Eigenkapital in Deine Bilanz zu bekommen:

6 tolle Quellen für mehr Eigenkapital

Business Angels: Der private Investor ist mehr als Dein Kapitalgeber

Gerade in der Frühphase sind Business Angels oft eine gute Idee, um zusätzliches Kapital ins Unternehmen zu holen. Business Angels sind private Investoren, die in der Regel Beträge bis zu 100 TEUR bereitstellen und ihr Engagement in der Regel auf ein paar Jahre befristen. Häufig stellen sie dabei nicht nur das Geld bereit, sondern bieten Dir als Gründer auch Ihre Erfahrungen und Ihr Netzwerk zur Unterstützung an. Gerade diese Unterstützung ist oft ein sehr großer Mehrwert, von dem Du als Unternehmer profitierst.

Für ihr zeitlich befristetes Investment, erhalten die Business Angels Anteile am Unternehmen. Durch die erhoffte Wertsteigerung des Gesamtunternehmens steigt auch der Wert dieser Anteile. Dies ist dann die Rendite für den Business Angel, die er realisiert, wenn er aus dem Unternehmen aussteigt (EXIT).

Venture Capital: Die Profis für große Summen

Venture Capital (VC) steht für Risikokapital und wird von professionellen Anlegern bereitgestellt. Das heißt, VC-Geber sind Unternehmen, die Ihr Kapital in anderen Unternehmen investieren (Private Equity).

Auch der Venture Capital Investor möchte sein Geld durch eine Wertsteigerung seiner Unternehmensanteile bei einem späteren Verkauf (Exit) vermehren. Anders als bei einer Angel-Finanzierung stellen diese Investoren auch gerne Beträge von mehr als einer Million EUR zur Verfügung. Dafür steigen diese Kapitalgeber selten sehr frühphasig in eine Unternehmensbeteiligung ein.

Inkubatoren: Die stabile Geldquelle an Deiner Seite

Inkubatoren werden häufig in einem Atemzug mit sog. Acceleratoren Ganz grob erklärt stellt Dir ein Accelerator vor allem Know-How und Infrastruktur (z.B. personelle Ressourcen) zur Verfügung. Eher selten gibt Dir ein Accelerator auch Eigenkapital, das Dir langfristig zur Verfügung steht.

Insofern unterscheidet er sich vom Inkubator, der eben Know-How, Infrastruktur und Eigenkapital langfristig in die Zusammenarbeit einbringt. Ein Inkubator kann somit für Dich zur echten Geheimwaffe werden, denn als stabiler und langfristiger Partner, profitiert Dein Business hier doppelt und dreifach.

Genau deshalb werden Inkubatoren auch häufig als „Company Builder“ bezeichnet. (Ich weiß, dass sind jetzt recht viele „fremde Begriffe“, aber diese solltest Du kennen). Inkubatoren gewähren Eigenkapital auch größer 1 Mio. Euro (wie VCs), steigen aber auch schon sehr frühphasig ein. Durch das „Rundum-Sorglos“-Programm, nehmen sie die Gründer an die Hand und profitieren dann bei einem späteren Exit überproportional im Vergleich zu VCs oder Business-Angels.

Crowdinvesting: Die Schwarmfinanzierung Deiner Geschäftsidee

Beim Cowdinvesting stellst Du Dein Unternehmen auf einer speziellen Plattform der großen Menge an potentiellen Investoren (usern) vor und versuchst diese von Deiner Idee zu überzeugen. Sofern Dir dies gelingt, steigen die privaten Anleger mit einem kleineren Betrag in Dein Unternehmen ein und erwerben entsprechende Anteile. Über die Masse an neuen Investoren kann auf diese Weise aus ganz vielen kleinen Investmentbeträgen, ein großer Eigenkapitalbetrag für Dein Unternehmen entstehen.

Die gewährten Anteile werden dann häufig still, das heißt ohne Mitbestimmungsrecht vergeben. Alternativ kommen auch Nachrangige Darlehn (Mezzanine-Finanzierung) oder Genussscheine als Beteiligungsform in Betracht.

Family-Office, wenn die Freunde & Familie mehr als nur moralische Stütze sind

Gerade in der Anfangsphase, suchen viele Gründer im Freundes- und Familienkreis auch finanzielle Unterstützung der eigenen Geschäftsidee. Hierbei handelt es sich dann in der Regel um kleinere Beträge, bis zu ca. 30 TEUR. Dafür erhalten die Kapitalgeber dann Unternehmensanteile, die auch als stille Beteiligung gewährt werden können.

Wenn Du diese Variante für Dich in Betracht ziehst, überleg Dir sehr gut, ob Du eine Dir nahe stehende Person wirklich mit Deinem Risiko bedenken möchtest. Bespreche unbedingt im Vorfeld, dass es auch passieren kann, dass das Geld verloren geht.

Bootstrapping: Die Selbstfinanzierung als Eigenkapital-Maschine

Die charmante Form der Selbstfinanzierung, über die Du Dir Schritt für Schritt Dein Eigenkapital stärkst.

Dabei ist die Idee möglichst schnell hohe Einnahmen aus der Unternehmenstätigkeit bei gleichzeitiger Minimierung der Ausgaben zu generieren.

So verlockend diese Idee auch klingt. Nicht immer ist diese auch wirklich gut. Denn eine Selbstfinanzierung auf diese Art benötigt Zeit. Wenn Du aber mit einer „revolutionierenden Idee“ auf den Markt kommst, dann ist es wichtig möglichst schnell zu wachsen und Deine Marktposition zu manifestieren. Sonst adaptieren Trittbrettfahrer Deine Idee und nutzen ihre Kapitalkraft, um an Dir vorbei zu ziehen.

Du siehst viele Wege führen auch beim Eigenkapital zur Meisterschaft. Welchen Weg wählst Du und Warum?

 

 

 

 

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Posted by Jörg
20. April 2017

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