Die 3 häufigsten Fehler in Deiner BWA
BWA-Fehler

Die 3 häufigsten Fehler in Deiner BWA

Es ist morgens 8 Uhr. Du fährst den Computer hoch. In der Zwischenzeit holst Du Dir noch schnell einen Kaffee und setzt Dich gut gelaunt vor Deinen Rechner.

Heute ist ein guter Tag. Du bist gut aus den Federn gekommen und erwartest heute ein paar tolle Fortschritte bei Deinen Projekten zu machen.

Als erstes öffnest Du Dein Mail Programm.

Und schon sinkt Deine Laune. Es ist schon wieder soweit.

Da ist die mail, die Du eigentlich gar nicht magst.

BWA Januar 2018, so lautet die Betreffzeile.

Schöne Grüße von Deinem Steuerberater.

Was Du jetzt auf keinen Fall tun solltest:

  • Die eMail löschen
  • Den Inhalt auf den Stapel „mach’ ich irgendwann!“ legen

Nein, wenn Du es noch nicht routinemäßig eingeplant hast, dann such Dir in den nächsten 2 Tagen ein Zeitfenster von rund 60 Minuten. In dieser Zeit wirst Du dann die BWA detailliert durchgehen und prüfen.

Was Du jetzt auf keinen Fall tun solltest:

  • Die eMail löschen
  • Den Inhalt auf den Stapel „mach’ ich irgendwann!“ legen

Nein, wenn Du es noch nicht routinemäßig eingeplant hast, dann such Dir in den nächsten 2 Tagen ein Zeitfenster von rund 60 Minuten. In dieser Zeit wirst Du dann die BWA detailliert durchgehen und prüfen.

Prüfen? Warum solltest Du das unbedingt tun?

Egal ob Du als Solopreneur ein Einzelkämpfer bist, oder ein kleineres Unternehmen führst .

Du bist als Unternehmer auch automatisch Kaufmann.

Apropos:

Liebe Unternehmerin: Bitte verzeih, dass ich immer nur vom Unternehmer schreibe. Das mach ich nur wegen des besseren Leseflusses. Fühl Dich also bitte genauso angesprochen.

Also zurück zum Thema:

Warum solltest Du die BWA prüfen? - wunderst Du Dich jetzt vielleicht.

Zum einen, weil Kaufmänner und Kauffrauen ohnehin den Ruf haben recht sorgfältig zu arbeiten.

Aber vor allem, weil Du spätestens in 5 Minuten wissen wirst, welche Fehler sich gerne und oft in BWAs verstecken.

Was ist überhaupt eine BWA?

Die BWA möchte Dich über die Kosten- & Erlössituation in Deinem Unternehmen informieren. Dabei wird Sie zumeist für einen abgelaufenen Monat erstellt.

Mit Erlösen ist vor allem der Umsatz gemeint, den Du erwirtschaftest.

Und Kosten.... (ich denke, dass können wir überspringen. Sonst schau Dir meinen Artikel zu Kosten eines Unternehmens gerne mal an)

Du erfährst also, ob Du mehr Umsatz erwirtschaftet, als Kosten verursacht hast. Das Ergebnis nennt man Gewinn – oder wenn es doof läuft Verlust.

Ok, soweit ist das klar. Aber was kann daran jetzt falsch sein?

BWA-Fehler

Fehlerquellen in der BWA

Wenn eine BWA Fehler enthält, dann liegt das in der Regel nicht daran, dass Dein Steuerberater schlechte Arbeit macht.

Es liegt viel mehr daran, dass ihm die Zeit fehlt, sich umfangreiche und detaillierte Gedanken nur zu Deiner persönlichen BWA zu machen.

Dein Steuerberater hat viele Mandanten und noch viel mehr Steuergesetze zu betreuen. Alles ändert sich ständig. Daher wird auch er Dir sehr dankbar sein, wenn Du Dich intensiver mit der BWA beschäftigst.

Es geht mir also nicht darum, Dich auf mögliche „handwerkliche Fehler“, wie falsche Summen oder Prozentwerte hinzuweisen.

Ich möchte Dich ermutigen zu prüfen, ob alle Erlöse- & Kostenpositionen erfasst wurden.

Mit einer periodengerechten Erfassung meine ich, dass Aufwände und Erträge auch in dem Monat gebucht werden, in dem sie verursacht wurden.

Nur wenn alle Positionen dem richtigen Monat zugeordnet werden, kannst Du unten in der BWA wirklich ablesen, ob und wieviel Gewinn Du im letzten Monat erwirtschaftet hast.

Andernfalls hast Du halt eine Zahl. Aber bitte triff keine Geschäftsentscheidungen auf Basis dieser Zahl.

Das ist logisch, oder?

Die Top 3, der häufigsten Fehler in BWA’s

KOSTENLOS: weitere wichtige Informationen rund um Deine BWA

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Hier gebe ich Dir weitere wertvolle und exklusive Informationen, wie Du Deine Zahlen in den Griff bekommst ohne das Du viel Zeit und Nerven investieren musst.

Außerdem schalte ich Dich gerne für meinen
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Sachkosten werden nicht / doppelt erfasst
Nimm zum Beispiel die Miete für Deine Büroräume. Das ist jeden Monat immer derselbe Betrag. So simpel dieses Beispiel auch klingt, ich habe es mehrfach gesehen. Obwohl dies eine regelmäßig anfallende Zahlung ist, hat diese Position in der BWA gefehlt – oder sie war doppelt erfasst.

Die Miete soll auch nur ein Beispiel sein. Praktisch bei allen Sachkosten kann dieser Effekt auftreten Manchmal auch einfach, weil am letzten Kalendertag des Monats überwiesen wurde, aber die Wertstellung durch die Bank erst im Folgemonat erfolgte.

Das führt dann dazu, dass im einen Monat keine Mietzahlung enthalten sind und im nächsten Monat dann doppelt.

Die Lösung:
Es gibt eine buchhalterisch saubere, wenn auch aufwendige Lösung. Die würde Dich an dieser Stelle aber eher verwirren als helfen. Deshalb ganz pragmatisch:

Schreib alle regelmäßigen Zahlungen, also wo zum Beispiel ein Vertrag zu Grunde liegt, in eine Excel-Tabelle. So viele sind das nicht. Dann hast Du eine Übersicht, welche Positionen auf jeden Fall in Deiner BWA enthalten sein sollen.

Diese Übersicht gibst Du Deinem Steuerberater und bittest ihn, dass er diese Beträge auf jeden Fall in Deiner BWA berücksichtigt.

Abschreibungen nur einmal pro Jahr gebucht
Wenn Du eine zum Beispiel eine neue Maschine kaufst oder ein neues Gebäude, dann erhöhst Du damit das Vermögen Deines Unternehmens. In der Bilanz werden solche langfristig genutzten Vermögensgegenstände als Anlagevermögen bezeichnet.

Auch wenn Du zum Beispiel als Solopreneur gar keine Bilanz aufstellen musst und Du als solcher keine Gebäude oder Maschinen kaufst, ist dieser Punkt für Dich relevant. Denn wenn Du Dir zum Beispiel ein neues MacBook holst, dann ist dieses ebenfalls wie folgt zu behandeln.

In der Finanzbuchhaltung wird davon ausgegangen, dass der Wert Deiner Vermögensgegenstände nicht stabil bleibt. Im Rahmen der Nutzung des Vermögengegenstandes vermindert sich auch der Wert.

Damit in Deiner Bilanz immer ein marktgerechter Wert Deines Vermögens ausgewiesen wird, soll der Vermögensgegenstand über die Nutzungsdauer angepasst werden. Dafür werden Abschreibungen gebucht.

Nun wird die Nutzungsdauer in Jahren bemessen und vermutlich ist das auch der Grund, weshalb oftmals nur einmal pro Jahr die Abschreibung als Summe gebucht wird. Somit ist der vollständige Betrag im Jahresabschluss enthalten und für Deinen Steuerberater alles gut.

Das Problem daran: Die unterjährigen Monatsergebnisse fallen deutlich zu gut aus. Schnell kommen hier mehrere Tausend Euro zusammen, die in Deinem Monatsergebnis einfach fehlen.

Die Lösung:
Fordere Deinen Steuerberater auf die Abschreibungen monatlich zu buchen. Dazu wird die Nutzungsdauer von Jahren in Monate umgerechnet und schon hat man den Monatsbetrag in EUR.

Einmalzahlungen werden nicht abgegrenzt
Je nachdem was für ein Unternehmen Du führst, werden unterschiedliche Einmalzahlung bei Dir relevant sein. Als Einmalzahlung kommt das Weihnachts- & Urlaubsgeld genauso in Betracht, wie Vorauszahlungen für Versicherungen etc.
Werden diese Zahlungen auch nur dann aufwandswirksam in Deiner BWA erfasst, wenn die Zahlung erfolgt, so wird Dein Monatsergebnis wieder deutlich verfälscht und könnte Dich zu falschen Rückschlüssen verleiten.

Die Lösung:
Für Zahlungen, die nur einmal im Jahr oder pro Quartal anfallen kann Dein Steuerberater Rückstellungen bilden. Dabei nimmt er den Zahlbetrag teilt ihn durch die Anzahl der dem Zahlbetrag entsprechenden Monate und bucht diesen Teilbetrag dann Monat für Monat in Deine BWA.

Beispiel:
Du bezahlst für Strom pro Jahr 1.200 EUR. Damit Du einen kleinen Abschlag erhältst, zahlst Du im Januar den gesamten Jahreswert an Deinen Stromlieferanten.


Lass uns diesen Dritten Punkt noch einmal an einem Beispiel durchgehen:
Du bezahlst für Strom pro Jahr 1.200 EUR. Damit Du einen kleinen Abschlag erhältst, zahlst Du im Januar den gesamten Jahreswert an Deinen Stromlieferanten.

Ohne eine Rückstellung zu bilden, würde Deine BWA so aussehen:

BWA ohne Berücksichtigung von Rückstellungen

Wenn Dein Steuerberater aber eine Rückstellung berücksichtigt, dann rechnet er:

            1.200 EUR / 12 Monate = 100 EUR

Diese 100 EUR bucht er dann jeden Monat in Deine BWA. Schließlich verbrauchst Du ja auch jeden Monat den Strom – und nicht nur im januar. Deine richtigere BWA sieht dann so aus:

BWA bei Buchung von RücA

Du siehst, es macht Sinn, dass Du monatlich Deine BWA durchgehst.

Nur so kannst Du sicherstellen, dass wirklich alle Kosten und Erlöse erfasst und den Monaten richtig zugeordnet werden. So wird aus Deiner BWA, dann auch eine wirklich wertvolle Informationsquelle, die Du zur Steuerung Deines Business nutzen kannst.

Hast Du vielleicht auch schon solche oder ähnliche Fehler in Deiner BWA gefunden? Schreib doch einfach einen Kommentar und ergänze meine kleine Liste!


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