Ludowika Boemanns: So geht nachhaltiger Geschäftserfolg
nachhaltiger Geschäftserfolg

Ludowika Boemanns: So geht nachhaltiger Geschäftserfolg

Heute habe ich Ludowika Boemanns im Gespräch. Ich kenne Ludowika noch gar nicht so lange, aber jedes Mal, wenn wir miteinander reden, haben wir besonders viel Spaß. 

Eigentlich wollte Ludovika in ihrem Leben Richterin werden und sie hatte sogar schon ein Stipendium in der Tasche und auch zwei Semester Rechtswissenschaften studiert, bis ihr das Leben einen anderen Weg eröffnet hat. Nach ihrem Abschluss des Studiengangs Public Management war sie dann zunächst bei Behörden beschäftigt und hat später gemeinsam mit Start-ups und anderen Privatunternehmen große Projekte erfolgreich abgeschlossen. Teilweise war sie sogar für Bilanzthemen im kommunalen Umfeld verantwortlich.

Ich habe die 32-jährige Ludowika als eine sehr reflektierte und vor allen Dingen lebensbejahende Persönlichkeit kennen und auch schätzen gelernt. Jemand, der aus all seinen Stationen immer was für sich herausziehen kann und jetzt das eigene Business Puzzle komplett neu zusammengesetzt hat und genau weiß, wo sie hingehört und wie es dort aussehen soll.

Freu Dich mit mir auf das spannende Gespräch mit Ludowika, die ich jetzt ganz herzlich hier bei mir begrüße.

Jörg: Hallo liebe Ludowika. Ich freue mich richtig, dass du heute dabei bist. Sag mal, stell dir vor, du stehst so in einer Gruppe von Schülern im jugendlichen Alter. Wie erklärst du denen denn eigentlich, was du so den ganzen Tag treibst?

Ludowika: Will ich denen das erklären? Weiß ich gar nicht.

Jörg: Ich werde sowas immer wieder gefragt, deswegen.

Ludowika: Sehr schön. Also gehen wir davon aus, ja, so Gehirngewitteralter, also schön die Form der Pubertät?

Jörg: Ja.

Ludowika: Okay. Es ist die reichende Hand genau in dem Moment, wo du absolutes Gehirngewitter hast und nicht mehr weißt, wie du deine eigenen Projekte nach vorne ziehen sollst.

Also wenn du einen Abschluss vor der Tür stehen hast, der 10er-Abschluss heißt oder Abitur, dann wäre ich genau die Person, die dir hilft die Nummer auch zu wuppen, obwohl du selbst nicht dran glaubst.

Jörg: Das heißt, Gehirngewitter ist für dich was?

Ludowika: Gehirngewitter, das ist immer in dem Moment, wo du ganz vernebelt im Kopf bist.

Vorher hattest du ein gutes Ziel und einen klaren guten Blick und weil sich das alles so komprimiert und auf einmal ganz viel gemacht, getan und überlegt werden muss, kriegt man irgendwann eine Form von Gehirngewitter.

Andere Menschen sagen auch, schlechte Laune.

Jörg: Ja, Panik.

Ludowika: Genau, Panik ist auch ein Wort und ich mag es gar nicht bewerten, weil es tatsächlich auch eine körperliche Reaktion ist.

Also es ist wirklich eine körperliche Reaktion, wo die Synapsen und die Hormone ein bisschen verrücktspielen. Deswegen sage ich ganz wertfrei, es ist ein Moment des Gehirngewitters und auch das zieht vorbei.

Jörg: Ein schöner Begriff, den ich auch so noch nie gehört habe, Gehirngewitter.

Ludowika: Es ist auch mein Begriff. Also wenn ihr den nehmt, total gerne. Es ist so ein schöner wertfreier Begriff, gerade auch im Umgang mit Kindern. Es ist ganz, ganz toll. Ich habe viele, viele Jahre Nachhilfe gegeben und wenn man Gehirngewitter sagt, dann fühlen sie sich nicht bewertet in ihrer eigenen Leistung. Darum geht es ja zu verstehen: „Oh verdammt, ich bin hier gerade in einer Stresssituation und deswegen kann ich nicht klar gucken.“

Jörg: Ja, super. Supergeil. Jetzt überlege ich natürlich, ich habe ja 2 Pubertiere zu Hause und ich stelle fest, die haben ab und zu Gehirngewitter.

Ludowika: Die haben Gehirngewitter. Ja. Also auch so 2- oder 3-Jährige, die haben Gehirngewitter.

Jörg: Ja, das haben wir ja alle, muss man ja fairerweise sagen. Es gibt ja immer mal die Situation, wo wir eigentlich einen klaren Plan haben, uns auf irgendwas freuen vielleicht auch oder zumindest drauf vorbereiten und dann, ja, kommt irgendwie das echte Leben dazu.

Ludowika: Da kommt das echte Leben dazu. Ja. Und die Menschen, also oft machen dann andere Menschen mit uns ja auch Gehirngewitter, verunsichern uns oder wie auch immer.

Jörg: Ja. Wie arbeitest du denn mit diesen Personen dann, die ein Gehirngewitter haben und zu dir kommen? Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus? Wie kann ich mir das vorstellen?

Ludowika: Es ist so, Menschen kommen ja auf unterschiedlichen Wegen zu mir.

Also entweder, weil sie von mir gehört haben, weil sie was von mir mitbekommen haben, weil sie mich mal erlebt haben, weil ich empfohlen werde, weil sie mich bei Facebook sehen. Ich bin ja gerade im Online-Bereich viel unterwegs. Die Kontaktaufnahme passiert über Mail, mittlerweile auch per Messenger. Es gibt auch Menschen, die anrufen, was ich immer sehr, sehr schön finde, weil dann gibt es auch eine Form der Intimität, weil man miteinander sprechen kann. Ich gucke dann und man spricht ganz frei und locker, worum es erstmal geht. Es wird mir nie der Grund gesagt, worum es geht, wenn ich mit den Menschen spreche.

Jörg: Aha, okay.

Ludowika: Es ist nicht möglich. Also der derjenige kommt dann und sagt zum Beispiel: „Meine Umsatzzahlen stimmen nicht. Ich brauche jemanden für den Vertrieb.“ Ich glaube, das war so das spannendste, was ich hatte an jemanden, der mich anrief als Coach und fragte dann, ob ich seinen Vertrieb übernehmen könnte.

Mach ich - natürlich nicht.

Aber das ist die Eröffnung des Gesprächs und daraufhin haben wir viel, ich glaube über ein halbes Jahr zusammengearbeitet und rausgefunden, dass es nicht daran liegt, dass die Person einen Vertriebspartner braucht, sondern dass die Person sich selbst den Vertrieb zutrauen kann. Und das ist von diesem, ich gebe das ab und ich baue um mich herum eine Blase, die heißt, ich brauche ja jemand anders.

Das ist so die Kernarbeit, die ich mache. Also es kommen immer unterschiedliche Themen zu mir an und das, was ich mache, ist umzuswitchen in das, was kannst du denn selbst. Viele Unternehmer und Selbstständige genügen sich selbst nicht und suchen dann immer die Unterstützung von außen, sind aber richtig, richtig gut, wenn sie die selber machen.

Wenn jemand selber für sein Produkt brennt und sich den Vertrieb aber nicht zutraut und da eine andere Person vorschaltet, dann ist in den Akquise-Gesprächen immer genau dieses Vorgeschaltete spürbar.

Wenn aber die Person es schafft zu sagen, okay, ich mache die Akquise selber, weil das Produkt bin ich und ich bin meine Firma und ich bin meine Unternehmung und ich brenne da total für und ich bin jetzt mutig und mache den Vertrieb selber, dann wird er viel, viel mehr nach Hause holen und viel mehr Umsatz und Aufträge abschließen können, als wenn er da jemanden vorschaltet.

Das ist so der Kern, was ich mir angucke, um was geht es denn im Ursprung.

Was immer, immer im Ursprung ist, Struktur und Klarheit, also lernen auf sein Business zu gucken mit Vogelperspektive, sich selbst aus der Bewertung rausnehmen, weil Unternehmer und Selbständige haben ganz, ganz schnell die Rückkopplung zu ihren eigenen Fähigkeiten.

Die muss man nicht wer weiß wie aufarbeiten, aber man darf sich selbst gut dein und seinem inneren Kind auch ein guter Vater sein oder eine gute Mutter, je nachdem, welche Koppelung man braucht. Das ist so das, was ich tue jeden Tag.

Es kommen sehr, sehr fachliche Themen auf mich zu und die besprechen wir auch strategisch und die schauen wir uns auch ganz genau an und in der Rückkopplung ist es, also so ist meine Erfahrung, nie die Fachlichkeit gewesen, weil die hat jeder, sondern es immer die Rückkopplung zum Innersten.

Und das immer Stück für Stück das, was der gegenüber kann, also nicht, du musst das jetzt so und so machen und dann hast du den Erfolg, das ist nicht meine Arbeit. Sondern meine Arbeit ist wirklich zu sagen, okay, der braucht die Entwicklungsinformation und der braucht die Rückkopplung, der braucht vielleicht so ein Wort wie Gehirngewitter.

Jörg: Schön. Ja.

Ludowika: Das braucht er und dann kann er Stück für Stück wieder klareren Blick bekommen. Dann passiert ganz, ganz viel aus den Personen selbst. Ich bin eigentlich nur begleitend und wie ein Impuls-Reinwerfer in den Topf. Also immer wieder das Wissen und auch körperliche Zusammenhänge erklären. Ich habe mit Menschen zusammengearbeitet, die mich angerufen haben, um mir zu sagen, dass sie auf dem Weg ins Krankenhaus sind. Was ist passiert? Ja, mir ist so schwindelig. Ja. Wir haben auch viel gearbeitet.

Jörg: Ja, verstehe.

Ludowika: Arbeit macht was mit dem Körper, das löst was im Körper aus. Und das auch immer wieder zu erklären. Dann hat er sich medizinisch abchecken lassen und es war medizinisch nichts, weil es im Körper einfach arbeitet. Wir haben da im Zellgedächtnis eine Epigenetik, die da auch noch drin rum schwutscht. Also da ist einiges los. Wenn man so ein bisschen an sich selber arbeitet, dann merkt der Körper das.

Das sind so Business-Momente, die ich reinwerfe, weil immer wieder passiert es, wenn jemand so auf Richtung Entwicklung und Erfolg gehen möchte, dass der Körper reagiert und zum Beispiel eine Erkältung bekommt. Das Immunsystem ist ein bisschen schwächer als sonst, weil man mehr Anstrengung hat, kriegt man eine Erkältung. Dann bewerten die sich selbst ab und sagen sowas wie, ja, war ja klar, dass ich jetzt krankwerde.

Wirst du nicht. Ich sage dann, guck mal, das kannst du machen und das kannst du machen und sieh zu, dass du eine gute Ernährung hast, damit du genau in dieser Stressphase ganz, ganz viel Puffer für deinen Körper bereithältst.

Einfach dieses Wissen mit reinwerfen, ein bisschen mit aufpassen, dass alles gut ist. Plus eben fachliches Wissen, also Strategien aufbauen und sagen, guck mal, ist das denn eigentlich das Ziel, was du verfolgst oder ist es nur ein Agieren auf das, was zu dir kommt? Also reagierst du nur auf das, was zu dir kommt oder kannst du auch selbst für dich strategisch agieren und sobald strategische Arbeit keinen Platz mehr hat, funktioniert Business eben nicht.

Jörg: Ja, das ist so. Was mir gerade die ganze Zeit so durch den Kopf ging, waren im Grunde so zwei Sachen. Das eine, du löst offensichtlich limitierende Glaubenssätze, damit man erfolgreich werden kann, weil es ja alles irgendwo bei uns selbst verankert ist und wir selbst dafür sorgen.

Ludowika: Ja.

Jörg: Und eins, was ich auch immer wieder sage, ist immer besonders stark, die Dinge, wo wir am meisten Angst vor haben, wie jetzt beispielsweise der Vertrieb für das Produkt, was du im Beispiel gebracht hast, sind meistens die Dinge, wo wir am stärksten sind.

Ludowika: Ja, da ist die Rückkopplung aber auch so extrem. Wenn ich selbst den Vertrieb übernehme und es könnte ja sein, dass jemand Nein sagt. Dann sagt der nicht zu irgendeinem Produkt Nein, sondern zu meinem Kern, zu meinem Innersten, zu dem, was ich erschaffen habe, und das tut weh.

Jörg: Ja, absolut.

Ludowika: Und das ist auch, ich arbeite ja vorwiegend mit Männern zusammen, das tut denen noch anders weh.

Jörg: Naja, ja klar: der verletzte Stolz!

Ludowika: Genau. Und das hat auch was mit Ehre und Stolz zu tun und das hat auch was mit Männlichkeit zu tun.

Frauen gehen da anders mit um. Die werden einfach leise und hören auf. Aber dieser verletzte Stolz auch, was auch richtig ist, das macht was. Das macht manchmal mit Männern eben auch taub, also das macht ganz, ganz stumpf und resigniert.

Das ist kaber gar nicht richtig, weil es geht nicht darum, wie viele Neins du einsammelst, sondern es geht immer darum, dass du auf dem richtigen Spielfeld bist und dann, wenn du da bist, aber nur, wenn du da bist, wenn also das richtige Spielfeld, die richtige Umgebung, wenn du da ein Nein einsammelst, dann ist das deine Chance es zu verbessern und dann wirst du so oder so deine Jas einsammeln, das geht nicht anders.

Und zu dem, was du gerade sagtest mit dem Wort Glaubenssätzen, das ist nicht ganz meine Arbeit.

Also die Idee geht in die Richtung, aber Glaubenssätze ist etwas, oh komm, wir programmieren dich um und dann wirst du positiv sein. Völlig egal, ob du positiv oder negativ bist, es ist auch völlig egal, wie du es sagst, nicht ganz, also da gibt es einige Achtsamkeitsübungen, die auch natürlich, wo ich mit arbeite, aber es geht eigentlich darum deinen Pott von Wissen und Leben voll zu machen, dass du einfach gar nicht mehr anders kannst als überzulaufen und nach vorne zu gehen.

Jörg: Okay. Sehr cool. Aber auch vor allen Dingen mental extrem anstrengend stell ich mir das vor.

Ludowika: Super anstrengend.

Jörg: Weil du denkst und fühlst dich ja unglaublich in deine Klienten ein. Ich habe dich ja jetzt nun auch als sehr, sehr empathischen Menschen schätzen gelernt. Da braucht man auch ein starkes Warum für, weil sonst steht man das glaube ich nicht durch so das zu machen.

Was ist dein Warum, was ja auch so wichtig ist, damit du so erfolgreich bist, wie du jetzt eben bist.

Ludowika: Also es ist so, dass, da wird mir ganz warm, weil es gibt wirklich ein Warum, was mir auch manchmal ein bisschen Emotionalität abverlangt.

Jörg: Dafür sind wir da.

Ludowika: Ja, es ist ein ganz ehrlicher und echter Moment in mir.

Dieses Warum ist, dass ich mit jedem, mit dem ich zusammenarbeite und das ist auf der einen Seite ist das der sehr, sehr gut für denjenigen, der mit mir zusammenarbeitet, für mich kann das manchmal ganz besondere Geschichten produzieren.

Es ist mir immer ein Bedürfnis, dass der Kern dessen, was wir sind und was wir möchten, dass der sein darf und dass es nicht darum geht, ob der dicke Porsche irgendwie vor der Tür steht oder dass der irgendwie der ausschlaggebende Facebook Post ist für deinen Erfolg, sondern ich möchte, dass wir uns wieder auf dem Level von Echtheit treffen und Sein dürfen.

Also es gibt so unfassbar viele Menschen, die so unfassbar viel können und die sind aber nicht geschützt. Ich habe immer so ein Bedürfnis meine Schäfchen zu schützen. Also ich packe meinen Riesenmantel da drumherum und sage immer, pass bitte da auf, da ist ein nicht guter Mensch und da ist ein Netzwerk hinter, was für dich nicht gut wäre oder passe auf, da hast du ein falsches Branding, das bist du gar nicht.

Weil ich glaube, dass Echtheit und dieses, dass wir verbunden sind, also dass wir ganz tief miteinander verbunden sind, das ist eine Tatsache. Ich habe ein ganz, ganz großes Bedürfnis dieses Wissen in diese Welt rauszuhauen.

Es ist nämlich nicht so, dass man in seinem Kämmerchen sitzt und nicht ganz alleine ist und keine Unterstützung oder keine Verbindung zu anderen Menschen hat, sondern ich finde, wenn man das mal übersetzt auch aufs Internet, wir sind alle miteinander verbunden und wir können alle miteinander was tun und miteinander in Kommunikation sein, in Echtheit sein und in Mehrwert sein.

Das ist so das, was ich mir wünsche, dass dieses Wissen für viele, viele Menschen einfach präsenter ist und dadurch Leid aufhört, auch in Unternehmen und auch für Selbständige, dieses Leid in der Selbstreflexion sich zu bewerten, wie schlecht man ist.

Das ist so der Schlüssel, wenn alle verstehen würden, dass alles möglich ist, alles was sie sich jemals vorstellen, was sie sich jemals erfüllt haben, dass das ganz doll versprochen möglich ist, wenn sie es tun, wenn sie immer wieder in die Richtung gehen, dann wäre es für viele, viele Menschen und ich finde auch, das ist wieder eine Rückkopplung, für viele Kinder viel, viel einfacher.

Weil die Kinder unserer, oder meine Klienten, die leiden ja mit dem Weg, den sie da erleben und Kinder sind sowas unglaublich Reines und Schönes und die können wir noch, da geht noch ganz viel Freiheit und da geht's noch einfacher.

Das ist ein sehr großes Why

Jörg: Ja.

Ludowika: Also es ist ein sehr gesamtumfängliche Why.

Ich bin einfach trotz, nee, gerade vielleicht wegen, das ist gar kein trotz, der sehr strategischen Arbeit, die ich tue, sehr fachlichen Arbeit, dass wir uns auch wirklich dein Business angucken und sehr klar damit umgehen, bin ich überzeugt, dass eine gewisse Form der Empathie und Liebe, also eine gewisse Form des Austausches von guten Dingen überall rein muss, und das ist mein Why.

Ich als Person, erlebe damit sehr, sehr besondere Momente und auch bei gewissen Personen Wutmomente, weil das nicht aushaltbar ist, aber das ist nicht schlimm.

Das ist ja nicht meine Wut oder meine Reaktion, das ist das Problem, was der andere hat und irgendwann wird es den Moment geben, wo er vielleicht anders denkt oder auch nicht.

Jörg: Ja. Das klingt sehr, sehr schön. Vielen Dank für diese Offenheit. Gibt es denn aus deiner Sicht etwas, was wir typischerweise verkehrt machen, wenn wir vielleicht auch so am Anfang unserer beruflichen Laufbahn stehen? Du hast jetzt gerade öfter diese Kinder als Beispiel auch genommen. Gibt es da so einen Kardinalfehler, den alle machen, wo du sagst, okay, wenn ihr die Bremse löst, dann ist schon mal geholfen, so einen besonderen Tipp irgendwie? Hast du da was?

Ludowika: Ja, es ist immer das Urvertrauen.

Es kann nie schaden, also man muss nicht in jeder Geschichte zum Therapeuten gehen und seine Geschichte aufarbeiten, das kann helfen, das darf man auch. Wenn das notwendig ist, dann bitte auch tun, dafür sind diese Menschen da und haben das studiert. Aber jetzt im Umkehrschluss muss es nicht immer sein. Es gibt Möglichkeiten auch sowas wie Mindset zu überspringen.

Aber ich glaube, der Schlüssel bei allen, mit denen ich gearbeitet habe, wenn der Punkt eingetroffen ist, dass sie sich selbst umarmen konnten und sagen konnten ich genüge mir und ich bin gut mit dem, was ich habe und was ich tue und sich selbst diese Liebe schenken können, ohne Partner, ohne Kinder, nur für sich selbst, dann war schon viel geschafft.

Jörg: Sehr geil. Das würde ich jetzt gerne auch da gerne so stehen lassen, weil das kann man echt wirken lassen und ich kann das total unterschreiben.

Wer meine Geschichte so ein bisschen kennt, der weiß, dass ich das wirklich nachempfinden kann und das auch nur bestätigen kann. Das ist genau so, da liegt nämlich der Schlüssel zu allem und eben nicht nur zu Geld und Zahlen, sondern zu echter tiefer innerer Zufriedenheit, glücklich sein, Rücksicht, alles, was dazugehört, also alles, was einfach zu einem erfüllten Leben, vielleicht können wir es so sagen, dazugehört, das liegt nämlich am Ende begraben im Urvertrauen zu sich selbst.

Das ist tatsächlich so.

Ludowika: Ja. Also die ursprüngliche Anwendung und das ist eben das, was mein Why ist, dass wir verstehen, dass wir alle ursprünglich angebunden sind und miteinander verbunden sind.

Dann ist eben was möglich, dass du einen völlig, völlig stressigen Tag hattest, dass du dachtest, oh Gott, wie soll ich das alles machen und du darfst dein Kind abholen von der Schule, vom Kindergarten oder von einer Party, wo auch immer, und du stellst fest, du bist ruhig. Du bist ruhig und du bist angebunden und du bist in dem Moment mit deinem Kind. Ich finde, gerade Kinder dürfen wieder ein bisschen mehr in den Fokus unserer Dinge rutschen,

Jörg: Ja.

Ludowika: Weil wir können unser Business nicht machen und unsere Kinder dann stehenlassen, sondern es darf alles stattfinden. Das kann aber nur alles vernünftig stattfinden, wenn man bei sich ist und das ist eben diese hohe Kunst.

Und dann das Kind eben zu haben und zu sagen, ich bin jetzt in dem Moment und ich bin da und ich bewerte nicht, also mein Kind hat schlechte Laune, steigt ins Auto, ist doof zu mir, buddelt mich an, Gehirngewitter und ich reagiere aber als Mensch und sage, was stimmt denn mit dir hier nicht und beziehe das nicht sofort auf mich und bewerte dann zurück und dann gibt es einen Streit, der abwertet. Aus dieser Spirale kann man raus, indem man sich selbst umarmt und sagt, ich habe mich lieb und ich verzeihe meinem Kind, dass es gerade Gehirngewitter hat und wir kriegen das schon irgendwie anders hin.

Jörg: Ja.

Ludowika: Das sind so diese Momente.

Wenn ich aber im Business so hochlaufe, dass ich nicht bei mir bin, dass ich immer in der Außenreflexion bin, dass ich mir immer von außen sagen lasse, was ich zu tun habe, dass ich nicht agiere, sondern nur reagiere, dass ich Angst habe, dass ich oh denke, mir platzt der Schädel, weil ich nicht weiß, wie ich irgendwie das Finanzamt bedienen und, und, und, dann kann ich das, egal wen ich in meinem Umfeld habe, ob es eine Partnerin ist, ob es ein Partner ist, ob es mein Kind ist, ob es meine Mutter, mein Vater, wer auch immer, ich kann dem nicht mit Liebe begegnen.

Deswegen gibt es Wörter wie Work-Life-Balance bei mir nicht. Es gibt keine Work-Life-Balance! Es ist dein Leben, Mann.

Jörg: Das stimmt. Punkt. Ja, ja genau. Und da gehört vieles halt eben dazu. Wenn ich mit Liebe an Themen arbeite, dann bin ich natürlich auch deutlich besser, dann habe ich viel mehr Spaß an dem und auch deutliche erfolgreicher und wirksamer.

Ludowika: Und du hast bessere Ideen.

Jörg: Ja, ganz genau. An welchem Projekt arbeitest du gerade mit besonders viel Liebe und besonders viel Einsatz?

Ludowika: Also ich glaube, für den, der uns zuhört, müssen wir mal sagen, das ist mit ein bisschen Erschöpfung gelacht.

Jörg: Könnte ich mir zumindest vorstellen.

Ludowika: Also ich habe, ich erzähle das mal. Das ist glaube ich ein guter Moment das mal zu berichten. Im November dieses Jahres bin ich auf die Idee gekommen ein komplett neues Format aus dem Boden zu stampfen. Ein Online-Format, wo sich über 30 Experten treffen und von A bis Z dir ganz, ganz viel Wissen geben. Das ist kein Kongress, wie man das kennt, sondern das heißt Erfolgsalphabet. Wir machen keine Interviews, sondern wir machen wirklich Minikurse, Webinare, wir machen Inspirationsthemen und, und, und. Es geht eben für alle Unternehmer und Selbstständige darum ihren Pott voll machen zu können.

Also in diesem Erfolgsalphabet ist so viel Wissen drin, dass du eigentlich danach überläufst und danach eigentlich nichts mehr anderes kannst als 2019 voranzugehen. Das ist so die Idee.

Dadurch, dass ich sehr schnell mit meinen Ideen und Umsetzungen bin, ist es ein Wahnsinnsprojekt geworden. Ich habe es mir vorgestellt und ich habe es mir mit dieser Fülle und Masse gewünscht, aber dass das dann von den Experten in der Qualität geliefert wurde, das hat mich mehr als einmal umgehauen. Da steckt unglaublich viel Liebe drin, weil es mir, wieder zurück zu meinem Why, immer noch ein Bedürfnis bleibt, dass wir Entwicklung auch akzeptieren, dass wir sagen, Entwicklung darf Zeit in Anspruch nehmen und ich sich entwickeln.

Jörg: Das ist ja dann auch nachhaltig. Das ist ja genau so unsere Klammer, die wir beide haben,

Ludowika: Ja.

Jörg: Diese nachhaltige Geschäftsentwicklung, dieses, komm, ich mache mal ein Foto vom Ferrari und jetzt zeige ich dir wie du in 2 Stunden ohne Arbeit für dein Leben aufkommen kannst.

Ludowika: Ohne Arbeit, sofort, push it up.

Yeah! So, das Erfolgsalphabet ist eben, zurückgekoppelt zu meinem Why, genau mein Baby, was ich dann jetzt aus dem Boden gestampft habe. Gestampft ist genau richtig, seit gut 5, 6 Wochen bin ich jetzt dran das umzusetzen, viel mehr Zeit hatte ich dann auch nicht, aber es ist trotzdem großartig oder vielleicht ist es auch genau deswegen großartig. Also es steckt mein komplettes Herzblut drin und das ganz, ganz vieler anderer Experten.

Du bist ja auch dabei.

Jörg: Ja.

Ludowika: Ja, Gott sei Dank. Es ist so, es macht was, also ich hatte so viel Leidenschaft oder habe so viel Leidenschaft für dieses Thema und ich glaube, ich habe die Experten mit angesteckt.

Jörg: Ja, das ist wirklich so. Das weißt du ja auch, dass bei mir jetzt derzeit, als du mich da gefragt hast, eigentlich auch wahnsinnig viel los war und eigentlich habe ich nur die Worte gesucht, wie ich dir denn charmant absagen kann, aber das ging dann halt gar nicht.

Ludowika: Das hatte ich bei vielen so. Die konnten mir nicht absagen. Ich habe dieses Projekt vorgestellt mit dem, was ich habe und dieser ganze Liebe und dann rede ich auch ganz schnell und so.

Jörg: Der Punkt ist aber auch tatsächlich der, also ich habe das Format grob verstanden im ersten Gespräch und war direkt bei dem Online-Kongress.

Ludowika: Genau.

Jörg: Ein Online-Kongress kommt für mich mittlerweile nicht in Frage, weil die meisten halt leider schlecht sind - kurz Ferrari-Foto. Also wo ich echt sage, nee, da gehöre ich nicht hin und das bin ich nicht, das verstehe ich nicht. Aber ich habe dann relativ schnell verstanden, du hast ja was ganz anderes vor.

Ludowika: Ja.

Jörg: Und nachdem wir uns dann näher ausgetauscht haben, habe ich sofort gesagt, nee da muss ich mitmachen, ich weiß zwar noch nicht wann, aber ich muss das da reinpacken.

Da ist so genau dieses, nachhaltigen Geschäftserfolg ermöglichen, und zwar eben von A bis Z, das fand ich auch so cool von dem Gedanken her.

Aber ist jetzt alles dabei, so alles, was du als Unternehmer irgendwie brauchst, um irgendwie erfolgreich zu sein, egal in welcher Branche, egal ob du dich jetzt selbstständig, also als Einzelkämpfer, das ist ja immer so meine Abtrennung letzten Endes, betätigst oder ob du ein Unternehmen gründest oder schon führst und es erfolgreicher machen möchtest, die richtigen Impulse findest du.

Von A bis Z ist alles drin, also vom Branding bis Zahlen oder alles Mögliche. Da ist alles dabei. Und das ist halt sehr toll und ich bin auch wahnsinnig von überzeugt. Dass du das innerhalb von wenigen Wochen, ich habe das wirklich mehr oder weniger zufällig live mitbekommen, wie das entstanden ist. Ja, sehr cool. Erzähl, wann geht's los?

Ludowika: Am 25.11. starten wir mit der großen Live-Veranstaltung abends, dann bin ich online und stelle auch alles vor. Und dann öffnen wir den ersten Buchstaben mit A, Aushalten war gestern, und dann geht es jeden Tag Stück für Stück weiter.

Jörg: Okay. Also das Interview wird ja dann den Mittwoch nach dem 25.11. erscheinen, da läuft das also schon. Ich werde das natürlich hier unten verlinken auch.

Ludowika:

Ja, also wenn du das Mittwoch hast, sind wir bei C - Chaos verhindert Entfaltung. Das ist ein ganz spannendes Thema, da sind wir in dem Bereich, was unser Körper macht. Also das, was ich vorhin am Anfang mal erzählt habe, was macht der Körper mit mir, wenn ich im Chaos bin.

Dazu gibt's aber eine Impuls-Box, also ich habe so Querdenkerbeiträge reingepackt, weil ich weiß, dass das Leben nicht geradeausläuft und dass man einfach mal querdenken darf, damit sich wieder im Business was bewegen kann, also Kapazitäten neu schaffen. Und wir haben die ein oder andere Überraschung noch dabei und die ist dann am Mittwoch auch noch nicht offen.

Jörg: Aha, es lohnt sich.

Ludowika: Also ich würde mir an dem Zuschauers Stelle einen kostenlosen Zugang ganz schnell sichern. Wir sind voll dabei.

Jörg: Genau, sehr gut. Auch wenn du weißt, wie Erfolg geht, liebe Ludowika, dafür bin ich erfahren genug, du machst eben auch schon ein bisschen länger Business, ohne Krisen geht's nicht. Das ist leider so, oder leider, weiß ich gar nicht. Kann man auch drüber diskutieren, ob das ein Leider ist, aber Krisen gehören halt einfach dazu. Ich bin mir sicher, das gilt auch für dich beziehungsweise für dein Business. Hattest du das auch schon mal erfolgreich durchlebt? Offensichtlich ja erfolgreich, sonst würden wir nicht hier sitzen.

Wenn du da vielleicht mal so ein bisschen reflektierst, was ist aus deiner Sicht die Ursache für diese Krise gewesen? Hast du selbst Bockmist gebaut oder gab es irgendwie einen Impuls von außen, der einfach dein Business torpediert hat, wenn du jetzt ein Business-Beispiel nimmst? Und was hast du vor allen Dingen daraus gelernt? Das ist so das, was mich immer am meisten interessiert eigentlich bei so Krisen.

Ludowika: Also ich suche ja noch jemanden, der ohne Krise zurechtgekommen ist. Ja, ich mache ja auch Interviews ab und an, und ich frage auch immer, ob jemand ohne Krise zurechtgekommen ist und kein Schwerz:  Ich habe es bisher noch nicht erlebt. Den Moment der Krise gibt's bei mir auch und den gab's auch in wiederholten Themen.

Es ist immer, immer, immer, immer so gewesen, dass ich mich selbst verraten habe, ohne es zu merken. Ich habe mich immer auf das, was andere mir gesagt haben, verlassen. Ob es jetzt im Bereich, wo ich noch angestellt war, Vorgesetzter war, hey, wenn du das machst, dann werden wir das tun. Also Wenn-Dann, ganz großartige Versprechungen, dann macht man das und wirft alles in diesen Pott und dann geht der Vorgesetzte einfach auf eine andere Stelle und das Wort gilt nicht mehr.

Das hat Krisen ausgelöst, das hat große Krisen ausgelöst, nicht weil der das Wort nicht mehr hielt, weil ich da meine Zukunftsplanung reingelegt hatte und Enttäuschung hat das natürlich auch mit mir gemacht. Im selbstständigen Bereich ist es auch das Wenn-Dann.

Also dieses Dinge-Durchhalten, Dinge durchrocken für andere, Dinge machen und tun und sich im Kreis bewegen und kämpfen und aushalten für den anderen, weil wenn wir das schaffen, dann wird das passieren, ist einfach etwas, was niemals eintritt. Entweder man rockt die Nummer selber und stellt sich ganz, ganz gerade, und das ist etwas, was ich sehr deutlich verstanden habe, stellt sich ganz gerade und klar auf und sagt, alles klar, ich will das, ich kriege das hin und ich suche mir die Leute, die mich unterstützen und die mir kein Wenn-Dann geben, oder man lässt.

Weil diese ganze Hoffnung geben, Versprechen, Hinhalte-Techniken, das habe ich bis zum Ergötzen erlebt, in welcher Anstellung oder Selbstständigkeitsphase auch immer wieder und damit bin ich einige Male wirklich echt auch die Nase geflogen.

Bis ich dann irgendwann mal verstanden habe, dass es nicht darum geht, ob mir jemand etwas bringt, sondern das, was bei dem anderen suche, ob es im Business oder privat ist, ist das, was ich mir selbst zu schenken habe. Seitdem ich das verstehe, läuft es komplett anders und ich habe nur Menschen um mich herum, die gut mit mir zusammenarbeiten wollen, und da wird auch was geschafft.

Das war vorher oft anders. Also ich habe geschafft, geschafft, gemacht, gemacht, gemacht, weil da war ja ein Versprechen, dieses Versprechen wollte ich gerne einlösen, es wurde da nicht eingelöst und, und, und. Das hat somit die schlimmsten Krisen ausgelöst, weil es auch teilweise existenziell ist, wenn man auf etwas einen Meilenstein ausrichtet und dieser Meilenstein dreht sich um und geht,

Jörg: Das ist klingt irgendwie doof.

Ludowika: Das ist eben, was ich sehr deutlich sehe, also es ist nie die Abhängigkeit im Außen, dass andere mir etwas bringen oder andere der Schlüssel für meinen Erfolg sind oder die einzige Möglichkeit, das ist auch ganz, ganz wichtig, die einzige Möglichkeit für meinen Erfolg bin ich. Es gibt ganz viele Menschen, die dir immer wieder darstellen, wer du bist, das ist so spannend, sie wollen mit dir zusammenarbeiten und sagen dir gleichzeitig, was du alles nicht bist. Das tun sie aus dem einfachen Grund, damit du nicht gehst, weil sie hätten deine Kompetenzen doch gerne schon noch ein bisschen behalten.

Das habe ich sehr gelernt, also dass jemand, der dich kleinmacht, nicht um dich klein zu machen, sondern um dich zu halten, weil im Umkehrschluss und im Spiegel, das was du tust, nämlich genau richtig ist. Da habe ich ein paar Momente und ein paar Erlebnisse für gebraucht, um das nachvollziehen zu können.

Jörg: Ja. Ich glaube, das ist etwas, das dürfen wir alle erleben und für uns bewerten und unterschiedlich auch daraus lernen, weil da sind wir halt eben alle sehr individuell, gottseidank, halt eben. Ist aber sehr, sehr wichtig, dass du dir selbst vertraust und die Dinge selbst in die Hand nimmst und nicht auf irgendeinen Boden aufbaust, der dir nicht selbst gehört.

Ludowika: Genau, weil man kommt da schnell rein. Ich glaube, wir suchen alle nach Orientierung, wir suchen alle nach Schutz, wir suchen alle nach Nähe, wir suchen alle nach Urvertrauen, das ist eben der Schlüssel, und die Symptome sind dann eben, dass man das im Außen sucht. Ich finde das auch ganz normal, dass man das erlebt und dass man das durchlebt. Ich finde es nur wichtig, was man dann daraus macht.

Jörg: Ja, genau.

Ludowika: Also lässt man sich brechen in irgendeiner Art und Weise oder sagt man für sich, okay, ich habe verstanden, was mir selbst fehlt, oder wonach ich gesucht habe und jetzt gucke ich mal, ob ich es mir nicht selbst geben kann.

Jörg: Welche Rolle spielen denn bei Krisenvermeidung oder auch vielleicht gegebenenfalls, wenn du da drinsteckst, bei der Krisenbewältigung, Zahlen für dich, Zahlen und Finanzdaten? Sind die dann für dich da, haben die eine besondere Rolle? Ich meine, das ist ja eine Frage, die liegt ganz oben auf.

Ludowika: Ja. Ja. Also es ist witzig, dass du das fragst, es ist ganz spannend.

Also habe ich die Frage nicht erwartet, Jörg, aber das ist ganz spannend, weil es gibt tatsächlich für mich ein rotes Fähnchen auf Geld. Geld funktioniert bei dem, was ich tue, immer nur dann, wenn ich bei mir bin.

Und selbst, wenn ich mal Investitionen getätigt habe, die sehr, sehr spannend waren, wo ich auch ein bisschen Risiko gemacht habe und nicht genau wusste, ob das am Ende rund läuft, wenn ich bei mir bin und wenn ich wirklich das mache, was ich tue und nur auf mich vertraue und das wirklich in meinem Schutzkreis habe, dass ich das genau im Griff habe, in der Vogelperspektive genau weiß, okay, so und so ist es geplant, es kann eigentlich nicht anders sein als aufzugehen, dann hat es immer funktioniert und dann war es immer ein Erfolg, auch wenn ich Risiko gegangen bin.

Solange ich bei mir war und solange die Dinge bei mir in meinem, wie sagt man, Territorium oder wie auch immer bleiben konnten. Geld hat sich dann immer negativ bei mir gemeldet, das ist total spannend, wenn ich mich eben verraten habe, ohne es zu merken. Da habe ich auf einmal so Kosten, die ich gar nicht mehr im Kopf hatte und stand so, hä, wo kommt das denn her?

Oder es sind so Dinge kaputtgegangen, die mich dann auf einmal ganz viel kosteten und immer nur in diesen Phasen, wo ich mich verraten habe. In anderen Phasen wusste ich schon vorher, ich muss jetzt investieren, weil das wird bald kaputtgehen.

Dadurch, dass ich aber in diesen Phasen, wo man eben in dieser Krise ist oder in diese Krise reinläuft, das ist ja immer die Vorphase, da hast sich das Geld vorher gemeldet, oder ich habe viel zu viel Geld ausgegeben, ohne es zu merken, weil ich ja keinen Blick mehr draufhatte, weil ich so abgelenkt war, weil ich eben nicht bei mir war.

Oder, ach genau.

Also ich finde Geld ist ein guter, guter, ich weiß gar nicht, was für ein Wort es da gibt, aber sowas wie ein Merkzettel, also wenn sich Geld zeigt.

Jörg: Ich sag ja immer, Zahlen und Finanzen sind der Spiegel deiner Alltagsentscheidungen.

Ludowika: Spiegel, ja. Es gibt noch so ein, also wie so ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Jörg: Ja genau.

Ludowika: Und es zeigt sich ja immer erst kurz vorher.

Jörg: Ja, du siehst halt in deinen Zahlen, in deinem Kontostand, das ist ja das, was ganz am Ende der Kette letzten Endes steht, da siehst du eben, ob alles rundläuft oder ob es irgendwo, meistens auch versteckt unter der Oberfläche, Dinge gibt, die deinen Erfolg eigentlich gerade sabotieren.

So eine Art Frühwarnindikator ist dann jetzt der Kontostand letzten Endes, den deine Zahlen natürlich einnehmen können. Wichtig ist halt und das machst du, weil du hast ja auch entsprechend da eine berufliche Vorprägung, du musst dich ja mit den Zahlen beschäftigen, du musst sie verstehen. Also das nehme ich auch daraus, dass dir das schon sehr wichtig ist bei aller Hektik, dass du da immer mal wieder draufguckst und dass du über die Zahlen dann auch nachvollziehst, wo laufe ich denn hier gerade hin, wo steuert mein Tanker denn gerade hin?

Ludowika: Ja, ich würde es noch emotionaler belasten.

Also ich würde es gar nicht immer bei Zahlen lassen, ich finde wirklich, die Zahlen ist das eine, aber das Geld, also wie verhält sich das Geld in Krise? Ich glaube, dass das viele schon erlebt haben, in Krisen ist das Geld immer weg.

Also das gleiche Geld, was wir, und "gleiche Geld", in Anführungszeichen, dass wir den Status Quo von Business aufrechterhalten, zum Beispiel zur Verfügung haben, das ist total spannend, der gleiche Pott an Fixkosten ist gefühlt in Krisen viel, viel schneller weg.

Da passiert was Emotionales mit den Zahlen noch zusätzlich. Also, wenn ich in einer Krise bin und habe mehr Ausgaben als gedacht und irgendwas funktioniert nicht, Rechnungen werden nicht bezahlt, dann gucke ich nicht mehr auf meine vorher strukturierten Zahlen und sage, ja okay, dann kommt ja das und das, das wird alles funktionieren, alles gut, passt, sondern oh Gott, da wurde jetzt so viel abgezogen, so viel bezahle ich dafür?

Das, was ich mir schon längst ausgerechnet habe und was ich mir schon längst angeschaut habe, ist auf einmal ein Krisenmoment in der Krise für mich, weil ich nicht mehr vertraue, dass alles gut ist. Verstehst du, was ich meine?

Jörg: Ja.

Ludowika: Also da ist nochmal emotional aufgeladen. Und wenn wir im Erfolg sind, dass wir selbst führen, was wir tun, dass alles funktioniert, dann gucken wir da nicht so extrem drauf. Du hast deine Zahlen, du weißt ungefähr, was funktioniert und was nicht funktioniert, aber du bist ja nicht mehr so eng. Also es komprimiert sich ja nicht mehr so, dass du jeden Tag aufs Konto guckst und sagst, oh Gott, werde ich das jetzt noch können, obwohl es doch sonst auch immer funktioniert hat?

Also da passiert emotional noch was, dadurch entsteht ein Mangel von Zahlen, der tatsächlich aber noch gar nicht da ist. Dieser Mangel macht sowas wie Torschlusspanik, jetzt muss ich das schnell noch kaufen und das ist der Grund, warum man in Krisen auf einmal so viel Geld ausgegeben wird, wo man manchmal denkt, warte doch mal eben, lass uns doch mal eben aufräumen und dann kannst du es doch wieder machen. Dann wird auf einmal ganz viel Geld ausgegeben und eben dann gibt's die Katastrophe in den Zahlen.

Jörg: Ja. Ja. Und das, was du beschreibst, ist auch das, was ich immer wieder bei vielen meiner Kunden letzten Endes erlebe die dann sehr emotional gesteuert mit ihren Zahlen umgehen und dann praktisch sehenden Auges die Krisensituation herbeiführen.

Ludowika: Ja.

Jörg: Und sich hinterher wundern, dass sie drinstecken, obwohl man eigentlich, das hast du ja auch sehr schön beschrieben, die Kosten sind eh schon da, ich habe vielleicht ja auch so eine Übersicht irgendwie, die erstellt wurde, wo du genau siehst, okay, die Kosten habe ich, aber das wird dann emotional weggeteert.

Und genau diese Balance hinzubekommen, das finde ich immer sehr wichtig, dass man auch, wenn man merkt, okay, da ist irgendwie ein Gehirngewitter gerade aufgezogen, dass man da eben etwas hat, wo man sich zurücknehmen kann und dann ganz neutral entscheidet. Deswegen mag ich dieses Bild von dem Spiegel, ist halt ein objektiver Spiegel deiner Alltagsentscheidungen, den mag ich halt sehr gern, weil das ist das, was Zahlen halt am Ende können, sie können ganz emotionale Entscheidung, die wir mit Stärke eben treffen, ganz nüchtern runterholen und da darf man eben führen.

Hast du einen besonderen Tipp für den Umgang mit Zahlen und Finanzdaten? Kann jetzt, keine Ahnung, ein Buch sein, kann ein Tool sein.

Ludowika: Ja. Also ich glaube, der wichtigste Tipp, den ich immer gebe, ist, wenn sich Geld verändert, dann ist der Moment zur Reaktion. Also nicht, wenn der Kontostand in rot ist, sondern wenn ich spüre, ein Geldfluss verändert sich, dann ist bitte immer der Moment von Reflexion, immer.

Wenn ich merke, verdammt, aus irgendwelchen Gründen und aus irgendeiner schnellen Situation ist jetzt ein großer roter Kontostand entstanden, dann ist der erste Moment bitte, den Gläubiger anzurufen und sich bitte, bitte in Kommunikation setzen. Wir gehen alle, oder nicht wir, ich tue es nicht, aber viele gehen dann in so ein Schneckenhaus und kriegen Angst und kümmern sich nicht darum. Es gibt ganz, ganz viele Gläubiger, sogar das Finanzamt, mit denen man sprechen kann und sagen kann, pass auf, ich habe hier gerade ein Problem, das bekomme ich aber, wenn ich realistisch auf meine Dinge gucke, in 3 Monaten in den Griff, kannst du mir helfen?

Ansonsten müsste ich einen anderen Schritt gehen. Es wird keiner sagen, mache ich nicht. Sie werden dann sauer, wenn sie nichts von dir hören, egal bei wem, und sie Mahnung schicken müssen, dann werden sie richtig stinkig irgendwann und dann hast du einen Mahnbescheid und dann geht es weiter.

Also das ist so der wichtigste Tipp: Wenn sich Zahlenflüsse vom Gefühl her, es ist ein Gefühl, du guckst, du musst die Zahl nicht komplett im Kopf haben, aber du guckst auf deine Zahlenströme, auf die Eingänge und Ausgänge und du kennst dein Konto und dann merkst du, dass etwas nicht stimmt, und dann gehst du bitte in die Reflexion.

Das andere, was ich ganz, ganz wichtig finde, ist, seine Zahlen selber zu verstehen. Und ich bin ein Freund davon, da halten mich immer alle für bekloppt, ich habe früher immer alles auf Zetteln geschrieben, so wie man das, so karierte Zettel und dann habe ich immer 1000 Listen gehabt, mittlerweile bin ich da zu Excel übergegangen. Ich weiß, es gibt ganz, ganz andere tolle Tools, aber ich muss das selber herstellen, also ich muss ein eigenes Verständnis über das haben, was ich da tue, und dadurch wollte ich da eigentlich hier dieses wunderbare Buch Excel-VBA für Dummies empfehlen. Einfach, damit du dir selbst eine gute Liste anlegst und selbst erstmal deine Zahlen kennst.

Und den Rest, da kann man sich auch Unterstützung für holen. Also alles kann ich mit Zahlen auch nicht, aber dass ich so für mich meine Dinge, das ist mir immer ganz wichtig.

Jörg: Ja, sehr schön. Sehr, sehr schön. Ich habe noch auch mit Blick auf die Uhr zwei Abschlussfragen,

Ich habe als Kind und ehrlich gesagt auch heute noch immer gerne Monopoly gespielt. Hast du das auch gerne gespielt und wenn ja, hast du typischerweise gewonnen oder verloren?

Und eine Idee warum?

Ludowika: Ich hasse Monopoly.

Jörg: Und hast du eine Lieblingsstraße?

Ludowika: Nein.

Jörg: Nee.

Ludowika: Ich hasse dieses Spiel. Ich glaube, es gibt kein Spiel, was ich mehr hasse als Monopoly.

Jörg: Sehr schön.

Ludowika: Also ich spiele das mit Menschen, die das gerne spielen, spiele ich das gerne, das ist auch voll okay für mich. Aber innerlich, ich hasse dieses Spiel. Warum hasse ich dieses Spiel? Ich finde das so langweilig.

Jörg: Ich wollte gerade sagen, darüber darfst du mal reflektieren, weil ich bin zutiefst davon überzeugt, dass dieses Spiel gerade für uns, die wir ein Business haben, durchaus eine Richtung vorgeben kann.

Ludowika: Ich weiß, warum ich dieses Spiel hasse.

Jörg: Weil das, was wir dort im Spiel machen, machen wir auch im Business.

Ludowika: Ja okay super. Siehst du, dann passt das. Ich hasse dieses Spiel, weil ich keine Lust habe, wenn ich Zeit mit meinen Freunden verbringe, über irgendwelche komplizierten Dinge nachzudenken. Ich möchte einfach nur sein. Und dieses Spiel nervt mich, wenn ich da Samstagsabends sitzen sollen und wir spielen jetzt Monopoly. Das ist für mich, nein, ich möchte mit euch reden und ich möchte mit euch sein und ich möchte Projekte mit euch entwickeln und nach vorne gehen und nicht stumpf eine vorgegebene Platte ablaufen müssen.

Jörg: Sehr cool. Das eint uns beide grundsätzlich. Ich mag es nämlich auch nicht, wenn wir so große Runden sind und jetzt machen wir einen Spieleabend oder so. Mal quatschen, lass uns doch mal wertvollen Inhalt austauschen. Das geht mir auch immer so. Gibt's immer wieder so spannende Situationen, wo ich immer wieder in so eine Situation gedrückt werde, jetzt spielen wir zusammen. Also ich meine jetzt nicht die Familie, sondern so im Freundeskreis. Also wenn mit mir gespielt wird, dann bitte Monopoly, auch wenn das immer sehr lange dauert. Aber egal.

Letzte Frage: Stell dir vor, du hast jetzt eine komplett freie Wahl. Es existieren für dich auch keine Hürden, keine Grenzen, du kannst also völlig in einer Fantasiewelt unterwegs sein. Wo würdest du dann leben, was würdest du dort machen und was hätte der Rest der Welt, wenn es denn noch die Welt ist, dann davon, dass du das so machst?

Ludowika: Ich suche noch nach dem Ort, wo mein großer Hof stehen kann.

Jörg: Der große Hof?

Ludowika: Ich habe früher mal gesagt, ich kriege 7 Kinder und habe einen Riesenhof und einen Hofladen noch zusätzlich zu dem, dass ich Richterin bin.

Also so war früher mal meine Vorstellung und bei allem frei und das wird auch irgendwann so sein, wird es einen großen Hof geben und auf diesem Hof wird es viele Begegnungsstätten geben. Die werden anders sein, die werden nicht für den oder für den sein, sondern es wird einfach ein Raum, wo man keinen Ferrari braucht, um seinen Erfolg mit mir besprechen zu können, sondern es wird einfach ein Raum. Also ich mag das gar nicht, weil das manchmal in eine falsche Richtung geht.

Also es gibt die Vorstellung in mir, dass das Business und das, was wir wissen und tun, über uns selbst, dass es dafür einfach einen Ort gibt und dieser Ort wäre ein ganz, ganz wunderschöner Hof, wo es ganz, ganz tolle Seminarräume gibt und wo ich die ein oder anderen Kinder auch da rumlaufen habe, die nicht alle mir gehören, sondern die vielleicht noch nicht so ganz gewiss, also wo sie vielleicht sonst im Heim wären oder sonst irgendwas, dass ich da noch Möglichkeiten schaffen kann, dass sie einfach gute Orte finden, wo sie eben für sich ihr Leben voller machen können, wenn sie von anderen schon leergemacht wurden.

Also das wäre so absolut mein Traum.

Das ist so eine Kombination zwischen dem, was mir wichtig ist, was Kinder angeht, zwischen dem, was mir wichtig ist, was Business angeht, zwischen dem, wo ich stehe, wer ich bin und dass es alles einen Ort hat und der ist bitte riesengroß und mit viele Weide und mit viel, ich weiß gar nicht, ob viele Tiere da sind, das weiß ich gar nicht, habe ich mir noch nicht überlegt, aber auf jeden Fall gibt es großartige Seminarräume und ganz andere Erlebnisse als das, was man so kennt.

Und ich spreche wie du siehst, nicht im Konjunktiv.

Jörg: Ja. Ich wollte mich auch gerade schon einladen. Ich komme. Ich freue mich darauf dich dort bald besuchen zu besuchen zu dürfen.

Ludowika: Die Vorstellung gibt's schon sehr, sehr lange und ein paar Momente braucht es glaube ich noch, aber es wird kommen.

Jörg: Sehr schön. Das ist auch ein sehr schönes Schlusswort.

Liebe Ludowika, es hat mir einen Riesenspaß gemacht mal wieder mit dir zu reden. Da war ganz viel glaube ich drin für mich persönlich auch, aber ich denke auch für unsere Zuhörer.

Vielen, vielen Dank dafür.

Ludowika: Danke dir.

Jörg: Das war das großartige Gespräch mit der lieben Ludowika Boemanns.

Ich hoffe, du konntest genau wie ich sehr viele Impulse mitnehmen, hast ein bisschen Spaß gehabt und ich persönlich werde mir dieses Gespräch auf jeden Fall nochmal anhören, weil da sehr gute Inspirationen eben drin waren, wie man Business und Leben, was wir so häufig ja als zwei Themen betrachten immer, das wirklich zu einem Gesamten zusammenführt, das man es dann wirklich erfolgreich macht. Aus eigener Erfahrung kann ich das nur unterstützen. Ich befinde mich da schon auf einem ganz guten Weg, aber konnte sicherlich auch einige wichtige Impulse dort noch mal mitnehmen.

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