6 Gründe, warum Deine Business-Idee zum Scheitern verurteilt ist
Business-Idee scheitert

6 Gründe, warum Deine Business Idee scheitert

Klick. Das ist sie. Die geniale Business-Idee. Das ist der Moment, der alles verändert. Mein Leben genauso, wie das vieler anderer Menschen. Ach, das Leben der gesamten Weltbevölkerung bekommt endlich einen Sinn. Wahnsinn. Warum bin ich da noch nicht früher drauf gekommen?

Kennst Du das? Hat es bei Dir auch so angefangen?

So, oder so ähnlich geht es nämlich meistens los. Die Unternehmer in spe steht, sitzt oder liegt irgendwo, sinniert über seine Zukunft, ein Problem oder eine Sehnsucht und plötzlich ist sie da. Die geniale Idee. Der ganze Körper wird von Emotionen „übernommen“ und es steigt fast Euphorie auf. Plötzlich ist alles ganz klar und einfach.

Und deshalb legen viele auch direkt los. Sie bauen aus der Idee ein Business.

Komm, entspann Dich noch einmal kurz und dann lies Dir folgende kleine Geschichte durch, die ich Dir aufgeschrieben habe.

Der frühe Vogel verschluckt sich auch mal an einen Wurm

Kennst Du eigentlich schon Frank? Frank ist ein Computer-Junkie, der schon in den 80ern gerne das Spiel „Decathlon“ gespielt hat. Obwohl wir in der Zwischenzeit das Jahr 2016 schreiben, ist die Liebe zu diesem Spiel noch ungebrochen. Schon damals hat es ihn genervt, dass ständig die Joysticks, so hießen damals. die Controller (also jetzt die für den Computer), kaputt gingen. Auch heute nervt Frank dieses Problem immer noch.

Nun sitzt er also in seiner Bastelecke und bastelt mal wieder an irgendeinem Schaltplan. Parallel lötet er und verdrahtet ein paar Kabel an einem defekten Joystick. Im Gegensatz zu mir, ist Frank nämlich ziemlich begabt auf diesem Gebiet und versucht schon lange eine robuste Joystick-Variante zu erfinden. Und genau in diesem Moment, wo Frank so konzentriert und vertieft arbeitet, fällt ihm ein Detail auf. Wenn er Joysticks, genau um dieses eine Detail anders bauen würde, dann würden sie bei dem Spiel Decathlon nicht mehr kaputt gehen. Genial.

… und jetzt einfach mal drauf los!

Nachdem Frank also einen „Prototypen“ gebaut hat, zeigt er diesen seinen Freunden. Auch die sind restlos begeistert. Gemeinsam mit Frank treffen sie sich jedem Samstag zu ausgiebigen Decathlon-Sessions. Entsprechend können sie von defekten Joysticks ein Liedchen singen.

Einen Business-Plan braucht Frank glücklicherweise gar nicht. Denn er hat in den letzten Jahren gut gespart und muss deshalb auch nicht auf Banken oder Investoren zurückgreifen. Trotzdem schaut sich Frank den Spiele Markt an und überschlägt kurz im Kopf, wie viele Soccer es auf der Welt so gibt. Die Euphorie in ihm wird immer größer. Er wittert jetzt das Millionengeschäft. Das ist der große Moment in seinem Leben, auf den er solange gewartet hat.

Als nächstes rennt Frank zum Patentamt und meldet ein Patent auf seine Erfindung an. Das macht man schließlich so. Er sieht ein Wahnsinnspotential und weiß, dass er einen Partner braucht, der ihm die neue Version des Joysticks produziert.

Gott sei Dank weiß Frank, dass im Einkauf die Marge maximiert wird. Also beschließt er direkt auf minimale Produktionskosten zu setzen. In Fernost wird er dann auch schnell fündig und die geforderte Mindestproduktionsmenge nimmt er dann auch in Kauf. Schließlich ist sein Joystick so genial. Die Kunden werden ihm diesen förmlich aus den Händen reißen.

Dann noch schnell eine eigene Webseite mit einer großen e-Commerce-Lösung einrichten und ein paar Google-Adds schalten. Upps, jetzt sind die Ersparnisse vollständig aufgebraucht. Aber das wird schon. Franks Idee ist ja so genial –  aber irgendwann stellt auch er fest: seine geniale Business-Idee floppt.

Business-Idee scheitert

Foto von: alphaspirit

Warum musste Franks Business-Idee floppen?

Bevor ich diese Frage bearbeite, möchte ich das Positive an dieser Idee herausstellen. Diese Business-Idee löst ein Problem. Das ist immer ein guter Startpunkt. Eine gute Business-Idee zeichnet sich immer dadurch aus, dass sie entweder ein Problem löst oder den Kunden einen besonderen Nutzen stiftet. Dadurch das der Joystick beim Decathlon spielen nicht mehr kaputt geht, wird definitiv ein Problem gelöst.

Aber warum hatte Franks Business-Idee dennoch keine Chance auf Erfolg?

 

nullDecathlon spielt heute wohl kaum jemand mehr. In den 80ern, war es DAS Spiel am Commodore 64, wenn es um Sportspiele ging. Heute kennen dieses Spiel eben nur noch die Kinder der 80er. Und die spielen nur in seltenen Fällen noch Decathlon. Der Markt für die Problemlösung war eben nur extrem klein, um mit einem solchen Produkt (wirtschaftlichen) Erfolg zu haben. Anders ausgedrückt: Es war nicht (mehr) der richtige Zeitpunkt für dieses Produkt.

 

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Frank startet in das Business, ohne eine echte Markt- und Wettbewerbsanalyse. Dadurch übersieht er komplett, dass a) kaum noch jemand Decathlon spielt und b) dass in der Zwischenzeit vielfach mit der Tastatur gespielt wird. Natürlich schaut er auf den Spiele-Markt. Aber der gesamte heutige Spiele Markt ist eben nicht der Markt für seine Problemlösung. Seine Business-Idee ist nur für einen winzigen Teil des Marktes, wenn überhaupt, relevant. Außerdem überprüft er nicht, ob irgendwo auf der Welt eine andere Lösung für das Problem schon verkauft wird. (ok, man könnte meinen, dass ein „Decathlon-Profi“ wie Frank, dass irgendwie mitbekommen hätte. Aber lassen wir den Punkt bitte trotzdem einfach mal so stehen. OK?)

 

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Direkt im großen Stil in Fernost produzieren zu lassen, ist eine ganz schlechte Idee. Zumindest wenn damit eine größere Mindestproduktionsmenge verbunden ist. Klüger wäre es, das Produkt erst mal an einem kleineren Markt zu verkaufen. Die gesammelten Erfahrungen könnten dann in das Produkt einfließen, bevor es zu einem großen Launch kommt. Das mag im ersten Schritt etwas teurer im Einkauf sein und somit wäre Franks Marge auch entsprechend geringer. Aber auf der anderen Seite würde er in jedem Fall die Kosten für die zwischenzeitliche Lagerung der Bestände sowie deren Transport einsparen/reduzieren. Einhergehend würde dann natürlich auch sein Risiko ganz erheblich sinken. Es ist also sinnvoll erstmal im kleinen Stil anzufangen und sich nicht direkt ausschließlich auf die Minimierung der Einstandskosten zu fokussieren. Erst den Markt finden und kennenlernen und dann die Maximierung der Marge in Angriff nehmen, das halte ich für eine gute Devise.

 

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Nur weil die Idee gut scheint, muss man nicht direkt ein Patent anmelden. Ein Patent kostet einerseits Geld und andererseits macht es keinen Sinn, dieses als Erstes anzumelden. Gerade wenn Du, wie Frank, aus Deiner Garage heraus starten möchtest, würde ich mir dieses Geld erstmal sparen und lieber in die Weiterentwicklung des Produktes bzw. der Business-Idee stecken. Vielleicht hätte Frank das gefundene Detail ja auch bei einem ganz anderen, aber in dieser Zeit relevanteren Produkt verwenden können?

 

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Das eigene Umfeld (Freunde und Familie) ist kein zufriedenstellender Ratgeber, wenn es um Business-Ideen Klar, jeder bespricht sich mit seinem Umfeld und das ist auch gut und richtig so. Aber ein Erfolgsindikator sind diese Gespräche nicht. Besser wäre es gewesen, wenn Frank evtl. die Gamescom, das ist eine große Computer-Spiel-Messe, besucht und dort seinen Joystick präsentiert hätte. Dann hätte er von fremden Leuten, die aber alle wegen ähnlicher Interessen auch potentielle Kunden sind, ein Feedback erhalten. Fremde werden kaum Rücksicht auf Dich und Deinen wirtschaftlichen Erfolg nehmen. Warum? Na, weil sie Dir eben nicht so nahe stehen. Somit ist deren Feedback ist deutlich neutraler und für Deinen Business-Erfolg entsprechend wertvoller.

 

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Frank findet seine Idee genial. Er ist überzeugt davon, dass ihn diese Selbstverliebtheit praktisch „blind“ macht. Denn er übersieht ja, dass er mit seinen Freunden eine absolute Ausnahme darstellt, wenn er immer noch das Problem mit dem defekten Joystick beim Decathlon-Spiel hat. Und Selbstverliebtheit ist niemals ein guter Business-Ratgeber. Natürlich Du bist von Deiner Business-Idee überzeugt. Aber sei niemals zu sehr verliebt in Deine Idee. Höre auf das Feedback von außen und reagiere darauf. Das was Dir als Feedback entgegen kommt, ist das Feedback Deiner potentiellen Kunden. Selbst wenn das Feedback nicht toll ist, dann fehlt Deiner Idee halt noch etwas. Oder Du hast Dich schlicht „verrannt“. Toll, dass ist ein wichtiges Learning. Und vor allem kein Problem. Wenn Du aber das Feedback potentieller Kunden ignorierst, das ist ein Problem.

 

Was solltest Du also für Deine Business-Idee jetzt mitnehmen?

  1. Deine Business-Idee sollte nicht nur genial, sondern auch relevant sein
  2. Starte im kleinen Stil. Man nennt das Prinzip auch Lean-Management. Teste also Deine Idee und optimiere es, bis zum „geht nicht mehr“.
  3. Sei nicht selbstverliebt, sondern höre auf das Feedback potentieller, fremder Kunden.
Wie hast Du denn eigentlich Deine Business-Idee getestet? Welche Erfahrungen durftest Du sammeln? Was würdest Du anders machen? Lass uns in dem Kommentarbereich dazu „quatschen“….

 

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