JR_2015_JoergRoos_421x300Eigentlich ist doch alles perfekt gelaufen in den letzten Jahren. Direkt nach der universitären Ausbildung durfte ich für einen echten Global Player der Finanzbranche erste Erfahrungen im Berufsleben und speziell im Controlling sammeln.

Ich lernte schnell mich auf internationalem Parkett zu bewegen und durfte mich sogar nach weniger als einem Jahr an ersten kleinen Führungsaufgaben versuchen. Daß das Controlling in der Praxis nicht mehr viel mit dem an der Universität gelehrten Controlling  gemein hat, konnte auch ich nach wenigen Monaten voller Überzeugung bestätigen.

Im Laufe der Zeit wuchs meine Verantwortung und ich stieg schließlich nach rund 2 Jahren sogar in den Managementkreis des Unternehmensbereichs auf, für den ich bei dem Global Player arbeitete. Die angenehmen Seiten, wie Gehalt und Statussymbole „wuchsen“ zwar nicht unbedingt proportional zur Arbeitszeit, aber es fühlte sich dennoch irgendwie „cool“ an.

Doch etwas fehlte, es gab da was in mir, das ich genausowenig durch Vorstandspräsentationen, die Teilnahme an wichtigen Meetings oder der Möglichkeit ein Controlling nach meinen Wünschen ausgestalten zu dürfen, befriedigen konnte, wie mit dem Bewohnen exklusiver Hotels auf Geschäftsreisen in die Metropolen dieser Welt, First-Class-Flügen und Abendessen in wahnsinnig teuren Restaurants.

Nach nichtmal 3 Jahren dann der Jobwechsel, mit dem Ziel ganz andere Erfahrungen sammeln zu wollen. Gesagt – getan.

Jetzt arbeitete ich für einen kleineren Konzern mit deutlich mittelständischer Prägung und lernte schnell, dass hier eine ganz andere zwischenmenschliche Beziehung gelebt wurde. Der Vorstandsvorsitzende begrüsste die Empfangsdamen jeden Morgen persönlich und hatte auch mal Zeit für einen kurzen Plausch auf dem Flur.

Natürlich wurde trotzdem intensiv und sehr professionell gearbeitet und ich bekam erneut die Möglichkeit ein Controlling in einer Konzerngesellschaft neu aufzubauen. Am Anfang spürte ich viel Skepsis und nur eine begrenzte Motivation in den anderen Fachbereichen mich bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Ich wunderte mich darüber, denn ich war doch ein netter Kerl und wollte mit den anderen Fachbereichen zusammenarbeiten. Ich wollte ein Controlling anbieten, das ihnen weiterhilft.

Woher kam da diese Skepsis ?

Diese Skepsis wurde aber schnell weniger und es entwickelte sich eine schnelle, echte Teamarbeit zwischen dem neuen Controlling und dem Vertrieb, Marketing, Product-Management etc. Nach etwa einem Jahr wurde das Controlling immer aktiv von den anderen Fachbereichen dazugeholt, wenn es darum ging neue Projekte zu planen oder Sachverhalte besonders zu untersuchen. Wieder kamen Führungsaufgaben dazu und mir machte die Führung und Weiterentwicklung meiner Mitarbeiter zunehmend Spass. Unterschiedliche Menschen wollen unterschiedlich angesprochen und natürlich auch geführt werden, das war mir schnell klar und entwickelte sich dann auch zu einem Leitsatz in meiner Führungsarbeit, für die ich viel positives Feedback erhalten habe.

mehr als 15 Jahre Controlling-Erfahrung und über 10 Jahre Führungserfahrung im Controlling ! 

In der Zwischenzeit arbeite ich bei einem anderen Unternehmen, auch wieder mit einer mittelständischen Prägung, das aber zu einem echten Weltkonzern gehört – sozusagen ist das jetzt die Symbiose meiner ersten beiden Arbeitgeber 🙂

Ich bin dort für das Controlling und viele Mitarbeiter verantwortlich und mache diese Aufgabe gerne. Viele Fachthemen wollen vorangetrieben werden und meine Mitarbeiter haben zu Recht den Anspruch darauf sich weiter zu entwickeln. Gerade diese Weiterentwicklung meiner Mitarbeiter ist für mich ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit, denn natürlich ist es so, dass die Bewertung meiner persönlichen Leistung ganz wesentlich von der Leistung meiner Mitarbeiter abhängt. Bei der Zusammensetzung meiner Teams lege ich

besonderen Wert auf eine gesunde Mischung aus

  • erfahrenen Controllern und jungen Nachwuchskräften
  • aus Männlein und Weiblein
  • aus Erbsenzählern und Business-Partnern
  • aus Teccies / Exceljunkies und kommunikationsstarken Gesprächspartnern.

Das Funktionieren dieser Mischung ist aus meiner Sicht der wesentliche Baustein für ein erfolgreiches und wirksames Controlling. Ein Controlling, das in der Lage ist sich auf schnell ändernde Rahmenbedingungen einzustellen ohne nachhaltig an Wirkung zu verlieren.

Natürlich gehören zu einem lebendigen Controlling auch schwierige Alltagssituationen, Themen, denen ich gerne aus dem Weg gehen würde oder Momente, wo einfach zu viele Themen gleichzeitig auf mich einfallen. Diese Herausforderungen meistere ich dank eines Selbst-Management-Systems, das ich in den mehr als 15 Berufsjahren für mich entwickelt habe. Zunächst war es eher ein Versuch, eine Raketenwissenschaft daraus zu machen, dann tendierte es in die erneute Erfindung längst bekannter Produkte, um dann schlussendlich MEIN einfaches, plattformübergreifendes und sehr transparentes System zu werden.