Investor-Reporting

Darum hasst jeder Unternehmer das Investoren-Reporting

Es gibt doch keinen Zweifel. Wenn Du Dir einen aktiven und engagierten Investor frühzeitig ins Team holst, dann erhöhst Du auch Deine Erfolgschancen. Egal, ob Du mit einem Business Angel, Venture Capital Geber, einem Family Office oder einer Bank zusammenarbeitest. Du kannst von den Erfahrungen, Kenntnissen und deren Netzwerk profitieren.

Upps, da bin ich ja heute mal direkt mit der Tür ins Haus gefallen. Aber ich möchte nicht lange drumrumreden. Investoren sind in der Regel ein ganz entscheidender Faktor für Deinen Erfolg. Entsprechend sollte zwischen Dir als Unternehmer und Deinen Investoren auch ein professioneller Informationsaustausch erfolgen. Zu diesem gehört dann auch ein gutes Investor-Reporting.

Auch wenn in der Regel sogar mehr als ein Investor in Dein Unternehmen investieren wird, so werde ich der Einfachheit wegen, in diesem Artikel immer von einem Investor ausgehen. Vielleicht möchtest Du diesen mit Deinem Hauptinvestor gleichsetzen….

Die überraschende Wahrheit zum Investor-Reporting

Als ich mich erstmals mit dem Thema Investor-Reporting beschäftigt habe, war ich sehr überrascht. Denn die Nachfrage nach Business Angels, VCs und Co. steigt kontinuierlich. Auch deren Bereitschaft zu investieren, ist ungebrochen. Trotzdem stolperte ich immer wieder über folgende Worte (so oder so ähnlich):

Es ist nicht schön, aber oftmals höre ich von meinen StartUps immer nur dann etwas, wenn ich etwas unterschreiben soll, oder wenn sie einen Nachschuss brauchen, weil das Cash sich dem Ende neigt. 

Sieht so eine gute Kommunikation mit einem wichtigen Partner aus?

Die Antwort liegt auf der Hand. Und wenn man die Unternehmer darauf anspricht, dann merkt man schnell, dass da auch keine böse Absicht hinter steckt. Im Gegenteil. Ich behaupte: Die Mehrheit der Unternehmer wünschen sich eine gute und offene Kommunikation mit ihrem Investor. Aber viele Unternehmer sind auch heute noch der Meinung, dass es reicht sich nur sehr sporadisch mit ihren Zahlen beschäftigen zu müssen. Nämlich wenn sie einen Finanzplan erstellen.

Aber warum halten StartUps sich dann so oft mit ihrem Reporting zurück?

Investor-Reporting

Foto von: garagestock

5 Gründe, warum Unternehmer “bewusst” auf ein Investor-Reporting verzichten

  1. Unwissenheit: Viele Unternehmer wissen gar nicht, dass ihr Investor einen Report überhaupt erwartet. 🙂
  2. Unwichtig: Die Unternehmer können den Mehrwert eines Investoren-Reports gar nicht einschätzen und denken, dass dieser doch überflüssig sei. Schliesslich ist alles Wichtige ja besprochen.
  3. Unklar: Sie wissen gar nicht, was einen guten Investoren-Report ausmacht. Ok, das Internet gibt zu diesem Thema bisher auch gar nicht so viel wirklich Brauchbares her. Es gibt nur sehr wenige Muster für richtig gute Investoren-Reports. Um nichts falsch zu machen, senden dann viele lieber gar keinen Report, statt einen „Schlechten“.
  4. Zeitverschwendung: Es scheint zu zeitaufwendig die benötigten Informationen für ein solches Reporting zusammenzutragen. Zumindest glauben viele Unternehmer, dass es sinnvoller wäre, die (gesparte) Zeit in das Business selbst zu stecken, als in die „trockene Zahlenwelt“.
  5. Nur gute Nachrichten: Nicht wenige Unternehmer glauben, dass Investoren nur gute Nachrichten hören wollen. Also wollen sie mit ihrem Investor-Reporting warten, bis sie gute Nachrichten zu vermelden haben.

Erkennst Du Dich wieder?

Dann sei mir bitte nicht böse, aber für mich ist jeder dieser 5 Punkte nicht mehr als eine Ausrede. Und wenn Du ein Erfolgsmaximierer sein möchtest, dann merke Dir.

Erfolgsmaximierer finden Wege, der Rest findet Ausreden!

Es ist nun mal Fakt. Die gute Kommunikation mit Deinem Investor gehört zu Deinen wichtigsten Aufgaben als Unternehmer. Wie ich schon geschrieben habe, ist ein wesentlicher Teil dieser Kommunikation eben das regelmäßige Reporting.

Und um es vorweg zu nehmen: Ein gutes Reporting ist einfach aufzusetzen und kann ganz schnell gehen.

Ist ein Investor-Reporting eigentlich gesetzlich vorgeschrieben?

Die Reportingvorschriften für private Unternehmen, wie es in der Regel StartUPs und KMUs nun mal sind, unterliegen keinen gesetzlichen Regelungen. Vielmehr solltest Du den Vertrag mit Deinem Investor auf mögliche Vorschriften prüfen, um hier eventuell Deine Pflichten im Detail nachlesen zu können.

Der richtige Zeitpunkt für einen Investor-Report

Wahrscheinlich ist in Deinem Vertrag mit dem Investor ein Reportingrhythmus festgelegt. Häufig reicht ein Rhythmus von 3 Monaten, aber bei sehr volatilen Geschäftsverläufen ist sicher auch ein monatliches Reporting nicht unüblich und sogar sinnvoll.

Unabhängig davon, ob Du über Dein Geschäft quartärlich oder monatlich berichtest, sorge dafür, dass unmittelbar nachdem die Zahlen vorliegen, der Report erstellt und dann auch ausgeliefert wird. Gerade mit einer zuverlässigen Berichterstattung kannst Du Punkte bei Deinem Investor sammeln. Und zwar unabhängig davon, ob Du Gutes oder auch mal Schlechtes zu berichten hast.

Gerade, wenn es mal nicht so gut läuft, machen viele den Fehler, das Reporting schludern zu lassen. Sie wollen ihren Investor nicht verstimmen und denken, dass kein Report deutlich besser als ein Report mit schlechten Ergebnissen ist.

Falsch!

Ein erfahrener Investor ist es gewohnt, dass das Business keine Einbahnstraße ist, die immer nur bergauf geht. Er weiß, dass eher die Achterbahnfahrt ein angemessener Vergleich ist und lässt sich entsprechend von Talfahrten auch nicht aus der Bahn werfen. Vielmehr hat er eventuell sogar gute Tipps und/oder Kontakte, die Deinem Business wieder den Kick geben können. In jedem Fall wird er Deine Offenheit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit zu schätzen wissen.

Sieh es doch mal so. Dein Investor leiht Dir sein hart verdientes Geld und schenkt Dir damit sein Vertrauen. Meinst Du nicht, dass es da auch nur fair wäre, ihn wirklich regelmäßig, umfassend und ehrlich zu informieren?

Berichte also unbedingt IMMER regelmäßig und pünktlich. Ohne Ausnahme.

So sieht ein guter Investor-Report aus

Ich könnte jetzt allgemein antworten: Alle wesentlichen Informationen, die den Erfolg Deines Unternehmens beeinflussen.

Reicht Dir das? Ja? Gut, das wir drüber gesprochen haben.

Ach, es reicht Dir nicht?

Dann möchte ich Dir den folgenden, ganz konkreten Vorschlag für Dein neues Investor-Reporting anbieten:

  1. Management Summary: Fasse in wenigen Worten (max 1 DIN A4 Seite) die wesentlichen, d.h. erfolgskritischen Ereignisse der abgelaufenen Berichtsperiode zusammen. Erzähle die Geschichten, die hinter den Zahlen auf den kommenden Seiten „versteckt“ sind.
  2. GuV/BWA: Lege eine Gewinn-und Verlustrechnung bzw. betriebswirtschaftliche Auswertung der abgelaufenen Periode bei, um den Erfolg der abgelaufenen Periode zu berichten.
  3. Bilanz: Wenn Dein Unternehmen bilanzierungspflichtig ist, dann gehört natürlich auch eine aktuelle Bilanz in die Unterlagen, um die gesamte Vermögenssituation Deines Unternehmens zu dokumentieren.
  4. Cash-Flow-Rechnung: Ich weiß, die Meisten können mit einer Cash-Flow- oder Kapitalflussrechnung nicht viel anfangen und meiden sie. Für Deinen Investor ist diese aber genauso wichtig, wie sie es für Dich auch sein sollte. Hier siehst Du, wie und warum sich Dein Cash verändert hat. Das ist doch spannend!
  5. Personalstatistik: Zeige, wie viele Menschen in welchen Bereichen in Deinem Unternehmen arbeiten, ermittle eine Fluktuationsquote und zeige den Anteil von Managern und Fachkräften.[/info_list_item][/info_list][vc_column_text]Das sind die wichtigsten Inhalte eines guten Investor-Reportings. Einmal richtig aufgesetzt, ist es weder ein Hexenwerk und schon gar keine Zauberei den Report monatlich oder quartärlich zu aktualisieren. Für Deine interne Steuerung solltest Du das ja ohnehin tun, denn sonst läufst Du Gefahr wichtige Entwicklungen zu „verschlafen“.

Ach, bevor ich das vergesse: So richtig aussagekräftig werden die Analysen 1-5 erst dann, wenn den Ist-Zahlen auch entsprechende Plan-Zahlen gegenüberstehen. Denn so werden Trends leichter interpretierbar und Investitionsentscheidungen können einfacher getroffen werden. Diese Planzahlen holst Du woher? – Richtig, aus Deinem Finanzplan, den Du im Rahmen Deiner Jahresplanung aktualisierst. Bitte!

Auf den Punkt gebracht

Das Investor-Reporting wird zunehmend wichtiger für Deinen Erfolg. Trotzdem wird es von vielen StartUPs, aber auch von KMUs gerne unterschätzt. Du kannst mit Deinem Unternehmen vielleicht in wenigen Monaten ein tolles Produkt erstellen und damit Deinen Markt begeistern. Aber der Wettbewerb schläft niemals.

Das heißt für Dich, wenn Du mit Deinem StartUp die Seed-Finanzierung noch durch hast, wirst Du i.d.R. bei der Series-A-Finanzierung zusätzlichen (Wettbewerbs-) Druck spüren und es wird nicht leichter für Dich werden. Da kann es Dir ungemein helfen, wenn Du Investoren mit in die nächste Unternehmensphase führen kannst und Dich frühzeitig an professionelle Kommunikationsprozesse gewöhnst.

Ich habe Dir hier eine gute Struktur für Dein neues Investor-Reporting angeboten. Nutze einfach mal diese Struktur und fülle sie mit den wichtigsten Inhalten. Es kommt nicht auf jedes Detail in Deinem Business an. Konzentriere Dich auf die wesentlichen Punkte und Kennzahlen. Zeige auch hier, dass Du den Überblick über Dein Unternehmen hast. Dein Investor wird Dich dafür lieben!

Wie informierst Du Deine Investoren eigentlich bisher? Möchtest Du in Zukunft dieses Reporting verändern? Oder bist Du eventuell ganz anderer Meinung und hältst Investor-Reporting für gar nicht sooo wichtig? Lass uns doch im Kommentarbereich darüber diskutieren.

So, jetzt bist Du dran. Der Kommentarbereich hier unten gehört jetzt Dir allein. Also, leg direkt los und vergiss nicht:

Ein 5-Sterne Controlling macht Dein Business erfolgreich!

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Posted by Jörg
23. August 2016

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