Auf den Punkt gebracht....

Finanzplan oder Businessplan? So entscheidest Du Dich...

Viele Gründer kennen das Thema. Sie haben eine tolle Geschäftsidee mit großem Potential, aber es fehlt das (eigene) Geld, um diese Idee auch wirklich umzusetzen. Sie wissen also, dass sie auf die Unterstützung von Investoren und/oder Banken hoffen. Schnell wird ihnen klar, dass sie dafür einen Finanzplan erstellen müssen. Oder doch einen Businessplan? Oder ist das eigentlich dasselbe?

Geht Dir das auch so?

Eigentlich ist der Finanzplan „nur“ ein Teil des Businessplans. Denn ein Businessplan, so wie er häufig in Theorie und Praxis vorgeschlagen wird ist ein großes Dokument, das umfassend das geplante Geschäft mit seinem gesamten Umfeld beschreibt. Ein Teil davon ist immer auch der Finanzplan.

So ein Dokument, ist schnell mal 100 und mehr DIN A4-Seiten groß. Die enthaltenen Informationen sind alle wichtig und relevant. Über einen Businessplan kann sich ein unabhängiger Dritter also über das Geschäft vollständig informieren und sich im Anschluss eine Meinung bilden, ob die Erfolgsaussichten gut oder schlecht sind.

In der Größe des Dokuments liegt auch das größte Problem. Das heutige Business ist schnell und es herrscht ein enormer Druck. Da bleibt schlicht nicht die Zeit so ein umfassendes Dokument aufmerksam durchzuarbeiten. Insbesondere deshalb, weil bei Banken und Investoren ja nicht nur ein Businessplan zur Prüfung liegt, sondern sehr viele.

Entsprechend scheint sich in der Praxis gerade der Trend durchzusetzen, dass kein (vollständiger) Businessplan mehr gefordert wird. Es war schon immer so – auch wenn das keiner gerne zugeben möchte – das vor allem zwei Kapitel des Businessplans besonders beachtet wurden:

  1. Executive Summary
  2. Der Finanzplan

Der Rest ist also nur „Füllmaterial“? Oh nein, ich nenne die anderen Inhalte gerne „wichtiges Beiwerk“. Das sind alles sehr wichtige Informationen, aber je nach Größe und Komplexität Deines Geschäfts, sind eine gute Executive Summary sowie ein wirklich überzeugender Finanzplan nun mal ausreichend.

Wirklich smarte Gründer, erkennen jetzt worum es geht. Du solltest zunächst mal den Fokus darauf richten einen wirklich guten Finanzplan zu erstellen. Ein Finanzplan, der den Leser führt und in Deine Geschäftsidee hineinzieht. Wenn Du einen Finanzplan erstellst und diesen mit einem guten Erläuterungsteil in Textform ergänzt, dann brauchst Du heute eher selten noch einen vollständigen Businessplan zu schreiben. So kannst Du viel Zeit, Energie und Nerven sparen.

Das gehört in Deinen Finanzplan

Wichtig ist natürlich, dass Dein Finanzplan auch vollständig ist. Für jedes Unternehmen gibt es zwei große betriebswirtschaftliche Ziele.

  1. Rentabilität steigern, das heißt Gewinne machen
  2. Gute Liquidität aufbauen, das heißt immer genügend Cash auf dem Konto haben

Wenn Du nun Deinen Finanzplan erstellst bedeutet dies, dass Du diese beiden Ziele umfassend und plausibel analysierst und so dem Leser (Deinem potentiellen Investor / Banker) zeigst, dass Du weißt, was wirklich wichtig ist.

Dazu gehört, dass Du mindestens die nächsten 3 Jahre planst und dass Du alle Themenfelder beleuchtest.

Folgende Themen solltest Du auf jeden Fall detailliert planen:

  • Umsatz – lege Deine Umsatz- und Absatzplanung in der Zeitschiene plausibel dar
  • Personal – mit welchen Mitarbeiterzuwächsen rechnest Du und wann
  • Kosten – berücksichtige alle Kosten und baue Dir einen Puffer ein, diesen kannst Du ruhig auch als solchen bezeichnen
  • Investitionen – hier gilt es die unterschiedlichen Auswirkungen auf GuV und Liquidität zu beachten (z.B. Abschreibungen mindern zwar Deinen Gewinn, aber Geld fließt für Abschreibungen keines, da dieses ja schon bei der Rechnungsbezahlung des Investitionsobjektes geflossen ist)

Außerdem sollten auf jeden Fall mindestens die Ergebnisblätter „GUV – Rentabilität“ und „Liquiditätsplanung“ (inkl. Ermittlung Deines Kapitalbedarfs enthalten sein.

Excel oder Spezial-Software?

Offen gestanden: Wähle das Format, mit dem Du am liebsten arbeiten möchtest. Einen Finanzplan erstellst Du eigentlich nicht wirklich für Investoren oder Banken. Wenn Du es richtig machst, dann erstellst Du den Finanzplan vor allem für Dich - und die Kapitalgeber dürfen diesen dann auch nutzen. 🙂

Daher mein ernst gemeinter Rat. Wenn Dir Excel Pickel ins Gesicht schießt, dann such Dir eine Spezial-Software, mit der Du auch gerne arbeitest. Einen Finanzplan erstellst Du nicht einmal und lässt ihn dann für den Rest Deines Unternehmerlebens auf der Festplatte schmoren.

Nein, mit DEINEM Finanzplan solltest Du regelmäßig arbeiten und ihn mindestens jährlich aktualisieren.

Weil Excel so schön flexibel ist und ich bislang noch keine Spezial-Software gefunden habe, die sich wirklich komplett an meine Wünsche anpassen lässt, rate ich Dir Deinen Finanzplan mit Excel zu erstellen.

Diese Software hast Du ohnehin schon auf Deinem Computer und hiermit kannst Du alles machen, was Du machen solltest. Egal ob nun Reporting, oder Finanzplanung – Excel bleibt meine Empfehlung für Dich.

          

    

Struktur ist wichtig und gibt Dir Orientierung

Nutze in Excel die Möglichkeit, je Thema ein eigenes Arbeitsblatt zu verwenden, Mach nicht den Fehler, möglichst alles auf einer Seite (in einem Arbeitsblatt) abbilden zu wollen. Viele, häufig eher ungeübtere Anwender, meinen es sich dadurch einfacher zu machen. In Wirklichkeit wird der Finanzplan dadurch unübersichtlich und vor allem extrem fehleranfällig.

Eine wirklich clevere Idee ist es hingegen, Deinen Finanzplan in Excel so aufzubauen, wie auch Dein Arbeitsablauf bei der Erstellung ist. Wenn sich also Dein Finanzplan von Deiner Ausgangsituation bis zum Ergebnis von Arbeitsblatt zu Arbeitsblatt weiter füllt. Je Schwerpunkt-Thema (z.B. Umsatz, Kosten….) ein Arbeitsblatt und dann für die Ergebnisübersichten (GuV und Liquiditätsplan) ebenfalls jeweils ein Arbeitsblatt. Zusätzlich noch ein Blatt, wo Du alle Deine Annahmen und Basisdaten eingibst und schon hast Du eine übersichtliche Grundstruktur.

Diese Grundstruktur wird Dir helfen einen fehlerfreien Finanzplan zu erstellen, mit dem nicht nur Du, sondern auch potentielle Kapitalgeber gerne arbeiten. Eventuell sogar deutlich mehr, als Du jetzt gerade einschätzen kannst.

Du möchtest jetzt loslegen und Deinen Finanzplan erstellen?
Dann beachte unbedingt diese Tipps....

Ich möchte Dir noch ein paar Tipps mitgeben, die Dir viel Zeit und Nerven sparen werden, wenn Du Deinen Finanzplan mit Excel erstellst. Es sind meine Grundregeln, an die ich mich immer halte, wenn ich Finanzpläne oder auch andere Reports erstelle. Einige davon habe ich mir in den letzten 20 Jahren mühselig erarbeitet, weil ich es eben zunächst anders gemacht habe und dann sehr viel Zeit für die Fehlersuche und Fehlerbehebung investieren durfte...

  1. Jedes Arbeitsblatt verfolgt genau 1 Hauptziel / bearbeitet ein Thema
  2. Die Arbeitsblätter werden auch optisch gruppiert, d.h. die Reiter innerhalb von Excel werden farblich markiert (z.B. blaue Arbeitsblätter = Annahmen, gelb = Berechnung, grün = Ergebnisse)
  3. Jedes Arbeitsblatt wird im Querformat gefüllt, da dieses Format gerade bei Zeitreihen vorteilhaft ist
  4. Jede Spalte hat nur spezifischen Inhalt (z.B. Bezeichnung, Monatswert, Summe….. )
  5. Ergebniszeilen werden optisch hervorgehoben (anderes Format)
  6. Wird in einer Zelle eine manuelle Eingabe erwartet, so wird diese Zelle farblich hinterlegt und hebt sich somit vom Rest des Tabellenblatts ab.
  7. Berechnung werden in Blöcken zusammengefasst und dann wird z.B. mit dieser (Teil-) Summe weitergerechnet
  8. Es wird grundsätzlich von oben nach unten gerechnet. Dabei stehen Summen entweder (immer!) oben oder (immer!) unten.
  9. Basisannahmen und allgemeine Angaben werden auf nur einem Tabellenblatt dargestellt
  10. Externe Verknüpfungen werden grundsätzlich vermieden und nur in besonderen Ausnahmefällen benutzt.
  11. Wann immer sinnvoll möglich, werden Daten in Grafiken visualisiert. Das gilt insbesondere für Ausgabeblätter (Ergebnisblätter)

Hast Du Dir das einfacher vorgestellt?

Hast Du keine Zeit und nicht die Nerven, das alles selbst zu machen?